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Anarchismus und Kultur

Dieser Bericht ist ein persönlicher und nicht auf Vollständigkeit ausgerichteter Beitrag. Eine kurze Begriffserklärung der Anarchie, aus Ausgangspunkt: (für die, die es noch immer nicht wissen): Das Wort Anarchie stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie “keine Herrschaft (an-archia). Also gibt es die Anarchie, seit es auch die Herrschaft gibt.

Der Anarchismus ist kein festgefügtes, starres Theoriegebilde. Es gibt verschiedene Vorschläge und Strategien für seine Durchsetzung. Ebenfalls gibt es verschiedene Antworten und Lösungsvorschläge auf Fragen der Vergangenheit, der Gegenwart und für die Zukunft. Hauptziel des Anarchismus ist eine herrschaftsfreie Gesellschaft, in der sich die Menschen selber organisieren. Eine Gesellschaft, die überschaubar, vernetzt und horizontal organisiert ist.

Kunst und Anarchie

Schon sehr früh fühlten sich KünstlerInnen zum Anarchismus hingezogen. Viele darunter hätten sich nie als AnarchistInnen bezeichnet, doch viele standen ihm sehr nahe. Manche lebten danach, andere sympathisierten mit anarchistischen Ideen und viele setzten sich mit der Anarchie künstlerisch auseinander. Kunst und Anarchie sind zum Teil sehr eng miteinander verknüpft. Einen anarchistischen Kunststil jedoch gab es nie. Das wäre ja auch sehr widersprüchlich. Aber zahlreiche kulturelle Bewegungen, Stile und Gruppierungen waren von libertären Bewegungen geprägt. Z.B. in den 20-er jähren der Dadaismus, der Literatur, Theater und bildende Kunst beinhaltete. Ebenfalls brachte der Dadaismus neue Formen von Kunst hervor, wie die Aktionskunst (heute: Performance). Hier gäbe es natürlich noch viel mehr Beispiele von Epochen und Kunststilen, die anarchistische Ideen beinhalten (Expressionismus, Surrealismus, art brut, usw.). Es gab und gibt sehr viele KünstlerInnen die stilistisch absolut nichts gemeinsam haben, sondern sie besitzen ein ähnliches Kunstverständnis, sie verband dieses Kunstverständnis, dessen Ausgangspunkte Freiheit, Experiment und Revolte sind, was hat z.B. John Cage (Komponist und Künstler) mit einem Anarcho-Polit-Punk-Sänger gemeinsam? Sicher nicht die Musikrichtung. Und doch haben beide eine ähnliche Vorstellung einer anarchistischen Gesellschaft.

Wie schon erwähnt gibt es keine anarchistische Kunstrichtung. Viel eher gibt es eine Lebensart als Kunst. Anarchismus als Kunst selber, sozusagen. Das leben wird in einer allumfassenden Bedeutung zu einem Kunstwerk. Das heißt natürlich nicht, eine Kultur die abhängig von Trend, Geld, Lebensstil und Stellung in der Gesellschaft ist. Vielmehr wird im anarchistischen Sinne eine Kultur angestrebt, die von Staat und von den oben genannten Punkten unabhängig geführt wird. Dies bedeutet auch ein Ausbrechen aus den Kunstpalästen wie Museen, Theatern usw. Die Grenzen zwischen Kultur und Alltag sollen gesprengt werden! So würden auch die Grenzen in allen Lebensbereichen, wie Kommunikation, Alltag, Spontanität, Kreation sich allmählich aufheben, was natürlich auch ein Ziel des Anarchismus ist.

In anarchistischen Kreisen gab es immer wieder solche Ansätze: z.B. die bekannte KünstlerInnen-Kolonie “monte verita” (“Berg der Wahrheit”, im Tessin) deren Höhepunkt vor dem ersten Weltkrieg war. Da lebten gemeinsam KünstlerInnen, PhilosophInnen, RevolutionärInnen und ArbeiterInnen. Die Siedlung war von kommunitären und anarchistischen Gedanken geprägt. Auch der berühmte Bakunin (russischer Anarchist) lebte einige Zeit in dieser Siedlung. Einige nannten “monte verita” ein verkleinertes Abbild einer anarchischen Gesellschaft (anarchisch: anarchistisch in der Struktur, jedoch nicht politisch). Aktuellere Beispiele sind die besetzten Häuser, Wohngemeinschaften und autonom organisierte Kulturräume, wo Lebensraum, Kunst und Kultur zu einem verschmelzen.

Aktuelle anarchistische Kultur

Herby Sachs aus Deutschland versuchte einmal Anarchismus und Kultur so zu beschreiben: “Ihre Ausdrucksform und Inhalte entstehen meist aus einem Zusammenhang von Phantasie und einer Opposition gegen die herrschenden Zustände”. Und wo bleibt diese anarchistische Kultur? Wenn mensch sich einmal umschaut, sind vielleicht da und dort Ansätze vorhanden, jedoch gibt es derzeit so gut wie keine anarchistische Kultur. Kunst als Sand im Getriebe? Wo gibt es die?

Waren in der 68-er Bewegung und auch zum Teil noch in der Punk-Blütenzeit die Menschen noch begeisterungsfähig für solche Kultur, sieht es heute schon eher düster aus. Leider ist es dann oft noch so, dass die wenigen, die sich zur anarchistischen Kultur zählen, in Dogmen verfallen. Von Konstruktivität und Offenheit ist dann sehr wenig zu spüren. Spießertum bei Punks, Autonomen und HausbesetzerInnen ist nicht selten anzutreffen. Dies trifft natürlich nicht auf alle zu, aber…

Folklore und Techno kann genauso anarchistisch sein wie Free-Jazz und Klassik. So ist es höchste Zeit aus diesen Gettos herauszukommen. Das Hauptproblem liegt daran, dass die “soziale Marktwirtschart” nur daran Interesse hat, all diese Richtungen zu vermarkten. Diese verschiedenen Kulturrichtungen, die ursprünglich sehr kreativ waren, werden zum Trend, werden aufgebauscht, damit die Kassen voll sind. Aus Punk wird Mode, aus Spaßguerilla werden Theaterinszenierungen, aus Hausbesetzungen wird “schöner wohnen”. Hip Hop wird zum Dauerrenner bei Mtv, Techno wird durch bunte Kleider und pseudophilosophischen Nicht-Inhalten von der etablierten Propaganda zum Mega-Hype.

Anarchistische Kultur sollte nicht zur Harmonisierung der bestehenden Herrschaft beitragen, sondern einen Gegenpol setzen. Gedanken von Hoffnung, Kreativität, Verweigerung und sozialem Engagement sollten eine wichtige Rolle dabei spielen.

So düster es aussieht mit der anarchistischen Kultur, so sieht es auch in der anarchistischen “Bewegung” aus. Die meisten libertären Ideen wurden ins System der Marktwirtschaft eingebunden, vermarktet oder totgemacht. Trotzdem erschient mir der Anarchismus als Idee und Struktur die einzig mögliche Alternative zur weltweit bestehenden Herrschaft von Mensch über Mensch und Natur. Der Anarchismus muss sich neu orientieren und neue Modelle entwickeln um sich durchsetzen zu können.

Aus: “ROMP” Nr.13, Herbst 96

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