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Autonomer Antifaschismus – ein kurzer historischer Abriss

Nach der StudentInnen-Revolte von 1968 sind antifaschistische Aktionen und Initiativen gegen alte und neue Nazis in der BRD vor allem geprägt und organisiert von der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN), Teilen der Friedensbewegung und kommunistische Gruppen und Grüppchen (den so genannten K-Gruppen).

Traditioneller Antifaschismus

Eine Facette, den so genannten traditionellen Antifaschismus, verkörpert die Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes. Die VVN wird im Jahre 1947 von ehemaligen kommunistischen, sozialdemokratischen und parteilosen WiderstandskämpferInnen gegründet. Das Ziel ist, eine Organisation zu schaffen, die die Erinnerung an das nationalsozialistische Regime und den Widerstand dagegen wach halten soll. Mit der Parole “Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!” tritt die VVN gegen Neonazis ebenso an wie gegen die Wiederbewaffnung oder die Stationierung von Atomwaffen.

Um sich der Jugend zu öffnen, bestimmt die von der VVN Ende der 70er Jahre eine Namensänderung und trägt fortan den Namen VVN/Bund der Antifaschisten (VVN/BdA).

Die VVN/BdA, deren Inhalte hauptsächlich von der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) bestimmt werden, sieht sich in ihrer antifaschistischen Tradition als Wahrerin des Grundgesetzes und hält so einen streng legalistischen Kurs. Das beinhaltet zum Teil auch die Verurteilung militanter Aktionen gegen Neonazis.

Der Antifaschismus der K-Gruppen

Für die K-Gruppen – die verschiedenen kommunistischen Gruppen, die aus der 68er Revolte hervorgegangen sind – spielt die antifaschistische Arbeit immer nur eine untergeordnete Rolle. Dennoch sind Mitglieder von K-Gruppen in den 70er Jahren diejenigen, die bei Aufmärschen oder Treffen von Neonazis am konsequentesten agieren. Im Unterschied zur VVN/BdA berufen sich die K-Gruppen nicht auf das Gewaltmonopol des Staates. Somit gehört für sie in der antifaschistischen Praxis Militanz zu den Mitteln gegen Neonazis.

Gegen das verstärkte Auftreten faschistischer Organisationen, Parteien und Gruppierungen entstehen in den 1970er Jahren vermehrt antifaschistische Gruppen, Initiativen und Arbeitskreise aus den unterschiedlichsten Spektren. KommunistInnen und SPD-Mitglieder sind dabei ebenso vertreten wie Leute aus der Friedensbewegung oder den Jugendzentrumsinitiativen. Der kleinste gemeinsame Nenner ist das Eintreten gegen faschistische Gruppen in der BRD. Es existiert zu dieser Zeit weder eine einheitliche Theorie über Ursachen und Wirkung des Faschismus noch über die im antifaschistischen Kampf angewandten Mittel.

Für die in Abgrenzung zu den K-Gruppen entstandenen “Spontis” – Kleingruppen undogmatischer Linker, meist AnarchistInnen – gehört jedoch zu dieser Zeit der direkte Angriff gegen Neonazis bereits zur alltäglichen Praxis, wobei sich diese Auseinandersetzungen meist auf “Straßenschlägereien” reduzieren und oftmals kurzfristig und unvorbereitet stattfinden.

Anfang der 80er Jahre treten in Abgrenzung zur Punkszene erstmals faschistische Skinheads in der BRD auf. Sie agieren auf Konzerten, in Stadien (oft in trauter Eintracht mit Hooligans) und greifen auf der Straße Leute mit bunten Haaren an. Des Weiteren stellen die Skinheads seit dieser Zeit das Fußvolk für neofaschistische Parteien und Gruppen dar, erste “Glatzen” treten auch Neonazi-Gruppen wie der “Aktionsfront Nationaler Sozialisten” oder der “Taunusfront” (Mitte 80er) bei.

Aus dieser neuen Situation heraus und aus den oben genannten Initiativen, Gruppen und Grüppchen entwickelt sich Anfang der 80er Jahre der autonome Antifaschismus, der jedoch im Gegensatz zu anderen autonomen Teilbereichskämpfen – wie zum Beispiel Anti-AKW – nicht auf einer breiten Bewegung basiert. Vielmehr sind es Cliquen von Jugendlichen, die aufgrund der Forderung nach selbst bestimmten Jugendräumen und -zentren und dem Propagieren eines selbst bestimmten Lebens immer wieder in Konfrontationen mit Neonazis kommen. Die ersten “autonomen” antifaschistischen Gruppen entstehen – die Vorläufer der heutigen Antifa. Zudem beinhaltet die antifaschistische Arbeit als Teilbereich der autonomen Szene ein Eigenleben, das es auch Leuten mit praxisorientiertem Anspruch jenseits von Theorie- und Identitätsdebatten ermöglicht, politisch aktiv zu werden.

Beginnende Vernetzung und militante Aktionen

Zu dieser Zeit entstehen auch mehrere regionale Antifa-Treffen, mit dem Ziel die Antifa-Bewegung zu vernetzen und somit zu verstärken. Vor allem in Norddeutschland können in den 80ern durch öffentlichkeitswirksames und militantes Vorgehen gegen Nazis und Neonazis Erfolge gegen deren Infrastrukturen erzielt werden.

Von Ende 1983 bis 1985 stellt der Antifaschismus ein Hauptbetätigungsfeld der Autonomen dar. Es kann fast kein Nazi-Treffen, -Parteitag oder -Aufmarsch stattfinden, ohne dass von autonomer Seite dagegen mobilisiert und vorgegangen wird.

Vor allem der militante Angriff auf den im niedersächsischen Fallingbostel am 1. Oktober 1983 stattfindenden NPD-Parteitag stellt einen Scheidepunkt in der antifaschistischen Politik dar. Militanz stellt sich als eine erfolgreiche Kampfform gegen FaschistInnen dar und als ein Mittel für autonome AntifaschistInnen, sogar Einzug in die bürgerlichen Medien zu finden. In der folgenden Diskussion zu den Aktionen in Fallingbostel gehen die Positionen von K-Gruppen und autonomen AntifaschistInnen zum Teil weit auseinander.

Der bereits vorher vollzogene Bruch zwischen “den Autonomen” und den dogmatischen K-Gruppen markiert einen Höhepunkt der autonomen Bewegung in der BRD. Die Betätigungsfelder der Autonomen – Hausbesetzungen/Stadtteilpolitik, Anti-AKW, Widerstand gegen die Startbahn-West des Frankfurter Flughafens und antifaschistische Politik – stehen oftmals im Mittelpunkt bürgerlicher Berichterstattung, wenngleich es meistens um das militante Vorgehen der von der Presse so titulierten “Chaoten” und “Reisedemonstranten” geht.

Günter Sare – einer von uns

Am 28. September 1985 rufen AntifaschistInnen zur Verhinderung einer Veranstaltung der NPD in Frankfurt am Main auf. Nach kleineren Auseinandersetzungen mit der Polizei, die die Faschisten wie immer von den GegendemonstrantInnen abschirmt, wird der 36-jährige Antifaschist Günter Sare von einem Wasserwerfer umgespritzt und überfahren. Noch in der gleichen Nacht kommt es zu ersten Anschlägen und einer Spontandemonstration in Frankfurt. In den folgenden Tagen kommt es in der gesamten BRD zu militanten antifaschistischen Aktionen und Demonstrationen zum Tod von Günter (unter anderem in Stuttgart, Karlsruhe, Tübingen, Freiburg, Nürnberg, Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin). Die Unruhen dauern über eine Woche. In Frankfurt selbst kommt es jeden Abend zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

In der folgenden Zeit setzt sich die autonome Szene verstärkt mit dem Thema Faschismus auseinander. Nach einigen erfolgreichen Aktionen, wie z.B. der Belagerung des Anwesens des Neonazi-Ehepaars Müller in Mainz-Gonsenheim, kommt es auch in Süddeutschland zur Bildung eines Antifa-Bündnistreffens: das süddeutsche Antifa-Treffen (10.11. Mai 1986). Als Folge der daraus resultierenden Mobilisierungsfähigkeit über das gesamte Bundesgebiet kann der erste Bundesparteitag der Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei (FAP) in Stuttgart am 7. Juni 1986 empfindlich gestört werden – viele Nazis kommen gar nicht oder nur verletzt zu ihrem Parteitag.

Kurze Zeit später (1988) lösen sich die bundesweiten Strukturen jedoch wieder in Wohlgefallen auf.

Pogrome von Rostock, Hoyerswerda, Mannheim-Schönau Anfang der 90er Jahre

Nach dem Anschluss der DDR an die BRD 1990 ist ein gesamtgesellschaftlicher Rechtsruck in der BRD zu verzeichnen, der mit einem starken Anwachsen der Neonazi-Bewegung und einer Eskalation rassistischen, faschistischen Terrors verbunden ist. Von 1989 bis 1993 werden über 30 Menschen durch Übergriffe von Neonazis ermordet. Pogrome wie die von Hoyerswerda, Rostock und Mannheim-Schönau und die Morde von Mölln und Solingen, um nur einige zu nennen, führen dazu, dass viele Antifa-Gruppen regen Zulauf erhalten, neue Gruppen und Vernetzungstreffen entstehen. Dieser Schub aufgrund der aktuellen Situation ebbt jedoch mit der Zeit wieder ab. Viele Betroffenheitsantifas bleiben nicht lange dabei und nehmen die Zeit in der Antifa als Teil der Jugend mit in ihre Biographie.

Bundesweite Organisierung/Organisation

Die Autonome Antifa (M) Göttingen entwickelt Anfang der 1990er Jahre ein “Diskussionspapier zur autonomen Organisierung”. Auf darauf folgenden Treffen autonomer antifaschistischer Gruppen werden die unterschiedlichen Ansätze und Herangehensweisen der verschiedenen Zusammenhänge und Gruppen deutlich. Vor allem die Fragen um Ausrichtung und Form einer Organisation stellen die zentralen Streitpunkte dar. Einige Gruppen ziehen sich aus der Diskussion zurück. Aus diesen bundesweiten Zusammenhängen geht später das Bundesweite Antifa-Treffen (B.A.T.) hervor. Das B.A.T. ist überwiegend ein Koordinierungs- und Informationstreffen, ein loser Zusammenschluss, auf dem hauptsächlich der Anti-Nazi-Kampf eine Rolle spielt.

Elf Antifa-Gruppen aus dem ganzen Bundesgebiet gründen im Juli 1993 die Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation (AA/BO). Im Gegensatz zum B.A.T. ist die AA/BO in den 90er Jahren bundesweit eher wahrnehmbar. Mit medienwirksamen Aktionen, Kampagnen, Plakaten und Flugblättern prägt die AA/BO – beziehungsweise die Mitgliedsgruppen – bis in die heutige Zeit einen gewissen “Stil” antifaschistischer Aktionen.

Die AA/BO führt nach wie vor Aktionen von bundesweiter Relevanz durch (Mobilisierung zum revolutionären 1. Mai in Berlin oder zur Gedenkdemonstration für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht). Auch kommen aus ihren Reihen immer wieder Anstöße zur Organisierungsdebatte und Einschätzungen zur Situation der radikalen Linken in der BRD. Von einer Organisation im eigentlichen Sinne war die AA/BO jedoch weit entfernt. 2001 nach einem bundesweiten Antifakongress löst sich die AA/BO auf.

Regionaltreffen

Größere Bedeutung muss zurzeit jedoch den zahlreichen Regional- und Landesbündnissen beigemessen werden. So existieren in den verschiedenen Bundesländern Antifa-Bündnistreffen, wie im Süden zum Beispiel in Bayern und Baden-Württemberg. Hier werden Aktionen koordiniert und auch gemeinsam geplant und durchgeführt. Allerdings gehen die Treffen über einen Anti-Nazi-Konsens oftmals nicht heraus. Die Arbeit zu anderen linksradikalen Themen (wie z.B. politische Gefangene, ZwangsarbeiterInnen, Internationalismus, Anti-Militarismus) liegt in den Bereichen einzelner Mitgliedsgruppen.

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