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	<title>Die Gruppe MD &#187; Australien</title>
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		<title>Anarchismus in Neuseeland &#8211; 1982</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 15:44:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[Punk]]></category>
		<category><![CDATA[Syndikalismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Anarchismus in Neuseeland kann bis in die jüngste Vergangenheit hinein kaum als eine eigenständige Bewegung bezeichnet werden. Sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht empfing er überwiegend durch europäische Immigranten weitertreibende Impulse, die deutliche Parallelen zum angelsächsischen Anarchismus aufweisen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-208"></span><em>Trafik # 7, Herbst 82</em></p>
<p>Der Anarchismus in Neuseeland kann bis in die jüngste Vergangenheit hinein kaum als eine eigenständige Bewegung bezeichnet werden. Sowohl in theoretischer als auch in praktischer Hinsicht empfing er überwiegend durch europäische Immigranten weitertreibende Impulse, die deutliche Parallelen zum angelsächsischen Anarchismus aufweisen. Der folgende Überblick, dessen Oberflächlichkeit das mangelnde historische Interesse der neuseeländischen Genossen offenbart, lässt zwar viele Fragen offen, vermittelt jedoch einige anschauliche Eindrücke.</p>
<p><strong>1900-1965</strong></p>
<p>Seinen Weg nach Neuseeland fand der Anarchismus zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst über einige Immigranten« die als Mitglieder der &#8220;lndustrial Workers of the World&#8221; umfangreiche Aktivitäten entfalteten. So war diese unionistische Strömung in den ersten beiden Jahrzehnten die treibende Kraft der militanten Gewerkschaftsbewegung. Der Gründung der ersten IWW &#8211; Gruppe in Christchurch 1908 folgte alsbald die einer in Auckland. Während des Generalstreiks 1912- 13 waren hier besonders Tom Barker und J.B. King aktiv. Von ihrer Wochenzeitschrift &#8220;lndustrial Unionist&#8221; verkauften sie zu dieser Zelt tausende von Exemplaren. Nach der Niederschlagung der Streikbewegung wurden 1913 beide ausgewiesen. Tom Barker starb später in Bigland. J.B. King kehrte nach einigen Jahren aus Sidney zurück, um wieder für die IWW aktiv zu werden. Auf der 1. Mai-Demonstration 1932 sprach er in Wellington zur Verteidigung von Sacco und Vanzetti. Unterstützt wurden die Aktionen der IWW-Gruppen von einigen Anarcho-Syndikalisten. Zwar bestanden schon 1912 in Wellington und in den 30er Jahren in Auckland kleine anarcho-syndikalistische Gruppen, doch erst 1951 zeitigte ihre rege Propaganda unter den neuseeländischen Arbeitern eine gewisse Wirkung. So war Jock Barnes, einer der führenden Syndikalisten dieser Zeit, der Anführer des Waterfront-Streiks.</p>
<p>Wichtige Anregungen empfing die anarchistische Bewegung Neuseelands natürlich auch durch zahlreiche Flüchtlinge, die nach der Niederschlagung des libertären Spaniens hierhin auswanderten. Einer der Aktivsten von ihnen war der deutschstämmige Werner Droscher, . der unentwegt für die freiheitlichen Ideen kämpfte, obwohl er sich selbst stets nur als einen &#8220;einsamen Anarchisten&#8221; bezeichnete.</p>
<p><strong>&#8230;und heute&#8230;</strong></p>
<p>Gegenwärtig zeichnen sich im neuseeländischen Anarchismus vier Hauptströmungen ab:</p>
<ol>
<li> Straßenkultur;</li>
<li>Nicht-ideologische Gemeinschaften;</li>
<li>Protestbewegung;</li>
<li>Anarchos.</li>
</ol>
<p>1. Die Straßenkultur- Gruppen machen insbesonders durch das Sprühen von Graffitis, wie &#8220;Fuck the State&#8221;, durch Demonstrationen vor dem Arbeitsministerium und den Arbeitsämtern, durch Schlägereien mit der Polizei und durch das Hochjubeln von Kneipenbands, wie den Punks &#8220;Desperate Measures&#8221;, auf sich aufmerksam. So hat jetzt in Christchurch eine Gruppe von Geschäftsleuten eine Belohnung von 800 $ für die Überführung von Graffiti &#8211; Sprühern ausgesetzt und zugleich wurde zur Beseitigung der Graffitis ein neuer Job geschaffen. In Auckland stammen die meisten der neuen Graffitis von Leuten der &#8220;Black Uhity&#8221;. Doch im Grunde genommen benennt diese Jugendbewegung nur das, wogegen sie ist &#8211; den Staat, die Arbeit, die Polizei &#8211; und hat nur begrenzte Vorstellungen von dem, wofür sie ist; ohne jeden Bezug zu lokalen anarchistischen Traditionen. Interessant ist noch, dass das a im Kreis ein sehr beliebtes Symbol des Widerstandes in den Schulen ist.</p>
<p>2. Die Solidaritätsgruppen haben ihre Wurzeln in der Hippy- Philosophie der frühen 70er Jahre. An vielen Orten arbeiten ländliche Gemeinschaften als Zusammenschlüsse von Kleinbauern und Handwerkern, die miteinander Handel treiben und Dope anbauen. In den Städten bestehen einige Kooperativen, wie in Christchurch &#8220;The Whanau Trust&#8221;, die zwei Geschäfte, Gärtnereien und Werkstätten betreibt.</p>
<p>3. Die Protestbewegung richtet sich vor allem gegen die Gefahr eines Atomkrieges und setzt sich für die Rechte der Eingeborenen Maoris ein. Zwar kommen hier antiautoritäre Ideen zum Ausdruck, doch zumeist werden sie überlagert von Fühhrungsansprüchen, leninistischen Ideen und separatistischen Tendenzen in vielen Aktionen. Im Gegensatz zu den weißen patriarchalischen Kommunisten, die in Wellington vorherrschend sind, bestimmen in Auckland die autonomen militanten Schwarzen und Frauen diese Aktionen. Hier stehen gegenwärtig die schwarzen nationalistischen Frauen in der vordersten Reihe der antirassistischen Bewegung. In allen vier großen Städten gibt es Frauenbuchläden und &#8220;Brickbumers&#8221; anarchistische und feministische Broschüren verkaufen sich sehr gut.</p>
<p>4. Anarchos sind jene Leute, die sich selbst als Anarchisten bezeichnen. In Auckland widmen sich einige musikalischen Aktivitäten. &#8220;lancaster Publishing&#8221; bringt Gedichte und. Kassetten heraus. Hier lebt auch Wayne Times, der Autor von &#8220;Don&#8217;t Pay Taxes&#8221; und &#8220;How to Survive in Suburbia&#8221;. In Anbetracht des Umfangs an Aktivitäten von Schwarzen und Frauen in der größten Metropole Neuseelands ließe sich eigentlich ein Aufblühen der anarchistischen Bewegung erwarten, doch dem ist nicht so. Seit seiner Blütezeit Mitte der 70er Jahre hat sich der Anarchismus aus Auckland fast völlig verflüchtigt und die meisten Aktivisten wanderten nach Australien und London aus. Aber es bestehen gute Aussichten auf ein baldiges Wiedererwachen.</p>
<p>In Wellington beschäftigt sich eine junge, punk-orientierte Gruppe mit Straßenkultur Aktivitäten, Filmemachen und Anti-Atom-Aktionen. Von dort kommen auch die Zeitschriften &#8220;Fascism &amp; Boredom&#8221; und &#8220;Black out &#8220;. Nicht selten sind diese Aktiven die Opfer von Ausschreitungen der Polizei. Ältere, politisch aktive, Leute scheinen hingegen stärker von führerschaftlichen Tendenzen beeinflusst zu sein, so dass sie ihre Aktivitäten eher auf das Parlament und die Gemeindebehörden ausrichten. In Christchurch, das liebevoll auch Smogland genannt wird, wurde kürzlich ein Druckladen mit einer A-3-Offset-Maschine,einem Layout- und Filmstudio, einer Dunkelkammer und Werkstatt eröffnet. Hier werden eine Buchreihe, die &#8220;Blackmail&#8221;, Plakate und die lokalen &#8220;South-East-News&#8221; gedruckt. Trotz unregelmäßiger Treffen bestehen unter den Genossen enge Kontakte. Die Verschiedenartigkeit der mitarbeitenden Persönlichkeiten lasst viele neue Ideen und Energien einfließen, die sich alle im Spektrum der anarcho-kommunistischen Ideologie bewegen. Ihre Arbeit bezieht sich hauptsächlich auf lokale Erscheinungen und Ereignisse. Der Kontakt zu überseeischen Gruppen und auch die Beschaffung und Verbreitung von Literatur sind gut organisiert.</p>
<p>Während zwar einerseits die Zahl der sich &#8211; selbst &#8211; erklärten Anarchisten in Neuseeland ziemlich gering und exklusiv ist, bestehen andererseits doch gute Voraussetzungen für zukünftige Aktivitäten. Eine anhaltende Unzufriedenheit mit der Regierung und der Wirtschaft ist weitverbreitet, und die verschiedensten Proteste und Streiks während des vergangenen . Jahrzehnts vermochten eine Kampftradition mit vielen antiautoritären Momenten zu begründen.</p>
<p><em><strong>&#8221;Tu Kana te manu kia rere Christchurch, New Zealand&#8221; </strong></em></p>
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		<title>Anarchismus in Australien</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 15:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus]]></category>
		<category><![CDATA[Australien]]></category>
		<category><![CDATA[FAA]]></category>
		<category><![CDATA[LSF]]></category>

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		<description><![CDATA[Das größte Hindernis für eine intensive Kooperation zwischen den einzelnen Gruppen sind zweifellos die beträchtlichen Entfernungen auf dem australischen Kontinent. Die daraus resultierende Isolation begünstigt nicht nur eine gewisse ideologische Verhärtung in den Gruppen der verschiedenen Städte, sondern erschwert auch die notwendige Kommunikation und Kooperation zwischen ihnen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-197"></span><em>Übersetzung aus: Freedom 26.Juni 1982 Vol.43 Nr. 12 Trafik # 11, Januar 84</em></p>
<p><strong>DIE SPALTUNG 1976</strong></p>
<p>Die zweite Konferenz der FAA im Juni 1976 in Melbourne stellte einen weiteren Wendepunkt für den organisierten Anarchismus in Australien dar, denn sie führte zur endgültigen Spaltung zwischen den carnival und serious Anarchisten. Eigentlich beabsichtigten die aus Sydney, Melbourne, Canberra und Adelaide angereisten 350 Genossen, eine libertär-syndikalistische Organisation zu gründen, doch kam dieser Versuch einer Annäherung an die Arbeiterbewegung nur mühsam in Gang und schließlich wurde die Libertarian Socialist Federation ins Leben gerufen. An den ersten beiden Tagen störte eine Gruppe von Chaoten aus Sydney fortwährend durch Provokationen die Konferenz; sie brüllten jede ernsthafte Diskussion nieder und beschimpften alle, die sich um einen geordneten Konferenzablauf bemühten, als Sozialfaschisten. Diese Minderheit lehnte grundsätzlich jegliche Form der Organisation ab.</p>
<p>Besonders heftig gerieten die Genossen unter Beschuss, die sich dafür einsetzten, dass sich die anarchistische Bewegung wieder den Gewerkschaften zuwenden sollte. Ihnen wurde vorgehalten, den Konservatismus der Arbeiterklasse zu ignorieren. Doch die serious Anarchisten blieben bei ihrem Standpunkt, der von einer umfassenden Analyse des bestehenden Wirtschaftssystems und der enormen &#8220;Kraft der Arbeit&#8221; ausging. Sie argumentierten, dass ein fundamentaler Wandel ohne Gewerkschaftsarbeit und ohne die Entwicklung einer autonomen Arbeiterbewegung, die die Leute zur Selbstverwaltung von Wirtschaft und Gesellschaft anleitet, unumgänglich ist. Dies bedeutet durchaus nicht, dass der Konservatismus der Arbeiterschaft geleugnet wird, sondern, dass sich die Anarchisten der Bekämpfung dieser rückschrittlichen Tendenzen stellen.</p>
<p>Diese Auseinandersetzungen gipfelten im Auszug der serious Anarchisten, die ihre Diskussionen nun im Haus eines Genossen fortsetzten. Sie besprachen das Scheitern der Konferenz, die Lage der einzelnen anarchistischen Gruppen in den Bundesstaaten und die Fehler der FAA und mussten schließlich feststellen, dass die Ablehnung des Staates als einzige Grundlage für eine geeinte anarchistische Bewegung nicht ausreicht. Trotz der Trennung der LSF von der FAA erklärten sie sich weiterhin zur Diskussion und Zusammenarbeit mit FAA &#8211; Mitgliedern bereit.</p>
<p>Nach dem Abgang der LSF-Genossen bekannten sich trotzdem die Zurückgebliebenen weiterhin zu den alten allgemeinen Prinzipien der FAA: das Ziel aller anarchistischen Gruppen ist die Aktion; entscheidend ist ,ob eine Gruppe ihre Ideen in Aktionen umsetzt, gleich ob im gesellschaftlichen oder privaten Leben; alle Anarchisten sollen auf pragmatischer Basis zusammenarbeiten; das Konzept des Anarchismus verlangt die gleichzeitige politische und persönliche Befreiung; die FAA unterstützt aktiv die anarcho-syndikalistische Bewegung und ihre Aktivitäten; die FAA hält an der Einheit von Praxis und Theorie fest.</p>
<p>Diese Spaltung hatte weitreichende Folgen für die SAG, die sich nun einige Zeit lang mit den Sydney Chaotists herumzuschlagen hatte, so auf einer, kurze Zeit später stattfindenden, Konferenz über Politische Ökonomie. Zur gleichen Zeit bereiteten die Mitglieder der LSF in Melbourne und Sydney den Aufbau des Jura Literature Service vor.</p>
<p><strong>DIE ZUSAMMENBRÜCHE I.</strong></p>
<p>Die FAA werkelte noch einige Zeit vor sich hin, bis sie nach ihrer Konferenz im Januar 1977 in Brisbane endgültig zerbrach. Dagegen hatte sich schon zwei Jahre zuvor in Brisbane eine zweite anarchistische Gruppe, die Learning Exchange/Friends of the Earth, zusammengefunden. Der LSF schlossen sich derweil mehrere Gruppen aus Adelaide, Melbourne und Sydney an. Auf der letzten Konferenz der FAA konnten ihre anwesenden Mitglieder aus Brisbane, Sydney und Melbourne nur noch das Siechtum ihrer Organisation feststellen. In allen drei Städten waren die Aktivitäten der Genossen stark zurückgegangen. Lediglich in Sydney beteiligten sich einige Anarchisten an Hausbesetzungen und in Melbourne bestand nur mehr an der dortigen Universität eine kleine Gruppe. Die LSF überlebte zwar die FAA um einige Zeit, doch nach mehreren Delegiertentreffen ereilte auch sie noch 1977 der Tod. Von ihr blieben nur in Melbourne zwei Gruppen übrig, die La Trobe Anarchists, die sich für den Jura Literature Service engagierten, und das Libertarian Socialist Collective, eine Diskussionsrunde, die sich um eine seit 1976 erscheinende Zeitschrift sammelte.</p>
<p><strong>JURA LITERATURE SERVICE</strong></p>
<p>Von seinen bescheidenen Anfängen im Juni 1976 an entwickelte sich der JLS beständig. Im Wesentlichen war er eine Föderation von drei Gruppen aus Melbourne, Sydney und Adelaide ,die sich darauf konzentrierte, anarchistische Literatur aus Obersee einzuführen, zu verteilen und zu verkaufen.</p>
<p>Die JLS-Gruppe in Sydney bezeichnete sich selbst als anarcho-syndikalistisch orientiert und widmete sich vorrangig der Verbreitung schwierig zugänglicher anarchistischer Literatur, die sie an den drei Universitäten und am Domain (Sydneys Speakers Corner) verkaufte. Darüber hinaus initiierte sie mit Plakaten und Flugblättern eine Mayday &#8211; Kampagne, die jedoch infolge langwieriger Diskussionen alsbald im Sande verlief. Nachdem sich im Jahre 1977 mehrere neue Genossen der Gruppe anschlossen, konnte sie im August ihren Jura &#8211; Bookshop eröffnen, der trotz fortwährender finanzieller Schwierigkeiten immer noch besteht.</p>
<p>Die anderen Gruppen des JLS waren nicht so erfolgreich. In Adelaide wurde schon bald der Buchvertrieb wieder eingestellt, wahrend sich in Melbourne der von den La Trobe Anarchists getragene Buchladen an der Universität weiter halten konnte.</p>
<p><strong>DIE ZUSAMMENBRUCHE II.</strong></p>
<p>Die Zwischenzeit, in der es keine Konferenzen zu stören gab, nutzten die carnival Anarchisten dazu, sich mit Wandmalereien zu beschäftigen, eine Gefangenenhilfe aufzubauen und gelegentlich situationistisch geprägte Aktionen zu machen. Die bekannteste dieser Aktionen war sicherlich das Drucken und Verteilen von Freikarten für ein Konzert von Bob Dylan. Von ihrer Hausbesetzerzeitung &#8220;The Plague&#8221; erschienen jedoch nur zwei Ausgaben und auch nur eine eines Magazins mit Berichten über australische und Internationale anarchistische Kämpfe.</p>
<p>Nach der Spaltung 1976 bestanden kaum noch Kontakte zwischen Jura Books und den carnival Anarchisten, die sich zwar noch bis 1979 im Hauserkämpf stark engagierten, nach dem Tod ihres aktivsten Agitators Ken Hauptman jedoch rasch verstreuten.</p>
<p><strong>DER AUFSCHWUNG 1978</strong></p>
<p>Die bemerkenswerteste Initiative war 1978/79 die Gründung der Socialist Alliance for Self-Managed Energy Systems durch sechs anarchistische Gruppen aus vier Bundesstaaten. Sie veranstaltete mehrere Delegiertenkonferenzen, erarbeitete ein Positionspapier zum Uranabbau und zur Atomenergie und druckte zwei Plakate. Das größte Hindernis für eine intensive Kooperation zwischen den einzelnen Gruppen sind zweifellos die beträchtlichen Entfernungen auf dem australischen Kontinent. Die daraus resultierende Isolation begünstigt nicht nur eine gewisse ideologische Verhärtung in den Gruppen der verschiedenen Städte, sondern erschwert auch die notwendige Kommunikation und Kooperation zwischen ihnen. Desweiteren spielt das Maß an staatlicher Repression eine wichtige Rolle. Besonders in Queensland und Westaustralien, wo repressive, konservative Regierungen herrschen, nutzt die Polizei jede Gelegenheit, gegen die ortsansässigen Anarchisten vorzugehen. Demzufolge entwickelten die Gruppen in diesen Bundesstaaten ein starkes Sicherheitsbewusstsein in ihren Organisationen.</p>
<p>In Brisbane besteht, trotz einer existenzbedrohenden Krise im September 1981, der &#8220;Red and Black-Bookshop&#8221; auch weiterhin. Trotz einiger Spaltungen infolge persönlicher Reibereien gab es hier in den vergangenen zwei Jahren zumindest eine rege anarchistische Propagandatätigkeit, seit dem Juni 1980 erschienen fünf Ausgaben der &#8220;Brisbane Anarchist Newsletter&#8221; und einige Broschüren. In Melbourne gibt es auch weiterhin mehrere Gruppen: neben dem Jura Literature Service treffen sich regelmäßig an den drei Universitäten Anarchisten und seit 1980 die Libertarian Workers for a Self-Managed Society. Diese Gruppe betrieb fast zwei Jahre lang einen kleinen Buchladen, den Chummy Flemming Bookshop, der erst kürzlich schließen musste. Auch organisierte sie bereits mit viel Erfolg mehrere Veranstaltungen und machte eine Zeitung. Des weiteren geben noch zwei weitere Gruppen das &#8220;Treason Magazine&#8221; und das &#8220;925 street and work poetry magazine&#8221; heraus.</p>
<p>In Tasmanien, Südaustralien und im North Territory gibt es gegenwärtig keine anarchistischen Aktivitäten. Nur in Perth konnte sich das Perth Freedom Collective seit 1977 halten. Neben seiner Zeitung &#8220;News from Nowhere&#8221;, die regelmäßig erscheint und ausgesprochen professionell gemacht wird, betreibt sie seit 1979 ein libertäres Zentrum mit Buchladen. Zur Überwindung ihrer Isolation von den übrigen australischen Gruppen unternahmen die Genossen in Perth einen neuen Vorstoß zur Gründung einer Föderation der anarchistischen Gruppen, um so nach dem Scheitern der FAA wieder eine stärkere Kommunikationsbasis zu schaffen. In Sydney bestehen neben Jura Books verschiedene anarchistische Gruppen, eine Diskussionsrunde an der Universität, eine anarcho-feministische und eine IWW-Gruppe. Einige Genossen geben das anarchistische Punk-Photomagazin &#8220;Monty Miller Press&#8221; heraus. Derweil ergehen sich die carnival Anarchisten weiterhin in internen Rangeleien.</p>
<p><strong>JURA BOOKS</strong></p>
<p>Im August 1977 wurde in Sydney Jura Books vom JLS gegründet und wird seitdem von einem Dutzend von Anarcho-Syndikalisten getragen. In den ersten beiden Jahren beschäftigten sie sich vorrangig mit der Festigung ihrer Gruppenarbeit, ohne sich dabei auf eine spezifische theoretische Ausrichtung festzulegen. Erst in letzter Zeit verfassten sie ein Positionspapier mit den grundlegenden Prinzipien und Zielen ihrer Arbeit. Von Anfang an verfolgten sie vorrangig das Ziel, den Buchladen als einen Akt der Propaganda der Tat, als nicht profitorientiertes Unternehmen zu betreiben, demzufolge alle Unkosten durch Spenden beglichen und die Bücher zum Selbstkostenpreis verkauft werden. Jura Books ist gegenwärtig in Australien der größte Vertreiber englischsprachiger anarchistischer Literatur und sein Angebot umfasst seit neuestem auch anarchistische Bücher und Zeitschriften aus Spanien, Italien und Griechenland. Natürlich wirft die Kollektivarbeit auch manche Probleme auf und die umfangreichen organisatorischen Aufgaben im Buchversand und -laden lassen die Aktiven, zumal sie noch einem Full-Time-Job nach gehen müssen, kaum Zeit für weitere Aktivitäten in anderen Gruppen.</p>
<p>Im Haus der Jura Books sind noch eine Reihe weiterer Gruppen aktiv, eine anarcho- feministische mit ihrer seit 1979 erscheinenden Zeitschrift &#8220;Everything&#8221; und die Monty Miller Press, die bislang zwei Broschüren veröffentlichte: &#8220;Marxism an a free Society&#8221; von Marcus Graham und &#8220;The Methods of Anarcho-Syndicalism&#8221; von Rudolf Rocker. Auch ein Radio-Kollektiv bestand kurze Zeit, doch ohne tech-isch versierte Mitglieder zerfiel es alsbald. Des weiteren hat die IWW-Gruppe in Sydney ein kleines Büro im Jura Books Haus. Alle Gruppen arbeiten völlig autonom von einander.</p>
<p>Nach vierjähriger Arbeit ist Jura Books immer noch nur ein, lange nicht so wie angestrebt gesichertes Projekt, aber gegenüber dem im letzten Jahrzehnt- in Sydney Bestandenen ein großer Fortschritt. Es ist der entschlossene Aufbruch zu einer neuen anarchistischen Bewegung in Sydney und Australien.</p>
<p><em>Ihre Webseite ist hier erreichbar: <a href="http://www.zeta.org.au/~anarchie/jura/home.htm" target="_blank">http://www.zeta.org.au/~anarchie/jura/home.htm</a> </em></p>
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