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Der »Rasse« verpflichtet

Neonazifrauen haben’s schwer: Ihr »nationaler Feminismus« kollidiert mit der selbst auferlegten »völkischen Pflicht« zur Kinderaufzucht Ulla Jelpke

Nach dem Rausschmiß der ehemaligen Tagesschausprecherin und Talkshowmoderatorin Eva Herman aus der ARD-Talkshow »Johannes B. Kerner« hatten deutsche Neonazis einen neuen Star. Herman war schon seit Anfang 2006 immer wieder mit ihren kruden Thesen zum Nestbau als eigentlicher Bestimmung der Frauen im Fokus des Medieninteresses gewesen, nachdem sie ihr Buch »Das Eva-Prinzip – Für eine neue Weiblichkeit« veröffentlicht hatte. Im Herbst 2007 kam »Das Prinzip Arche Noah« hinzu. Die Autorin beklagt darin den Kindermangel in Deutschland und plädiert für eine strikte Rollentrennung von Mann und Frau als bestem Rezept zur Rettung der Familie. Eine reichlich wirre Äußerung Hermans bei der Vorstellung des Pamphlets führte dazu, daß ihr der NDR am 10. September 2007 die Zusammenarbeit aufkündigte. Sie hatte unter anderem erklärt: »Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde«. Der Applaus von Rechtsaußen ließ nicht lange auf sich warten: »Das deutsche Volk wird nur überleben, wenn es noch viele Frauen wie Eva Herman gibt, die sich endlich lösen und klar bekennen zu einem neuen (alten) Frauen- und Mutterbild«, hieß es etwa auf der Internetseite des NPD-Frauenverbandes.

Germanenesoterik

In der rechtsextremen Szene dominiert nach wie vor das Ideal der deutschen Frau als Mutter. So propagiert die »Gemeinschaft Deutscher Frauen« in Berlin ein mit Germanenesoterik und Waldorfschul-Anthroposophie angereichertes Frauen- und Familienbild. Der parteiunabhängige Verband, in dem NPD-Mitglieder mittlerweile dominieren sollen, betrachtet »unsere Mutterfrauen als Hüterin der nordischen Seele«. »Die Frau steht den seelisch-geistigen Bereichen am nächsten, aber nur dann, wenn sie in der Mütterlichkeit die heiligste und größte Vollendung sieht. Die Mütterlichkeit ist in der nordischen Seele am herrlichsten ausgeprägt, im Wissen um die Lebendigerhaltung des Geschlechts.« Frauen seien den Männern »gleichwertig«, aber nicht »gleichartig« – so wird ein starr festgelegtes Rollenbild aus heidnisch-germanischen Mythen abgeleitet. So sei der Platz der mütterlichen Frau als »Walterin des nie versiegenden Bornes deutschen Volksgutes« an der Seite des Mannes »mit seinem vorwärtsdrängenden Kampfgeist, dem starren Willen, der dem Verstandesmäßigen entspringt«.

Der im September 2006 als offizieller NPD-Frauenverband gegründete »Ring Nationaler Frauen?« (RNF) verzichtet in seinen Veröffentlichungen auf derartige Germanentümelei: »Politik ist auch Frauensache«, gibt sich der RNF modern – um dann doch wieder der Frau den Platz am Herd zuzuweisen. Denn je mehr Frauen für ihren Lebensunterhalt arbeiteten, desto höher sei die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und desto niedriger das allgemeine Lohnniveau, argumentiert der RNF. Wenn er fordert, eine moderne Familienpolitik müsse Müttern und Kindern Zeit und Raum zur gesunden Entwicklung geben, denn letztere seien die leistungsstarke Generation von morgen, könnte das auch aus dem Programm der Unionsparteien stammen. Doch dahinter verbirgt sich die Sorge um das deutsche Volk. »Die Familie ist Keimzelle des Volkes und damit seine Lebensgrundlage«, führt Stella Hähnel, NPD-Bundesvorstandsmitglied aus Berlin und RNF-Sprecherin, in einer Presseerklärung vom 3. Dezember 2007 aus. Da die Kindererziehung der Verantwortung der Familien nicht entzogen werden dürfe, will die NPD den von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) befürworteten Krippenausbau stoppen.

Prominente »Verbündete«

Mit einem unter anderem vor einer Baby- und Hochzeitsausstattermesse verteilten Flugblatt propagiert die NPD ihre zentrale familienpolitische Losung »Müttergehalt statt Elterngeld«. Ausschließlich »deutsche Mütter« sollen ein sozialversicherungspflichtes Müttergehalt von 1000 Euro netto erhalten. Es solle als finanzielle Anerkennung der Leistung von Müttern dienen und »deutschen« Männern und Frauen Lust auf Kinder machen. Stella Hähnel freut sich im erwähnten Pressetext, daß die saarländische Linksparteipolitikerin Christa Müller, »die über die Medien im Volk recht gut wahrgenommen wird, die NPD-Forderung – wenn auch unfreiwillig – unterstützt«. Daran wie auch an den Äußerungen Eva Hermans zeige sich die »Verwurzelung von NPD-Vorstellungen im deutschen Volk«. Allerdings beklagt Hähnel, daß Müllers Erziehungsgehalt ab dem 4. bis zum 18. Lebensjahr »nur« noch 500 Euro monatlich betragen und »nur« bis zu fünf Kindern einer Familie zugestanden werden soll. Auch die von Müller befürwortete Kontrolle der »Erziehungsleistung« der Eltern durch Familienberater schmeckt der RNF-Frontfrau nicht.

Im RNF sind nach Angaben der Vorsitzenden und einzigen weiblichen NPD-Landtagsabgeordneten Gitta Schüssler 130 bis 150 Frauen aktiv. Sie kämen aus der Mitte der Gesellschaft, sind Studentinnen, Angestellte, Schülerinnen und Hausfrauen. Innerhalb der NPD? soll der Anteil der weiblichen Mitglieder bei rund 22 Prozent liegen. Eine Frauenquote gibt es erwartungsgemäß nicht. »Bei uns zählt das Leistungsprinzip. Jeder arbeitet da, wo er das meiste leisten kann«, erklärt Pressesprecher Klaus Beier. Offenbar haben die rechten Männer etwas gegen Frauen in Führungspositionen. So wurde die Ende 2005 als erste weibliche Landesvorsitzende der Partei gewählte Anja Zysk in Hamburg Anfang 2007 von ihrem Posten regelrecht weggemobbt und durch den Rechtsanwalt und Altkader der Szene Jürgen Rieger ersetzt. In einem offenen Brief beklagte Zysk, in der NPD hätten wohl einige ein Problem damit, einer Frau auf Augenhöhe zu begegnen. Ein Kamerad habe ihr gesagt, Frauen sollten Kinder kriegen und damit basta.

Noch rauher ist der Ton in den sogenannten Kameradschaften – frei nach einem Lied der Rechtsrock-Skinheadband Radikahl: »Weiber sind bei uns nichts wert / Auch wenn man sie nicht gern entbehrt.« Von Gleichberechtigung der Frauen sei keine Rede, berichten Aussteigerinnen. Sie seien bei Sauforgien »unter den Kameraden regelrecht weitergereicht worden«. Junge Frauen könnten zwar im Rahmen der Anti-Antifa linke Gegner ausspionieren oder Transparente tragen. Doch »irgendwann werden sie alle an ihre Pflicht erinnert und auf die Rolle als Mutter reduziert«.

Erstes Ziel »Rassenerhalt«

Dagegen regt sich zaghafter Widerstand. Insbesondere ostdeutsche »Kameradinnen« wollen als gleichberechtigte Kämpferinnen wahrgenommen werden. »Wir müssen uns endlich eingestehen, daß ein Frauenbild, das vor allem im Dritten Reich geprägt worden ist, nicht mehr in vollem Umfang vertretbar ist«, heißt es beim »Mädelring Thüringen«, einer der wenigen rein weiblichen »Kameradschaften«. Und weiter: »Wir können heute von keiner jungen Frau verlangen, daß ihre einzige Aufgabe darin besteht, die Mutterrolle zu übernehmen und sich aus allen gesellschaftlichen Belangen herauszuhalten, sprich nur Privatmensch darzustellen.« Der Aufruf des Mädelrings gipfelt in der Losung »Deutsche Frauen, wehrt euch – gegen das Patriarchat und politische Unmündigkeit! Nationaler Feminismus voran!«

Doch das zentrale Ziel der »Mädel« ist identisch mit dem ihrer Gleichgesinnten in der NPD: das Überleben der deutschen »Rasse« und »Nation«. So sieht der Mädelring in der Pille eine »neue Abtreibungswaffe« der »One-World-Mafia« (Neonazisynonym für die angebliche jüdische Weltverschwörung) zur Versklavung der Völker und fordert daher seine Kameradinnen zur Rückkehr zu natürlichen Verhütungsmitteln und einer »gesunden Familienplanung« auf, denn: »Es ist unsere völkische Pflicht, Kinder zu bekommen.«

Artikel erschien in der Beilage „feminismus“ der jungen Welt vom 20.2.08

Quelle: ulla-jelpke.de

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