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Ein 80jähriger US-Friedensaktivist erzählt

von James Lamb

— Z Magazine vom Dezember 2007

Jeden Freitag stehe ich zusammen mit 20 bis 30 älteren und jüngeren Freunden an einer geschäftigen Ecke der Stadt Claremont in Kalifornien. Wir halten Schilder hoch mit der Aufschrift ‚Bringt unsere Soldaten heim‘, ‚die Regierung ist unfair zu den Veteranen‘ oder ‚Ain’t Gonna Study War No More‘. Wir stehen hier seit fünf Jahren – wie amerikanische Bürger im ganzen Land.

Heute ist es selten, dass ein Autofahrer den Stinkefinger zeigt, uns als „Kommunisten“ beschimpft oder uns Älteren „geht heim!“ zuruft. Anfangs waren diese Erfahrungen schmerzlich, heute stimmt es mich traurig. Dass es immer seltener passiert, lässt mich hoffen und gibt mir Energie.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges war ich ein stolzes Mitglied des U.S. Navy Air Corps. Ich interessiere mich für das Wohlergehen der Veteranen und der Mitglieder des US-Militärs. Krieg, als Lösungsvorschlag für internationale Konflikte – reale oder eingebildete -, lehne ich hingegen ab. Wie meine wöchentlichen Mitstreiter an der Straßenecke kritisiere ich, dass wir es nicht geschafft haben, hier (in den USA) eine gerechtere Gesellschaft und eine weniger gewaltsame Kultur aufzubauen. Meine Überzeugungen sind das Ergebnis meiner religiösen Überzeugung, meiner Arbeit im Ausland und eines Lernprozesses, den ich Kollegen und meinen High-School-Schülern verdanke. Andere waren mir eine nachhaltige Inspiration – Jesus, Gandhi, Martin Luther King, Mandela, Dorothy Day, Dan Berrigan oder der „Friedenspoet“ Mattie Stepanek, der im Alter von 13 Jahren an Muskeldystrophie starb.

Nichts hat mich mehr beeinflusst, als der Besuch eines Veteranenheimes in New York während meiner Kindheit. Es war ein Heim für „permanente Bewohner“. Ich sah die deformierten Gesichter, die gebrochenen Seelen. Das Zweite, was ich nie vergessen werde, ist meine Erfahrung 1965 in Selma/Alabama, auf dem Höhepunkt der Bürgerrechtsbewegung. Ich war dort zusammen mit Hunderten anderer Volunteers (Freiwillige). Erfahrene afro-amerikanische College-Studenten sagten uns damals: „Falls ihr geprügelt und verflucht seid und nur mit Gewalt antworten könnt, könnt ihr nicht gemeinsam mit uns aufstehen und müsst heim“. Die meisten von uns sind geblieben. Es war ein Neubeginn für Amerika – und für mich. Ich begriff, dass es Zeiten gibt, in denen sich Bürger in aktivem, gewaltlosem Widerstand üben müssen – sonst wären wir nur dem Namen nach Bürger, nur potentielle Patrioten. Zweitens habe ich begriffen, dass die meisten von uns versuchen, mitfühlend zu sein und Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit unterstützen. Die Erfahrung nach (Hurrikan) ‚Katrina‘ hat uns dies verdeutlicht. Wir brauchen nicht ‚mehr‘, sondern ein Mehr an uns selbst. Dies trifft für die meisten von uns zu.

Ich weiß nicht, wann ich und meine Freunde nicht mehr als Straßen-„Demonstranten“ an der Ecke stehen werden – falls dies je der Fall sein wird. Wir hoffen, dass wir „soziale Veränderer“ sein können. Kürzlich schüttelte mir ein junger Marine die Hand und sagte „danke“. Er sagte, es war falsch, in den Irak einzumarschieren. Er wirkte sehr traurig. Ich fragte: „Was würde Sie stolz machen, ein Marine zu sein?“ Er sagte, „wir sollten nach Darfur gehen und die Menschen vor der schrecklichen Gewalt beschützen“. Gott schütze ihn. Unter bestimmten Umständen mag die Anwendung eingeschränkter physischer Gewalt – im Alltag oder in (wirklich) konzertierten Aktionen im Ausland – nötig sein. Doch die Amerikaner sollten helfen, eine gewaltfreie, gerechte globale Kultur zu schaffen – und damit bei sich selbst anfangen.

Vielleicht können wir bei den vielen Tausenden so schwer an Seele und Körper verletzten Amerikanern beginnen, die aus dem Krieg heimkehren. Wir sollten von ihnen lernen und ihnen effektiv helfen. Und wir sollten aufs Neue über unsere Verantwortung gegenüber unserer kaputten Nation nachdenken. Ein Neuanfang könnte sein, dass wir die Schüler täglich Woody Guthrie’s alten Song ‚I Ain’t Gonna Study War No More‘ singen lassen – oder alternativ ein Gedicht von Mattie Stepanek* vorlesen.

Meine Hoffnung ist, dass wir alten Veteranen uns eines Tages nicht mehr fragen müssen, wofür wir wirklich gekämpft haben, dass 80jährige nicht mehr an der Straßenecke stehen müssen und Schilder hochhalten. Bis dahin werde ich weiter zu meinen Überzeugungen stehen und zu meinen Friedensfreunden – bis ich nicht mehr stehen kann.

Der Aktivist James Lamb ist ein ehemaliger Lehrer.

(*)’Journey Through Heart‘ von Mattie Stepanek

Orginalartikel: Eighty and Still Protesting Übersetzt von: Andrea Noll

Quelle: ZNet

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