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Eine Antwort auf die häufigsten marxistischen Lügen über die spanische Revolution

Kurze Vorbemerkung: Es folgt die deutsche Übersetzung eines Artikels der ursprünglich in der 211. Ausgabe der englischen anarchistischen Zeitschrift Black Flag veröffentlicht wurde, die über BM Hurricane, London Wc1N 3XX, England bezogen werden kann.

Es ist wohl fair zu sagen, dass die meisten MarxistInnen in England ihre Kritik der profunden Rolle der AnarchistInnen in der spanischen Revolution den Büchern des Trotzkisten Felix Morrow entnehmen. Morrows Buch „Revolution and Counterrevolution in Spain“ (Revolution und Konterrevolution in Spanien – d.Ue.) ist aus einer orthodox trotzkistischen Perspektive verfasst und mitunter werden die Ereignisse dieser Perspektive angeglichen anstatt sie zu untersuchen. Beispielsweise transformiert Morrow die „Bloshevisten-Leninisten“, eine obskure Sekte, die es wahrscheinlich nicht zu einer zweistelligen Mitgliederzahl brachte, zu den einzigen, die die spanische Revolution hätten retten können. Weshalb? Weil allein sie über jenes kostbare Gut der Mitgliedschaft in der 4. Internationale und einer trotzkistischen Analyse verfügten! (was kümmerts, dass die spanischen Arbeiter Waffen und Solidarität brauchen!) Viele von Morrows Behauptungen haben in die linke Folklore Einzug gefunden und werden regelmässig hervorgeholt. Wir wollen an dieser Stelle auf sie antworten.

Morrow behauptet, dass die CNT (die anarchosyndikalistische Gewerkschaft, welche die Revolution durchführte) von einer äußerst zentralisierten Iberischen Anarchistischen Föderation (FAI) kontrolliert worden sei. Die FAI wurde 1927 als eine Konföderation regionaler Föderationen (einschließlich der Portugiesischen Anarchistischen Union) gegründet. Diese regionalen Föderationen koordinierten wiederum lokale und bezirksbezogene Föderationen anarchistischer Bezugsgruppen mit äußerster Autonomie. Folglich mag es zentralistische Tendenzen innerhalb der FAI gegeben haben, eine „äußerst zentralistische politische Partei“ war sie jedoch nicht. Desweiteren waren viele AnarchosyndikalistInnen und Bezugsgruppen nicht in der FAI (obwohl die meisten sie anscheinend befürworteten) und für viele FAI-Mitglieder rangierte die Loyalität zur CNT an erster Stelle. So heißt es beispielsweise im Protokoll des Nationalen Plenums der FAI im Januar-Februar 1936: „Das regionale Komitee (von Aragon, Rioja und Navarra) wird von den meisten Militanten vollständig vernachlässigt, da sie in den größeren Aktivitäten der CNT aufgehen.“ Und „einer der Gründe für die schlechte Verfassung der FAI war die Tatsache, dass fast alle GenossInnen in den Verteidigungskomitees der CNT aktiv waren.“ (Bericht der regionalen Föderation des Nordens). Da diese Zitate aus internen Dokumenten stammen, dürfte es sich dabei schwerlich um Lügen handeln. Es ist offenkundig, dass AnarchistInnen den größten Einfluss innerhalb der CNT hatten (die bereits lange anarchosyndikalistisch war, ehe es zur Gründung der FAI kam). Doch die „Kontrolle der FAI“ war eine Erfindung einer reformistischen Minderheit innerhalb der CNT, zum Beispiel Angel Pestaña, der aus der CNT eine „neutrale“ Bewegung machen wollte und später die Syndikalistische Partei gründete und die Cortes unterstützte.

Ein weiterer alter Hut Morrows ist der Vorwurf, die CNT habe die Streikwelle der SozialistInnen und Arbeiterallianz sabotiert und Truppen transportiert, die den Aufstand in Asturien niederschlagen sollten. Um diese Anschuldigungen zu verstehen, ist es notwendig die Vorgeschichte des Oktobers 34 und den Unterschied zwischen der CNT und der UGT (Gewerkschaft, die von der reformistischen Sozialistischen Partei PSOE kontrolliert wurde) zu kennen. Zwischen 1931 und 1933 hatten die SozialistInnen in einer Koalitionsregierung mit den RepublikanerInnen die CNT attackiert. Mit Hilfe der SozialistInnen wurden Gesetze erlassen, die spontane Streiks verbaten und zu staatlich gelenkten Vermittlungen verpflichteten. Streiks der CNT wurden gewaltsam unterdrückt und die UGT stellte StreikbrecherInnen zur Verfügung, so wie im Streik der Telephongesellschaft 1931. Während und nach den CNT Aufständen 1932 in Katalonien und größeren Aufständen im Januar 1933 (9.000 CNT Mitglieder kamen in Gefängnisse) und im Dezember 1933 (16.000 kamen in Gefängnisse) gab es praktisch keine Solidarität durch die SozialistInnen. Die SozialistInnen konvertierten plötzlich zur „Revolution“ nachdem sie die Wahlen im November 1933 verloren und sämtliche Gesetze, die sie gegen die CNT erlassen hatten, nun auch gegen sie zur Anwendung kamen. Als der nichtrepublikanischen Rechten im Oktober 1934 Kabinettsitze angeboten wurden, rief die PSOE/UGT zum Generalstreik auf. Die CNT versäumte es, sich daran zu beteiligen – ein Fehler, der von vielen AnarchistInnen anerkannt wird. Morrow behauptet, dies sei darauf zurückzuführen, dass sie glaubten „alle Regierungen seien gleich schlecht“, aber die Wahrheit lautet, dass sie den SozialistInnen zu Recht misstrauten. Ein Aufruf der CNT im Februar 1934, die UGT solle ihre revolutionären Ziele deutlich und öffentlich bekanntgeben, wurde nicht beantwortet. Läßt mensch die Rhetorik beiseite, so scheint das Hauptziel der PSOE im Oktober gewesen zu sein, Neuwahlen zu erzwingen, um erneut eine Koalition mit den RepublikanerInnen eingehen zu können. Die CNT sollte als Kanonenfutter dienen, um eine weitere Regierung zusammenzustellen, die sie angreifen würde. Im Oktober war – abgesehen von Katalonien (wo die katalonische Regierung die Militanten der CNT am Vortag festnehmen ließ und dann versuchte, eine katalonische Autonomie auszurufen) und Madrid (wo die CNT den Generalstreik unterstützte) – das einzige wirkliche Zentrum des Widerstandes Asturien. Hier hatte sich die CNT mit den SozialistInnen und den KommunistInnen zu einer „Arbeiterallianz“ zusammengeschlossen. Doch entgegen den Vereinbarungen der Allianz gaben die SozialistInnen den Befehl zum Aufstand eigenmächtig aus – und das sozialistisch kontrollierte Provinz Komitee verweigerte der CNT Waffen. Dies obwohl die CNT in dem Gebiet über 22.000 Mitglieder zählte (verglichen mit 40.000 der UGT). Morrow erwähnt CNT EisenbahnarbeiterInnen, die dem Oktoberaufstand das Rückgrat gebrochen hätten, in dem sie Truppen und Ausrüstung transportiert hätten. Doch in Asturien (dem einzigen Gebiet, in dem Truppentransporte gebraucht wurden) kam es durch eine Küstenlandung von Fremdenlegionären und marokkanischen Truppen zum Hauptangriff der Regierung – gegen den Hafen von Gijon, einer CNT-Hochburg. Trotz Bitten der CNT verweigerten ihnen die SozialistInnen Waffen, Gijon fiel nach einem blutigen Kampf und wurde Ausgangspunkt zur Zerschlagung der gesamten Region. Diese sozialistische und kommunistische Sabotage sollte zwei Jahre später wiederholt werden aber Morrows Verzerrungen werden von ignoranten TrotzkistInnen ad nauseam vorgebracht.

Die letzte Lüge, der wir entgegentreten wollen, ist die Behauptung, die Freunde Durrutis hätten einen „bewussten Bruch mit der Staatsfeindlichkeit des revolutionären Anarchismus“ vollzogen. Die Freunde Durrutis wurden im März 1937 von anarchistischen Militanten ins Leben gerufen, die sich weigerten, sich der kommunistisch kontrollierten „Militarisierung“ der ArbeiterInnenmilizen zu fügen. Während der Maitage – des Regierungsangriffes auf die Revolution zwei Monate später – taten sich die Freunde durch ihre Aufrufe hervor, durchzuhalten und die Konterrevolution zu zerschlagen. Sie vollzogen keine „Abweichung“ vom Anarchismus – sie weigerten sich, angesichts von GenossInnen, die sich an der Regierung beteiligten, zu kompromittieren. Ihre Flugschriften im April 1937 riefen die Gewerkschaften und Gemeinden dazu auf, den „Staat (zu) ersetzen“ und nicht zum Rückzug. In ihrem Manifest von 1938 wurde dieser Aufruf wiederholt („der Staat kann angesichts der Gewerkschaft nicht weiterhin in der Gewalt bleiben“) und drei Forderungen aufgestellt: Für ein Nationales Verteidigungskomitee – von den ArbeiterInnen (einschließlich derer an der Front) gewählt und ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig, in dem sämtliche Posten rückrufbar wären; für alle „öknomische Entscheidungen an die Gewerkschaften“; und für die „freie Gemeinde“, um die Gebiete außerhalb der Gewerkschaftsmandate zu decken. Kürzlich sagte Jaime Balius, einer der Hauptaktivisten der Freunde Durrutis: „Wir sagten „Alle Macht den Gewerkschaften“. Wir waren in keinster Weise politisch orientiert.“ („politisch“ heißt hier staats- politisch – eine gebräuchliche Verwendung des Wortes durch AnarchistInnen).

Die Belege dafür, dass Durruti selbst, der wohl bekannteste anarchistische Militante dieser Zeit, der an der Madrider Front im November 1936 starb, mit dem Anarchismus „gebrochen“ habe, sind noch fragwürdiger, sofern das überhaupt möglich ist.

von einem Genossen aus Liverpool

Aus: Blag Flag Nr. 211

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