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Frauen an die Macht – Keine Macht für Niemand!

Gedanken zum Verhältnis Feminismus – Anarchismus

Seit es die Frauenbewegung gibt, gibt es einerseits die Forderung nach einer Verbesserung der Situation der Frauen innerhalb des Systems, z.B. durch eine Gleichstellung der Frauen mit den Männern, andererseits aber auch die Überzeugung, dass eine wirkliche Befreiung nur möglich wird durch eine Überwindung der Struktur der gegenwärtigen Gesellschaft.

Die Frauenbewegung verlangt seit ihren Anfängen nach Menschenrechten, die – als Männerrechte formuliert – ihrem Namen keineswegs gerecht werden, doch wurden diese Forderungen von der bürgerlichen Frauenbewegung oft gleich wieder stark eingeschränkt. Zur Zeit der Wahlrechtsbewegung z.B. gab es Gruppen, die das allgemeine und gleiche Wahlrecht forderten, also das aktive und passive Wahlrecht auch für alle Frauen ebenso wie konservative (Frauen) Gruppen, die das Frauenstimmrecht prinzipiell ablehnten und auch Vereine, die zwar für die Beibehaltung des Zensuswahlrechtes eintraten, aber unter Einbeziehung der Frauen.

Die bürgerliche Frauenbewegung war und ist eine Gleichberechtigungsbewegung, das heißt, frau orientiert sich an etwas bereits Vorhandenem, an Rechten, die (manche) Männer haben, an Normen, die von Männern geprägt sind.

Allerdings ist es auch um diese Gleichberechtigung schlecht bestellt: Von den ca. 200 Staaten der Welt haben Frauen in weniger als 60 das Wahlrecht, der Anteil der weiblichen Abgeordneten beträgt weltweit nicht einmal 15%. Angesichts der Macht(rück)verschiebung von den politischen Gremien zu den Wirtschaftszentralen sei dazu gesagt, dass dort der Frauenanteil weit unter diesem Wert liegt. Laut einer Studie der Arbeiterkammer haben in 92% der österreichischen Unternehmen Männer die Mehrheit im Aufsichtsrat, der Frauenanteil beträgt im Durchschnitt 7,5%. Wie mag dieser Wert wohl global sein?

Doch nehmen wir einmal an, dieses Ziel der Gleichstellung der Geschlechter wäre erreicht: Frauen hätten das gleiche Durchschnittseinkommen wie Männer, wären im Besitz der Hälfte der Vermögen und sowohl in den politischen als auch ökonomischen Entscheidungsgremien gemäß ihrer Zahl repräsentiert – wäre dann etwas anders, abgesehen davon, dass Frauen dann auch mit der (wenn auch unwahrscheinlichen) Hoffnung auf einen Hauptpreis in der kapitalistischen Lotterie leben könnten?

Emma Goldman hat einmal geschrieben „Ich glaube nicht, dass Frauen die Politik schlechter machen; aber ich kann auch nicht glauben, dass sie sie besser machen“ – und dabei hat Emma Goldman weder Margaret Thatcher noch Benita Ferrero-Waldner gekannt! Nur weil eine Frau eine Machtposition innehat, wird die Macht selbst noch keine andere! Und wo Macht ist, ist auch Ohnmacht. Ein solches Täter-Opfer-Schema ermöglicht nur sehr eingeschränkte Verhaltensweisen: Teilhabe, Resignation oder blindes Dagegenanrennen – allen dreien gemeinsam ist die Akzeptanz dieser Macht und damit letztlich ihre Zementierung.

Wenn frau Macht aber nicht als Synonym für Herrschaft versteht, nicht als abgeleitete Macht – gegeben von anderen, um sie auszuüben über andere, sondern als Selbstermächtigung, Macht über sich selbst, über ihr eigenes Leben, dann wird diese patriarchalische Polarität Macht-Ohnmacht ersetzt durch ein offenes, mehrdimensionales Denken. Dann wird Einflussnahme möglich nicht durch Eroberung der Macht, wie wir sie kennen, sondern durch Entdeckung und Entwicklung der uns noch unbekannten eigenen Macht.

Die Beschränkung der Macht auf das eigene Leben und ständige Überprüfung möglicher Herrschaftsstrukturen schließt auch eine schlichte Umkehrung der Verhältnisse vom Patriarchat zum Matriarchat aus.

Der Teil der Frauenbewegung, der davon ausgeht, dass innerhalb der kapitalistischen Strukturen eine Emanzipation nicht möglich ist, weil frau dabei nur Abhängigkeiten tauschen kann (den Vater gegen den Staat, den Ehemann gegen den Arbeitgeber oder auch den Chef gegen die Chefin) sah – und sieht sich teilweise noch mit der Tatsache konfrontiert, dass ihre Forderungen nicht ernst genommen oder als nicht wichtig erachtet werden, oder entweder als abweichlerisch bekämpft bzw. zu vereinnahmen versucht werden.

Der Marxismus enthält von sich aus keine feministische Kritik (Haupt- und Nebenwiderspruch; mit dem Kapitalismus wird auch die Frauenunterdrückung verschwinden) und wurde erst in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts durch marxistische Feministinnen um Kategorien erweitert, die die Rolle der Frau in der Reproduktion mit Begriffen definierten, die den Frauen innerhalb der marxistischen Analyse Bedeutung gaben. Auch dabei steht aber die Rolle der Frauen als „Arbeiterinnen“ im Kampf gegen den Kapitalismus im Zentrum.

Der Anarchismus nun scheint aufgrund der Selbstdefinition als politische Philosophie zur Abschaffung jeglicher Herrschaft geradezu prädestiniert als politisches Gerüst für eine feministische Revolutionierung der Gesellschaft. Allerdings sind Theorie und Praxis oft zwei sehr verschiedene Dinge und die Anarchistinnen mussten die gleichen Erfahrungen der Ignoranz und Unterdrückung durch die Männer der Bewegung machen wie Frauen überall. Dazu kommt noch, dass Anarchisten in dem Bewusstsein, dass sie ohnehin die Guten seien, die jegliche Form der Herrschaft ablehnen, oft die Reflexion über Unterdrückungsmechanismen bei sich selbst verweigern – weil nicht sein kann, was nicht sein darf. (Diese Haltung ist prinzipiell aber nicht nur bei Männern anzutreffen – wie sich anhand der Kritik der Schwarzen Feministinnen an der weißen Frauenbewegung zeigt.)

Herrschaftslosigkeit ist ein Begriff, der eine ganze Philosophie umfasst, aber die dazu erforderlichen Bedingungen können nur konkret gedacht werden – so wie Blume als Gänseblümchen, Rose oder Primel gedacht werden kann, aber schwer als Blume an sich.

Alle Formen der Unterdrückung sind gleich wichtig, stützen sich gegenseitig und sind wohl weder ausschließlich materiell noch ausschließlich kulturell bedingt – können also nicht durch ein wie auch immer geartetes Patentrezept überwunden werden.

….verlieren wir die BeHERRschung

Originaltext: schwarzwurzel Frauen

Aus: „Anarchie“ Nr. – / + (2004)

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