“Linke” Männer und Frauenbewegung
Den meisten Frauen und vielleicht auch einigen Männern dürfte vieles, was in diesem Papier festgehalten ist, bekannt sein, denn die “Frauenfrage” stand in den letzten zwanzig Jahren immer mal wieder zur Diskussion. Aus den Erfahrungen innerhalb der FAU und anderer Gruppen und Projekte mußte ich aber leider schließen, daß sich kaum etwas konkret verändert hat. Noch immer Ablenkungsmanöver. mangelnde Auseinandersetzung, Drücken vor praktischen Konsequenzen. Einige der Verhaltensweisen von Männern werden im Folgenden angesprochen, andere möchte ich kurz vorwegschicken. Die Behauptung, das Problem sei in einer Gruppe geklärt, ist albern, solange die Herrschaftsform Patriarchat weiterexistiert.
Das Konzept des libertären Kommunismus (1936) Teil2
Die Kommune wird sich mit all dem zu befassen haben, was das Individuum betrifft. Sie wird sich um alle Angelegenheiten kümmern müssen, die in Zusammenhang mit der Verwaltung und Verschönerung der Ortschaft stehen. Sie wird für die Unterbringung ihrer Bewohner sorgen müssen. Sie wird sich um die Artikel und Produkte kümmern müssen, die ihr von den Gewerkschaften und Produzentenvereinigungen geliefert worden sind.
Das Konzept des libertären Kommunismus (1936) Teil1
In einer geschichtlich reifen Situation schien es möglich, das Versprechen einer herrschaftsfreien Gesellschaft unmittelbar einzulösen. Ist die Niederlage des antifaschistischen Lagers im spanischen Bürgerkrieg nur militärisch als Folge der schlechteren Ausrüstung und der mangelnden Ausbildung zu erklären? Oder waren theoretische Konzepte und/oder politische Umsetzung verantwortlich für das Scheitern der Utopie? Um zur Klärung beizutragen veröffentlichen wir das „Revolutionsprogramm des Gewerkschaftskongresses von 1936“.
In Spanien stand’s um unsre Sache schlecht…(Teil 2)
Mit seiner Unterdrückung von Demokratie, tatsächlicher Mitbestimmung und Mitentscheidung der werktätigen Klassen hat Stalinismus stets dem großen Kapital die Arbeit erleichtert.
In Spanien stand’s um unsre Sache schlecht…(Teil 1)
60 Jahre post factum sind Vorgänge des Spanischen Bürgerkrieges, besonders die Kämpfe zwischen Faschismusgegnern unterschiedlicher Richtungen Anfang Mai 1937 in Barcelona, auf der Linken hart umstritten. Bei Vorgeplänkeln seit 1992 im ‘Neuen Deutschland’ und während gesellschaftswissenschaftlicher Tagungen standen einander einerseits Kurt Hager und der ehemalige Offizier der spanischen Republikanischen Volksarmee Fritz Teppich, andererseits unter anderen der Anarchist Arthur Lehning, der sozialdemokratisch orientierte Historiker Wolfgang Wippermann, der Geschichtswissenschaftler und Mitherausgeber von Trotzki-Schriften Reiner Tosstorff und ich gegenüber.
Gaston Leval – Die Syndikalisierungen in Alcoy
Was die Syndikalisierungen betrifft, scheint uns Alcoy der überzeugendste und lehrreichste Fall zu sein. Als zweitgrößte Stadt in der Provinz von Alicante hatte Alcoy 1936 45.000 Einwohner und war ein wichtigeres Handels- und Industriezentrum. Insgesamt 20.000 Personen waren in der Industrie als Lohnempfänger tätig, was einen sehr hohen Prozentsatz in einem Land darstellt, in dem die erwerbstätige Bevölkerung 33 bis 35% auf nationaler Ebene erreichte.
Weder befehlen, noch gehorchen
Ein Beispiel für Statuten die sich die Kollektive gaben, nachdem die Repräsentanten der kapitalistischen Ordnung gestürzt wurden und die örtliche Staatsmacht sich in Luft auflöste:
Anders arbeiten, anders leben
Hier ist alles kollektiviert worden: Kollektivschmieden, Kollektiveisenhütten, Kollektivlagerräume, die mechanische Werkstatt der Kollektivität, Kollektivmühle. Alle materiellen, moralischen und wirtschaftlichen Ausdrucksmittel des Dorfes gehen als Ganzes im Kollektiv auf. Die Arbeit wird geteilt. Jeder Arbeitssektor entscheidet in seinen Versammlungen über die Arbeit, die jeder Kollektivist verrichten soll. Man könnte meinen, diese Sektor- bzw. Branchenversammlungen seine endlosen Disputierklubs – das stimmt überhaupt nicht. Es wird sehr wenig gesprochen, denn jeder kennt seine Pflicht und er weicht ihr nicht aus.
Achim von Borries – Die unbekannte Revolution
Die Unbekanntheit der Spanischen Revolution außerhalb von Spanien kommt nicht von ungefähr. Denn die spanische Sozialrevolution von 1936 war alles andere als eine kommunistische Revolution; und sie wird daher gerade von den Kommunisten bis heute entweder totgeschwiegen oder als »Verirrung«, ja als Verrat an der gemeinsamen Sache des Antifaschismus denunziert.
Eine Antwort auf die häufigsten marxistischen Lügen über die spanische Revolution
Es ist wohl fair zu sagen, dass die meisten MarxistInnen in England ihre Kritik der profunden Rolle der AnarchistInnen in der spanischen Revolution den Büchern des Trotzkisten Felix Morrow entnehmen. Morrows Buch “Revolution and Counterrevolution in Spain” (Revolution und Konterrevolution in Spanien – d.Ue.) ist aus einer orthodox trotzkistischen Perspektive verfasst und mitunter werden die Ereignisse dieser Perspektive angeglichen anstatt sie zu untersuchen.
Gaston Leval – Die schwarz-roten Straßenbahnen von Barcelona
Die Straßenkämpfe hatten den ganzen Verkehr lahmgelegt, die Straßen waren durch die Barrikaden versperrt, deren Hauptmaterial eben oft aus Straßenbahnen und Bussen bestand. Man mußte also alles ausräumen und den Weg freimachen, um die in der Großstadt unerläßlichen Transportmittel wieder ingangzusetzen.
Etta Federn (1883-1951) und die Mujeres Libres
Dieses Buch ist die deutsche Erstveröffentlichung der Broschüre “Mujeres de las revoluciones”, die 1938 während des spanischen Bürgerkrieges im Verlag der “Mujeres Libres” in Barcelona herausgegeben wurde. Die Autorin dieser Broschüre, die Anarchistin Etta Federn (-Kohlhaas), war eine aktive Mitstreiterin in der 1936 gegründeten anarchosyndikalistischen Frauenorganisation “Mujeres Libres”.
„Mujeres Libres“
Wie überall in Europa, so auch in Spanien, untermauerten scheinwissenschaftliche Argumentationen die angebliche Minderwertigkeit der Frauen gegenüber dem Mann. Einziger Unterschied zu den säkularisierten Staaten war die Tatsache, dass in Spanien die Doktrin des Katholizismus vorherrschte. Dort war die Minderwertigkeit vom göttlichen Willen abgeleitet. In den patriarchal strukturierten Gesellschaften dominierte die Geschlechterdifferenz, was bedeutete, dem Mann wurde rationale Sachlichkeit zugeordnet, während der Frau unterstellt wurde rein emotional gesteuert zu sein.
Anarchismus in Deutschland 1945-1960
Wer weis heute über den deutschen Nachkriegs-Anarchismus und vor allem den Anarcho-Syndikalismus nach 1945, seine Aktivitäten und TrägerInnen bescheid? Wenige, das ist sicher. Hans-Jürgen Degen hat sich mit seinem Buch „Anarchismus in Deutschland 1945 – 1960“ die Aufgabe gestellt, Licht in die Dunkelheit zu bringen und eine Wissenslücke zu schließen.
Der Anarchosyndikalismus in Deutschland (1932)
Weiter entwickelten sich Industrie und Proletariat viel rascher, als der Ausbau des modernen demokratisch-liberalen Verfassungsstaates erfolgen konnte. Die Bourgeoisie hatte also bereits zu einer Zeit mit einer starken proletarisch-revolutionären Bewegung zu rechnen, als sie ihre eigene Herrschaft gegenüber dem Feudalismus noch gar nicht durchgesetzt hatte.