Moderner Militarismus: Big-Band-Sound statt Heldentum
Der Militarismus ist auch nicht mehr das, was er mal war. Die “Zivilgesellschaft” gegen das Militärsystem: das war einmal eine klare Frontstellung, etwa im Königreich Preußen, als die Werber der Armee oftmals auf handgreiflichen Widerstand beim Einfangen der Rekruten stießen.
Europa rüstet auf
Kaum ein anderes Projekt der Europäischen Union wird gegenwärtig mit vergleichbarer Energie und Intensität vorangetrieben wie die Schaffung einer eigenständigen europäischen Streitmacht. In Wirtschafts-, Währungs-, oder Agrarfragen misst die schwerfällige Brüsseler Bürokratie die Entwicklung ihrer Projekte von der Beschlussfassung über Planung, Beratung und Verwirklichung meist in Fünf- oder Zehnjahresschritten. Nicht so beim Aufbau einer eigenen europäischen Militärstruktur.
Die Bundeswehr lässt Gewalt und Rechtsextremismus gedeihen
Als „gesellschaftliche Basis unserer Truppe“[4] verstehen sie sich noch immer. Heute vereinen die Traditionsverbände der Militaristen Veteranen aus der Wehrmacht, Reservisten der Bundeswehr und Aktive der heutigen Bundeswehr. Besonders die Verbände der damaligen und heutigen Elitetruppen Fallschirmjäger und Gebirgsjäger spielen noch heute die Rolle der traditionsstiftenden und orientierenden Kraft der uniformierten Gesellschaft.
