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	<title>Die Gruppe MD &#187; Esoterik</title>
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	<description>Linke politische Textsammlung</description>
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		<title>Der »Rasse« verpflichtet</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Jun 2009 22:07:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feminismus und Sexismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[Feminismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Neonazifrauen haben’s schwer: Ihr »nationaler Feminismus« kollidiert mit der selbst auferlegten »völkischen Pflicht« zur Kinderaufzucht]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-444"></span><strong>Neonazifrauen haben’s schwer: Ihr »nationaler Feminismus« kollidiert mit der selbst auferlegten »völkischen Pflicht« zur Kinderaufzucht</strong> <em>Ulla Jelpke</em></p>
<p>Nach dem Rausschmiß der ehemaligen Tagesschausprecherin und Talkshowmoderatorin Eva Herman aus der ARD-Talkshow »Johannes B. Kerner« hatten deutsche Neonazis einen neuen Star. Herman war schon seit Anfang 2006 immer wieder mit ihren kruden Thesen zum Nestbau als eigentlicher Bestimmung der Frauen im Fokus des Medieninteresses gewesen, nachdem sie ihr Buch »Das Eva-Prinzip – Für eine neue Weiblichkeit« veröffentlicht hatte. Im Herbst 2007 kam »Das Prinzip Arche Noah« hinzu. Die Autorin beklagt darin den Kindermangel in Deutschland und plädiert für eine strikte Rollentrennung von Mann und Frau als bestem Rezept zur Rettung der Familie. Eine reichlich wirre Äußerung Hermans bei der Vorstellung des Pamphlets führte dazu, daß ihr der NDR am 10. September 2007 die Zusammenarbeit aufkündigte. Sie hatte unter anderem erklärt: »Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde«. Der Applaus von Rechtsaußen ließ nicht lange auf sich warten: »Das deutsche Volk wird nur überleben, wenn es noch viele Frauen wie Eva Herman gibt, die sich endlich lösen und klar bekennen zu einem neuen (alten) Frauen- und Mutterbild«, hieß es etwa auf der Internetseite des NPD-Frauenverbandes.</p>
<p><strong>Germanenesoterik</strong></p>
<p>In der rechtsextremen Szene dominiert nach wie vor das Ideal der deutschen Frau als Mutter. So propagiert die »Gemeinschaft Deutscher Frauen« in Berlin ein mit Germanenesoterik und Waldorfschul-Anthroposophie angereichertes Frauen- und Familienbild. Der parteiunabhängige Verband, in dem NPD-Mitglieder mittlerweile dominieren sollen, betrachtet »unsere Mutterfrauen als Hüterin der nordischen Seele«. »Die Frau steht den seelisch-geistigen Bereichen am nächsten, aber nur dann, wenn sie in der Mütterlichkeit die heiligste und größte Vollendung sieht. Die Mütterlichkeit ist in der nordischen Seele am herrlichsten ausgeprägt, im Wissen um die Lebendigerhaltung des Geschlechts.« Frauen seien den Männern »gleichwertig«, aber nicht »gleichartig« – so wird ein starr festgelegtes Rollenbild aus heidnisch-germanischen Mythen abgeleitet. So sei der Platz der mütterlichen Frau als »Walterin des nie versiegenden Bornes deutschen Volksgutes« an der Seite des Mannes »mit seinem vorwärtsdrängenden Kampfgeist, dem starren Willen, der dem Verstandesmäßigen entspringt«.</p>
<p>Der im September 2006 als offizieller NPD-Frauenverband gegründete »Ring Nationaler Frauen?« (RNF) verzichtet in seinen Veröffentlichungen auf derartige Germanentümelei: »Politik ist auch Frauensache«, gibt sich der RNF modern – um dann doch wieder der Frau den Platz am Herd zuzuweisen. Denn je mehr Frauen für ihren Lebensunterhalt arbeiteten, desto höher sei die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und desto niedriger das allgemeine Lohnniveau, argumentiert der RNF. Wenn er fordert, eine moderne Familienpolitik müsse Müttern und Kindern Zeit und Raum zur gesunden Entwicklung geben, denn letztere seien die leistungsstarke Generation von morgen, könnte das auch aus dem Programm der Unionsparteien stammen. Doch dahinter verbirgt sich die Sorge um das deutsche Volk. »Die Familie ist Keimzelle des Volkes und damit seine Lebensgrundlage«, führt Stella Hähnel, NPD-Bundesvorstandsmitglied aus Berlin und RNF-Sprecherin, in einer Presseerklärung vom 3. Dezember 2007 aus. Da die Kindererziehung der Verantwortung der Familien nicht entzogen werden dürfe, will die NPD den von Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) befürworteten Krippenausbau stoppen.</p>
<p><strong>Prominente »Verbündete«</strong></p>
<p>Mit einem unter anderem vor einer Baby- und Hochzeitsausstattermesse verteilten Flugblatt propagiert die NPD ihre zentrale familienpolitische Losung »Müttergehalt statt Elterngeld«. Ausschließlich »deutsche Mütter« sollen ein sozialversicherungspflichtes Müttergehalt von 1000 Euro netto erhalten. Es solle als finanzielle Anerkennung der Leistung von Müttern dienen und »deutschen« Männern und Frauen Lust auf Kinder machen. Stella Hähnel freut sich im erwähnten Pressetext, daß die saarländische Linksparteipolitikerin Christa Müller, »die über die Medien im Volk recht gut wahrgenommen wird, die NPD-Forderung – wenn auch unfreiwillig – unterstützt«. Daran wie auch an den Äußerungen Eva Hermans zeige sich die »Verwurzelung von NPD-Vorstellungen im deutschen Volk«. Allerdings beklagt Hähnel, daß Müllers Erziehungsgehalt ab dem 4. bis zum 18. Lebensjahr »nur« noch 500 Euro monatlich betragen und »nur« bis zu fünf Kindern einer Familie zugestanden werden soll. Auch die von Müller befürwortete Kontrolle der »Erziehungsleistung« der Eltern durch Familienberater schmeckt der RNF-Frontfrau nicht.</p>
<p>Im RNF sind nach Angaben der Vorsitzenden und einzigen weiblichen NPD-Landtagsabgeordneten Gitta Schüssler 130 bis 150 Frauen aktiv. Sie kämen aus der Mitte der Gesellschaft, sind Studentinnen, Angestellte, Schülerinnen und Hausfrauen. Innerhalb der NPD? soll der Anteil der weiblichen Mitglieder bei rund 22 Prozent liegen. Eine Frauenquote gibt es erwartungsgemäß nicht. »Bei uns zählt das Leistungsprinzip. Jeder arbeitet da, wo er das meiste leisten kann«, erklärt Pressesprecher Klaus Beier. Offenbar haben die rechten Männer etwas gegen Frauen in Führungspositionen. So wurde die Ende 2005 als erste weibliche Landesvorsitzende der Partei gewählte Anja Zysk in Hamburg Anfang 2007 von ihrem Posten regelrecht weggemobbt und durch den Rechtsanwalt und Altkader der Szene Jürgen Rieger ersetzt. In einem offenen Brief beklagte Zysk, in der NPD hätten wohl einige ein Problem damit, einer Frau auf Augenhöhe zu begegnen. Ein Kamerad habe ihr gesagt, Frauen sollten Kinder kriegen und damit basta.</p>
<p>Noch rauher ist der Ton in den sogenannten Kameradschaften – frei nach einem Lied der Rechtsrock-Skinheadband Radikahl: »Weiber sind bei uns nichts wert / Auch wenn man sie nicht gern entbehrt.« Von Gleichberechtigung der Frauen sei keine Rede, berichten Aussteigerinnen. Sie seien bei Sauforgien »unter den Kameraden regelrecht weitergereicht worden«. Junge Frauen könnten zwar im Rahmen der Anti-Antifa linke Gegner ausspionieren oder Transparente tragen. Doch »irgendwann werden sie alle an ihre Pflicht erinnert und auf die Rolle als Mutter reduziert«.</p>
<p><strong>Erstes Ziel »Rassenerhalt«</strong></p>
<p>Dagegen regt sich zaghafter Widerstand. Insbesondere ostdeutsche »Kameradinnen« wollen als gleichberechtigte Kämpferinnen wahrgenommen werden. »Wir müssen uns endlich eingestehen, daß ein Frauenbild, das vor allem im Dritten Reich geprägt worden ist, nicht mehr in vollem Umfang vertretbar ist«, heißt es beim »Mädelring Thüringen«, einer der wenigen rein weiblichen »Kameradschaften«. Und weiter: »Wir können heute von keiner jungen Frau verlangen, daß ihre einzige Aufgabe darin besteht, die Mutterrolle zu übernehmen und sich aus allen gesellschaftlichen Belangen herauszuhalten, sprich nur Privatmensch darzustellen.« Der Aufruf des Mädelrings gipfelt in der Losung »Deutsche Frauen, wehrt euch – gegen das Patriarchat und politische Unmündigkeit! Nationaler Feminismus voran!«</p>
<p>Doch das zentrale Ziel der »Mädel« ist identisch mit dem ihrer Gleichgesinnten in der NPD: das Überleben der deutschen »Rasse« und »Nation«. So sieht der Mädelring in der Pille eine »neue Abtreibungswaffe« der »One-World-Mafia« (Neonazisynonym für die angebliche jüdische Weltverschwörung) zur Versklavung der Völker und fordert daher seine Kameradinnen zur Rückkehr zu natürlichen Verhütungsmitteln und einer »gesunden Familienplanung« auf, denn: »Es ist unsere völkische Pflicht, Kinder zu bekommen.«</p>
<p><em>Artikel erschien in der Beilage &#8220;feminismus&#8221; der jungen Welt vom 20.2.08</em></p>
<p><em>Quelle: <a href="http://www.ulla-jelpke.de/news_detail.php?newsid=785" target="_blank">ulla-jelpke.de</a> </em></p>
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		<title>Der Zauberer der schwarzen Scharen &#8211; Julius Evolas Revolte gegen die moderne Welt</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 16:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifa / Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist Baron Julius Evola ein Philosoph für den Giftschrank oder der letzte und zu Recht legendäre Lehrer einer ewigen Weisheit? Ist der rechte Kulturkritiker und Esoteriker wirklich ein Fall für den Giftschrank, so müssen die Alarmglocken klingeln. Die Tür ist nämlich aufgebrochen, die Werke des umstrittenen Weisen sind in den Händen einer neuen Generation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-345"></span>Ist Baron Julius Evola ein Philosoph für den Giftschrank oder der letzte und zu Recht legendäre Lehrer einer ewigen Weisheit? Ist der rechte Kulturkritiker und Esoteriker wirklich ein Fall für den Giftschrank, so müssen die Alarmglocken klingeln. Die Tür ist nämlich aufgebrochen, die Werke des umstrittenen Weisen sind in den Händen einer neuen Generation. Am rechten Rand der Darkwave-Szene [1] etwa, wo erstmals rechtsextrem-antihumanistische Inhalte mit einer ästhetisch ansprechenden und differenzierten musikalisch-kulturellen Vermittlung verbunden werden, finden die Ideen des &#8220;faschistischen Gurus&#8221; (Umberto Eco) verstärkt Aufmerksamkeit.</p>
<p>Julius Evola [2] wird 1898 in Rom geboren. Den 1. Weltkrieg erlebt er als Artillerieoffizier. Danach treibt er sich in den Kreisen des Dadaismus herum. Frucht dieser Zeit sind Gemälde, Gedichte und theoretische Texte zu der neuen avantgardistischen Kunstrichtung. Heute hängt eines der Bilder in der Nationalgalerie für moderne Kunst in Rom.</p>
<p><strong>Revolte gegen die moderne Welt</strong></p>
<p>Evola entwirft später eine Theorie des absoluten Ichs, die sich unter anderem an den Ego-Philosophen Max Stirner, an Nietzsche und Oswald Spengler anlehnt. Schließlich stößt er auf René Guénon, einen Orientalisten und konservativen Esoteriker der sogenannten traditionalen Schule, dessen Gedanken für Evola ein lebenslanger Leitstern werden. Schon früh an Esoterik interessiert, wendet er sich mehr und mehr der Welt der Magie und der Mythen zu. In seinen Büchern entfaltet er seine unorthodox-orthodoxe Sicht auf Geist und Geschichte.</p>
<p>Der Titel seines Hauptwerkes von 1934 könnte als Überschrift über Evolas Leben und Wirken stehen: &#8220;Revolte gegen die moderne Welt&#8221;. Hier ist er von der modernen Sicht der Vergangenheit so weit entfernt wie möglich. Sieht das Denken seit der Aufklärung Geschichte gewöhnlich als Fortschritt, als Evolution zum wenigstens Besseren, so stellt sich die Sache für den Baron im genau umgekehrten Lichte dar. Die Wegmarken zur Moderne, wie die französische Revolution und die Aufklärung, das Ende des Feudalismus und die Demokratien, natürlich vor allem auch die Arbeiterbewegung, Sozialismus und Feminismus, sind ihm Fäulniszeichen, Signaturen des fortschreitenden Verfalls einer ursprünglichen und quasi gottgewollt hierarchischen Ordnung. Evola sah sein gesellschaftliches Ideal eines rigiden Kastensystems mit einem spirituellen Kriegerfürstentum an der Spitze zuletzt noch im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wenigstens ansatzweise verkörpert. Mit Reformation und Renaissance geht danach der Ansturm des Pöbels gegen die legitime Ordnung weiter. Nur noch ein Häuflein Eingeweihter, Söhne des Lichts quasi, bewahrt schließlich im Meer des Chaos und der humanistisch-egalitären Dunkelheit der Moderne die ewige Flamme der Tradition.</p>
<p><strong>Der Marcuse der Rechten</strong></p>
<p>Auch im politischen Raum verwechselt der Baron Licht und Finsternis. Das macht sein Engagement in der faschistischen Bewegung Italiens deutlich. Er gehört teilweise zu ihren Theoretikern, obwohl zwischen dem elitären Aristokraten und der populistischen Massenbewegung immer auch Distanz bleibt. Seine Begeisterung für das Preußentum verführt ihn sogar dazu, in der SS zeitweise eine Fortführung der geistlichen Ritterorden und den soldatisch-spirituellen Kern eines zukünftigen Europas zu sehen.</p>
<p>Nach dem Krieg und dem Ende der europäischen Faschismen sind alle Hoffnungen des Alten auf politische Veränderung zerschlagen. Durch eine Kriegsbombe für den Rest seines Lebens ans Bett gefesselt, denkt Evola in seinem Alterswerk Cavalcare la Tigre (den Tiger reiten) darüber nach, wie ein Anhänger der Tradition nach dem absoluten politischen Scheitern weiter leben kann. Er entwickelt das Konzept der Apoliteia. Der &#8220;anders seiende Mensch&#8221; der Tradition soll, wie es die Titelmetapher verdeutlicht, im Trubel der modernen Welt mitschwimmen, ohne in seiner spirituellen Substanz von ihr tangiert und verunreinigt zu werden. Obwohl eine solche Haltung eher auf eine Art innere Emigration hinzudeuten scheint, haben viele in dem Buch ein Handbuch für militante Rechte erkannt und in Evola, der 1974 starb, einen der wesentlichen Ideengeber des neofaschistischen Terrorismus Italiens.</p>
<p><strong>Anhänger aus der rechten Szene</strong></p>
<p>Natürlich sind viele der enthusiastischsten seiner heutigen Jünger ebenfalls dem Rechtsextremismus zuzuordnen. In Italien [3] befruchten die Bücher des &#8220;Marcuse der Rechten&#8221; Aktivisten der &#8220;postfaschistischen&#8221; Alleanza Nazionale [4] , der neofaschistischen Forza Nueva [5] und der faschistischen Kleingruppen [6]. In deutschen Landen gehören etwa Intellektuelle aus dem Umfeld der nationalkonservativen bis rechtsradikalen Wochenzeitung Junge Freiheit [7] zu seinen Fans. Der Zauberer der schwarzen Scharen inspiriert neurechte Kulturrevolutionäre wie die Gruppe um die Zeitschrift Hagal [8] oder die Aktivisten des Think-Tanks Thule Seminar [9].</p>
<p>Evolanischer Hausphilosoph praktisch aller Fraktionen ist im deutschen Sprachraum der Wiener Martin Schwarz [10]. Schwierigkeiten mit der Demokratie haben auch einige Kinder der &#8220;schwarzen Szene&#8221;, die düstere Sounds zu den Untergangsphantasien des Italieners produzieren. Die Herausgeber von Sigill (inzwischen Zinnober), dem Zentralorgan der subkulturellen Rechtsästheten, brachten auf ihrem Label Eis und Licht [11] 1998 eine CD-Compilation, völkisch korrekt als &#8220;Lichtscheibe&#8221; designiert, zum 100. Geburtstag des esoterischen Rechtauslegers heraus. Hier erweisen Musikgruppen wie Von Thronstahl, Allerseelen oder Orplid ihrem Meister die Reverenz.</p>
<p>Neben der rechten Rezeption wird Evola aber auch im esoterischen Mainstream mehr und mehr wahrgenommen. So erscheinen seine Werke in den USA inzwischen bei einem der führenden einschlägigen Verlage, bei Inner Traditions [12]. Hier wird das politische Engagement Evolas wohl eher als Ausrutscher gesehen und die Substanz seiner esoterischen und kulturkritischen Werke jenseits der zeitlichen Belange betont. Diktatoren und totalitäre Regime haben auch viele literarische und intellektuelle Vorsänger der Linken legitimiert, deren Werk man trotzdem einen Wert über den Tag hinaus zubilligt, so könnte die Argumentation hier lauten.</p>
<p>Ein wesentliches Faszinosum am evolanischen Oeuvre ist sicher der elitäre Zug. Der Evolaner hat den dummen Massen die überlegene Sicht auf den wirklichen Verlauf der Geschichte, auf unbekannte und unterirdische Zusammenhänge, die die Welt bewegen, voraus. Das wirkt auf Leute, die Defizite kompensieren müssen, wie Champagner. Es ist zu vermuten, dass die traditionelle Szene, ob politisch oder nicht, eher von solchen Charakteren verstärkt wird, als von den ritterlichen, in sich selbst und der Transzendenz ruhenden spirituellen Übermenschen, die Evolas Werk als Ideal bevölkern.</p>
<p>So werden dem Zauberer die Jünger wohl nicht ausgehen. Dass die moderne Welt nicht eines Tages gegen Evola und seine Jünger revoltieren muss, dafür sorgen hoffentlich die Menschen, die ihr etwas mehr abgewinnen können.</p>
<p><em>Artikel von Dietmar Gottfried 24.11.2002 (Heise.de)</em></p>
<p><em><a href="http://anarchismus.at/txt3/evola.htm" target="_blank">http://anarchismus.at/txt3/evola.htm</a></em></p>
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