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	<title>Die Gruppe MD &#187; Gewerkschaft</title>
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	<description>Linke politische Textsammlung</description>
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		<title>Soldaten der Arbeit</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 21:49:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Nationalsozialismus / Faschismus]]></category>
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		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Anfang Mai 1933 die Gewerkschaften zerschlagen worden waren und die »Deutsche Arbeitsfront« (DAF) geschaffen wurde, verkündete Hitler, die neue Organisation habe »möglichst restlos« alle schaffenden Arbeiter, Angestellten und Unternehmer aus Handel, Handwerk und Gewerbe zu erfassen, um sie im Interesse eines »wehrhaften Vaterlandes«» zu erziehen. Eine »Gemeinschaft« von Arbeitern und Unternehmern – das sollte im Vordergrund stehen; mitunter sprach man sogar von einer neuen »Einheitsgewerkschaft«, so den Gedanken einer Interessenvertretung werktätiger Menschen durch eigenständige Verbände konterkarierend.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-553"></span>Organisation gegen den »kleinen Dreck«. Hitlers Verordnung über »Wesen und Ziel« der Deutschen Arbeitsfront vom 24. Oktober 1934</p>
<p><em>Von Manfred Weißbecker</em></p>
<p>Als Anfang Mai 1933 die Gewerkschaften zerschlagen worden waren und die »Deutsche Arbeitsfront« (DAF) geschaffen wurde, verkündete Hitler, die neue Organisation habe »möglichst restlos« alle schaffenden Arbeiter, Angestellten und Unternehmer aus Handel, Handwerk und Gewerbe zu erfassen, um sie im Interesse eines »wehrhaften Vaterlandes«» zu erziehen. Eine »Gemeinschaft« von Arbeitern und Unternehmern – das sollte im Vordergrund stehen; mitunter sprach man sogar von einer neuen »Einheitsgewerkschaft«, so den Gedanken einer Interessenvertretung werktätiger Menschen durch eigenständige Verbände konterkarierend. Ging es indessen nicht um propagandistische Nebelkerzen, äußerten Naziführer sich anders. So schrieb Carl Arnhold, Leiter des Deutschen Instituts für Nationalsozialistische Technische Arbeitsforschung, benötigt würden »Schutz und Schirm« für den Betriebsführer, »damit all der kleine Dreck nicht bis an ihn heranspritzt«. In der Gefolgschaft – die Wahl dieses Begriffs verriet mehr von den Zielen als andere – dürften sich »nirgendwo Giftstoffe bilden, die zersetzend auf den Gemeinschaftsgeist wirken könnten«. Robert Ley, der sich zusätzlich zu seinem Amt als Reichsorganisa­tionsleiter der NSDAP an die Spitze der DAF gestellt sah, hob hervor, seine Organisation sei »nicht die Stätte, wo die materiellen Fragen des täglichen Arbeitslebens entschieden, die natürlichen Unterschiede der Interessen (…) abgestimmt werden«.</p>
<p><strong>Widersprüche</strong><br />
Obgleich, nein: gerade weil diese Aufgabenstellung so eindeutig arbeiterfeindlich war, verlief die weitere Entwicklung der DAF nicht komplikationslos. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen, hatte ihre Führung doch gleichsam das Problem einer Quadratur des Kreises zu lösen. Da sollte die Masse von Arbeitern und Angestellten zu immer intensiverer Verausgabung ihrer Arbeitskraft angefeuert und für den »Nationalsozialismus« gewonnen, gleichzeitig aber das diktatorische Führerprinzip des Unternehmers durchgesetzt werden. Letzteres wurde im Gesetz zur »Ordnung der nationalen Arbeit« vom 20. Januar 1934 fixiert, mit dem Kapitaleigner und Manager wieder das absolute »Herr-im-Hause-Recht« erhielten, das ihnen die Novemberrevolution entrissen hatte. Dennoch ging es selbst für die neuen Herrscher nicht an, vollständig auf den Anschein einer Gewährleistung sozialpolitischer Interessen der Werktätigen zu verzichten. Dies war ihnen bereits im Frühjahr bei den sogenannten Vertrauensrätewahlen in den Betrieben drastisch bescheinigt worden; für 1935 rechnete Ley sogar mit rund 75 Prozent Neinstimmen für die DAF-Kandidaten.</p>
<p>Unzufriedenheit und Mißmut seien, so stellten die Lageberichte der Nazis im Herbst 1934 und auch noch 1935 fest, unter großen Teilen der Arbeiterschaft dominant. Trotz der Erfolge im Abbau der Erwerbslosigkeit – erreicht vor allem durch die Intensivierung der militärischen Aufrüstung – würde über Löhne, Preise, Arbeitsbedingungen, Wohnelend, Versorgungsmängel, Warenqualität, Ungerechtigkeiten, Benachteiligung durch »die da oben« u. a. m. geklagt. Bedauerlich sei eine Kontinuität des »materialistischen Klassenkampfdenkens«. Besorgt ließ die Reichswehrführung eine Studie anfertigen, die von der Befürchtung ausging, es könnte der DAF-Funktionärsapparat unter dem Druck der Arbeiterschaft gar einen Generalstreik organisieren und damit das System aus den Angeln heben. Geschlußfolgert wurde, die Arbeitsfront müsse umkonstruiert sowie ganz und gar auf ideologische Aufgaben orientiert werden.</p>
<p><strong>Vorstöße und Proteste</strong><br />
Prompt mehrten sich die Versuche, Stellung und Rechte der bei weitem mitgliederstärksten Organisation des Regimes im Sinne des Arbeitsordnungsgesetzes zu bestimmen. Demgegenüber regten sich Stimmen, die DAF sozialpolitisch aufzuwerten. Ende September 1934 kritisierten deren Gauvertreter bei einer Tagung in Berlin, sie hätten lediglich »Erziehungsaufgaben« zu erfüllen, weshalb die Arbeiter das Vertrauen zur Arbeitsfront verlören. Ley veröffentlichte am 1. Oktober sogar einen Aufruf mit der Beteuerung, seine Organisation trete »als ehrlicher Makler für die berechtigten Interessen aller Schaffenden« ein. Sofort protestierten Unternehmerkreise, dies würde hinführen zu einer »Gewerkschaft von besonderer Dynamik«, besonders für den »Fall gewisser wirtschaftlicher Schwierigkeiten«. Als Rudolf Heß in seiner Eigenschaft als »Führer«-Stellvertreter ein Gesetz über die DAF vorbereitete, erwirkte Ley am 24. Oktober bei Hitler die Unterschrift unter eine »Verordnung«, die am nächsten Tag in der Presse veröffentlicht, jedoch nicht ins Reichsgesetzblatt aufgenommen wurde. Sie bestimmte »Wesen und Ziel« der Arbeitsfront und charakterisierte sie als »Organisation der schaffenden Deutschen der Stirn und der Faust«. Im Interesse einer deutschen »Leistungsgemeinschaft« der Schaffenden forderte Paragraph sieben, »den Arbeitsfrieden dadurch zu sichern, daß bei den Betriebsführern das Verständnis für die berechtigten Ansprüche ihrer Gefolgschaft, bei der Gefolgschaft das Verständnis für die Lage und die Möglichkeiten ihres Betriebes geschaffen wird«. Konflikte sollten im Betrieb behoben und die Zahl jener »Fälle« eingeschränkt werden, welche durch »Treuhänder der Arbeit« zu entscheiden waren. Die Bildung neuer Organisationen wurde ausgeschlossen, die DAF zu einer Gliederung, d. h. im Grunde zu einem Bestandteil der NSDAP erklärt. Letzteres änderte sich zwar Ende März 1935, als die DAF den Status einer der Partei »angeschlossenen« Organisation erhielt, dennoch aber weiterhin deren Finanzhoheit unterstellt blieb.</p>
<p>Bereits am 27. Oktober informierte der Chef der Reichskanzlei, Hans Heinrich Lammers, Hitler über die vehemente Ablehnung der Verordnung durch Konzernvertreter und aus den Ministerien für Wirtschaft, Arbeit und Inneres. Der sah sich arg in der Klemme und erklärte, es habe sich um einen »reinen Parteierlaß« gehandelt. Heß forderte am 31. Oktober Ley auf, notwendige Ergänzungen und »Richtigstellungen« vorzunehmen sowie keinerlei Ausführungsbestimmungen zu erlassen und die Probleme nicht in der Presse zu erörtern.</p>
<p>Die Verordnung hielt solchem Druck nicht lange stand; selbst ein völlig halbherziges, organisationsspezifisches und machtpolitisch motiviertes Interesse an einem »Verständnis«-Schaffen für Nöte und Wünsche der Arbeiter durfte nicht sein. Kein halbes Jahr später folgte der Verordnung eine in Leipzig geschlossene »Vereinbarung«. Initiiert war diese von den die Interessen der Kapitaleigner vertretenden Ministern Hjalmar Schacht und Franz Seldte, Ley mußte dem Druck nachgeben. Sie fixierte die Aufgaben der DAF endgültig im Sinne des Gesetzes vom 20. Januar 1934. Faktisch nahm sie in allen wirtschafts- und sozialpolitischen Belangen nur noch den Status eines willenlosen Werkzeuges ein. Selbst für das »beratende Zusammenwirken« in lokalen Gremien wurde den Unternehmern ausdrücklich bescheinigt, daß sie es zu genehmigen hätten, wenn Hoheitsträger und Amtswalter der DAF »Betriebsbesichtigungen« vornehmen wollten.</p>
<p><strong>Ein »Exercierplatz«</strong><br />
Auch die in den folgenden Jahren unternommenen Versuche Leys scheiterten, den Einfluß der DAF auf die faschistische Sozialpolitik wenigstens etwas zu erhöhen. Sie wurden hauptsächlich von Schacht, aber auch von Hermann Göring zu Fall gebracht. Ihr Ziel: die DAF aus der Wirtschaft heraushalten. In allen Fragen wirtschafts- und sozialpolitischer Natur unterstand die DAF dem Reichswirtschafts- bzw. dem Reichsarbeitsministerium und seit 1936 der Vierjahresplanbehörde, welche die deutsche Wirtschaft »kriegsfähig« zu machen beauftragt war.</p>
<p>Die Funktion der Arbeitsfront wurde am deutlichsten in ihrem Totalitätsanspruch formuliert, »Soldaten der Arbeit« zu erziehen. Gelegentlich sprach der NSDAP-Reichsorganisationsleiter von der DAF als dem »Exercierplatz der Betriebs- und Volksgemeinschaft«. Freilich wäre die DAF, hätte sie ausschließlich diesen Weg verfolgt, in die Gefahr totaler Isolierung geraten. Daher dehnte sie ihre Aktivitäten auf Felder aus, die einerseits der Leistungssteigerung dienten, andererseits aber ihr auch in den Augen eines Teils ihrer Mitgliedschaft Existenzberechtigung und Ansehen verschafften. Sie wurde der Träger von Umschulungen und Weiterbildungen, organisierte den »Reichsberufswettkampf« und die Kampagne »Schönheit der Arbeit«. Wirksam wurde sie insbesondere mit ihrer Freizeitorganisation »Kraft durch Freude« (KdF).</p>
<p>Gemäß der Parole vom »nationalen Sozialismus« sollte suggeriert werden, es gäbe im »Dritten Reich« ein neues, ein besseres und akzeptables Verhältnis zwischen Führern und Geführten in der Wirtschaft, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten.</p>
<p>Die Wirklichkeit sah anders aus …</p>
<p><em>Quelle: <a title="junge welt" href="http://www.jungewelt.de/2009/10-24/001.php" target="_blank">jw</a></em></p>
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		<title>Von 1953 bis 2010</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Jun 2009 12:38:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[DDR]]></category>
		<category><![CDATA[Kapitalismus und Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Widerstand / Bewaffneter Kampf]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerkschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Streik]]></category>

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		<description><![CDATA[Was hat der "Volksaufstand für die deutsche Einheit" vom 17. Juni 1953 mit dem "notwendigen Umbau des Sozialstaats" durch die Agenda 2010 gemein? Zunächst einmal wenig. Wird allerdings die Staatspropaganda durchschaut, die beiden Daten angediehen wurde und wird, ergeben sich schnell einige Parallelen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-490"></span></p>
<p><strong>Was hat der &#8220;Volksaufstand für die deutsche Einheit&#8221; vom 17. Juni 1953 mit dem &#8220;notwendigen Umbau des Sozialstaats&#8221; durch die Agenda 2010 gemein? Zunächst einmal wenig. Wird allerdings die Staatspropaganda durchschaut, die beiden Daten angediehen wurde und wird, ergeben sich schnell einige Parallelen.</strong></p>
<p>Der 17. Juni 1953 war weder eine &#8220;faschistische Provokation&#8221;, wie die offizielle DDR-Geschichtsschreibung es behauptete, noch eine massenhafte Volkserhebung zur Wiederherstellung der deutschen Einheit, wie es die Propaganda des kalten Krieges in der alten Bundesrepublik lehrte und bis heute nicht müde wird zu propagieren. Kein Putsch von werktätigenfeindlichen Elementen stellte sich den sowjetischen Panzern mit nichts als Steinen bewaffnet entgegen. Und diejenigen die massenhaft in Hunderten von Städten der DDR demonstrierten, schrieen nicht nach Adenauer oder der Verwirklichung von &#8220;westlichen Werten&#8221;. Eine ihrer Parolen war vielmehr: &#8220;Die da oben spinnen!&#8221;</p>
<p>Das Gewerkschaftsblatt &#8220;Tribüne&#8221; des FDGB (Freier Deutscher Gewerkschaftsbund &#8211; Teil des SED-Regimes) forderte im Juni 1953 die Erhöhung der Arbeitsnormen um den &#8220;beschleunigten Aufbau des Sozialismus unter den Bedingungen des verschärften Klassenkampfes&#8221;, im Jahr zuvor von Generalsekretär Walter Ulbricht gefordert, zu erreichen. Dieser Aufbau bedeutete die Unterwerfung der Gesellschaft unter ein zentrales Diktat, verbunden mit einer Apparatherrschaft der SED. Die geforderte Erhöhung der Arbeitsnormen kam einer Lohnsenkung bei den Lohnabhängigen um ca. 10% gleich. Und dem widersetzten sich Tausende. Sie griffen auf die Kampfformen zurück, die den ArbeiterInnen zur Verfügung standen und stehen: spontane Streiks, Protest gegen Lohnsenkung, Demonstrationen, Generalstreik, direkte Aktionen. Dabei stießen sie auf die Repression eines totalitären Regimes mit willkürlichen Verhaftungen, Polizeigewalt, Ausgangssperre und am Ende 18 Todesurteilen. Schließlich griff auch das sowjetische Militär mittels Kriegsrecht und auffahrenden Panzern in allen größeren Städten ein. Der Widerstand der ArbeiterInnen, beginnend mit den Streiks der Bauarbeiter in Berlin-Friedrichshain und am 17. Juni mit ½ Millionen, war ein &#8220;Aufstand derjenigen, die Angst vor der Verelendung hatten&#8221;, wie es der Schriftsteller Günter Kuhnert in der FR vom 17.6.2003 bezeichnet.</p>
<p>50 Jahre später steht der sogenannte notwendige Umbau des Sozialstaates mittels der Agenda 2010 an. Das ist nicht mehr und nicht weniger als das &#8220;Ende des Sozialstaates Deutschland&#8221; (österreichische Kronenzeitung), wie die nichtdeutsche europäische Presse in hierzulande selten formulierter Eindeutigkeit behauptet. Die Herrschenden überbieten sich in einem wahren Ideenwettbewerb der sozialen Grausamkeiten und propagieren den sozialen Kahlschlag als alternativlos. Schon vorher mehr als dürftige Sozialstandarts werden zunehmend als staatliche Freundlichkeit oder Almosen definiert. Die unmittelbar Betroffenen haben sich an die Logik der kapitalistischen Konsumgesellschaft schon soweit angepasst, dass sie sich zunehmend entsolidarisieren und zu einer fundamentalen Kritik an den herrschenden Verhältnissen kaum noch in der Lage scheinen.</p>
<p>In Frankreich oder Österreich gehen Massen gegen eine ähnliche Politik auf die Straße. Es gibt politische Streiks und militante Aktionen. Und welche Gegenwehr formiert sich hierzulande? Ein paar linke SozialdemokratInnen protestieren lautstark um anschließend weitgehend zu kuschen. Der grüne Sonderparteitag bestätigt in deutlicher Einmütigkeit (90%ige Zustimmung!) den Leitantrag der Parteiführung zur Unterstützung der Agenda 2010. Und die Gewerkschaften? DGB-Chef Sommer verkündet nach anfänglichen zaghaften Protesten im Mai ein Aussetzen der Aktionen, also einen ruhigen Sommer für die Bundesregierung. Das Hintergrundpapier &#8220;Mut zum Umsteuern&#8221; des DGB-Bundesvorstandes vom 8. Mai 2003 erkennt in den Arbeitgeberfunktionären die einzig Schuldigen, die &#8220;derzeit versuchen, den Sozialstaat in seiner Substanz zu zerstören&#8221;. Die rotgrüne Bundesregierung wird mit Kritik verschont; es werden ihr sogar positive Politikansätze attestiert, die &#8220;für eine Trendwende jedoch nicht ausreichend sind&#8221;.</p>
<p>Die Lehre aus dem 17. Juni sollte aber sein, dass es möglich ist gegen soziale Missstände aufzubegehren, Widerstand zu formieren und letztendlich Streiks zu organisieren. Systemimmanente Widersprüche müssen offen gemacht werden. Der derzeitige, in der Geschichte der Bundesrepublik unvergleichliche Sozialabbau, ist nichts als der erneute Versuch der kapitalen Umverteilung von unten nach oben. Das Beispiel der Vermögenssteuer, die von der Kohlregierung abgeschafft, nun als absolutes Tabuthema gehandelt wird, spricht eine mehr als deutliche Sprache. Millionen von Arbeitslosen und sozial Ausgegrenzten die keinerlei gesellschaftliche Lobby besitzen werden für kapitalistische Misswirtschaft und gesellschaftliche Ungerechtigkeiten verantwortlich gemacht. Die Opfer einer verfehlten Politik werden so zu Sündenböcken.</p>
<p>Die in der Sozialpartnerschaft verfangenen und weitgehend befriedeten Gewerkschaften sind von solchen Formen des Widerstandes, wie sie am 17. Juni 1953 praktiziert wurden, ungefähr so weit entfernt wie dazumal Spitzbart Walter Ulbrichts Denken von den Interessen der Lohnabhängigen.</p>
<p><strong><em>Markus Beinhauer (Ex-AK-GWR Münster)</em></strong></p>
<p><em>Quelle: <a href="http://www.graswurzel.net/281/1953-2010.shtml " target="_blank">http://www.graswurzel.net/281/1953-2010.shtml </a></em></p>
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		<title>Die Geschichte der Antifaschistischen Aktion (Teil 2)</title>
		<link>http://www.die-gruppe-md.de/die-geschichte-der-antifaschistischen-aktion-teil-2</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Jun 2009 09:55:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifa / Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Antifa-Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
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		<category><![CDATA[RFB]]></category>

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		<description><![CDATA[Im folgenden werden die verschiedenen (militanten) Organisationen (Wehrverbände) der linken Kräfte (SPD und KPD) dargestellt. Im letzten, ausführlichsten Teil sollen nochmals Fehler und unterschiedliche konstruktive Ansätze der Antifaschistischen Aktion beleuchtet werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="vspace"><span id="more-375"></span><big>Die Sozialfaschismusthese</big></p>
<p class="vspace">War das Erklären der &#8220;Sozialfaschisten&#8221; als eine der vordringlich zu bekämpfenden Gefahren zum einen aus dem taktischen Kalkül der KPDSU zu erklären, so fußte zum anderen das Annehmen dieser These &#8211; auch bei der KPD-Basis &#8211; auf die Rolle der SPD. Diese war dadurch gekennzeichnet, nur wenige Jahre zuvor, revolutionäre Bestrebungen in rabiatester und blutiger Weise Hand in Hand mit den Rechten niedergeschlagen zu haben.</p>
<p class="vspace">Doch die Sozialfaschismusthese umfaßte mehr als nur taktisches Kalkül, an sie schloß sich eine Analyse der Verhältnisse an, die aus heutiger Sicht als gravierende Fehleinschätzung der gesellschaftlichen Kräfte zu bewerten ist. Auf der einenSeite die Unterschätzung der sich entwickelnden faschistischen Massenbewegung und auf der anderenSeite das &#8220;Vertrauen&#8221; in das vermeintlich materialistisch-historische Bewußtsein des größten Teils der deutschen ArbeiterInnenbewegung.</p>
<p class="vspace">So wurden Signale, die Vergleiche hätten zulassen können, wie beispielsweise des sich aufschwingenden Faschismus in Italien Anfang der 20er Jahre, nicht ausreichend wahrgenommen. Dort war Mussolini ohne größeren Widerstand (ohne jene in Vergessenheit geraten zu lassen, die Widerstand leisteten) der ArbeiterInnen an die Macht gekommen.</p>
<p class="vspace">Lediglich die (zuvor erwähnte) Gruppe um August Thalheimer, die sich ab 1930 als KPD-O &#8211; später nur noch KPO (Kommunistische Partei-Opposition) &#8211; konstituierte, war bemüht, über das Charakterisieren der Reaktionären Kräfte hinaus, auch in der Gesellschaftsanalyse die soziale Zusammensetzung der faschistischen Massenbewegung und damit verbunden das Bewußtsein eines großen Teils der ArbeiterInnenbewegung und des Mittelstandes zu untersuchen. Jedoch muß hier gleich eingeschränkt werden, so differenziert und z.T. richtig die Analyse Thalheimers auch war, breitere Schichten konnte diese Auseinandersetzung mit dem aufkommenden Faschismus nicht erreichen. Mit dem Ausschluß Thalheimer aus der KPD war die Chance vertan, überhaupt noch größere Kreise zu erreichen.</p>
<p class="vspace">&#8220;Thalheimer ging davon aus, daß in dem Maße, wie soziale Konflikte und ökonomischen Krisen die Erhaltung des gesellschaftlichen Gesamtsystems gefährden, die parlamentarische Demokratie funktionslos würde. Er schrieb: &#8220;Die Aushöhlung des bürgerlich-parlamentarischen Regimes erfolgt schrittweise. Und die Bourgeoisie ist dabei der Hauptagent. (&#8230;) Ihre Sache ist es, die Bedingungen zu schaffen, damit sozial &#8216;gerettet&#8217; und politisch vergewaltigt werden kann.&#8221; Grundlage seiner Einschätzung ist die Ohnmacht der Arbeiterschaft und die arbeiterfeindliche Radikalisierung von Mittelschichten sowie die Unfähigkeit des Großbürgertums, mittels der traditionellen politischen Repräsentation der sozioökonomischen Desorganisation zu begegnen. Er kennzeichnete die wesentlichen Züge des Faschismus so: &#8220;Die &#8216;Verselbständigung der Exekutivgewalt&#8217;, die politische Unterwerfung aller Massen, einschließlich der Bourgeoisie selbst, unter die faschistische Staatsmacht bei sozialer Herrschaft der Großbourgeoisie und der Grundbesitzer&#8221;.&#8221; (Albrecht Lein, Antifaschistische Aktion 1945 &#8211; Die &#8220;Stunde Null&#8221; in Braunschweig, Göttinger politikwissenschaftliche Forschungen, Band II, 1978).</p>
<p class="vspace">In der Einschätzung der Hauptgefahr legt die Faschismusanalyse der KPD andere Schwerpunkte. Dazu schreibt Lein:</p>
<p class="vspace">&#8220;Demgegenüber sieht die KPD-Sozialfaschismusthese zwar auch die Hauptgefahr in den Zwischenschichten, aber vor allem in den Randschichten der Arbeiterschaft. Weil das Proletariat in der Offensive sei, müsse es die politische Hauptstütze in der Bourgeoisie in der Arbeiterschaft (SPD. d.V.) bekämpfen und zerschlagen. Dabei sei, kurz vor dem Sieg der Revolution, der sich mit sozialen Phrasen tarnende Faschismus, der Sozialfaschismus, gefährlicher als der bürgerliche Faschismus, der im übrigen nicht deutlich als eigene terroristische Herrschaftsform benannt wird. Denn im Grunde sei die Bourgeoisie nicht mehr fähig, dem Ansturm des Proletariats standzuhalten, sei also potentiell bereits geschlagen. Der Glaube an die Mechanik des Sieges gegenüber der gegnerischen Klasse und der Verzicht auf jegliche Bündnispolitik innerhalb de Arbeiterschaft wie auch anderen Klassen und Schichten sind m.E. die wesentlichen Fehler dieser Analyse.&#8221;</p>
<p class="vspace">Hätte sich um die Analyse dieser beiden Ansätze auch damals streiten lassen, so war die Ansicht der KPD, das Proletariat sei in der Offensive und die spätere Notverordnungspolitik der Weimarer Republik unterscheide sich nur noch in Nuancen vom Faschismus, doch grundfalsch. Mit dieser Analyse nahm sie den bürgerlichen Kreisen, die bereit gewesen wären, sich in eine breite anti-nationalsozialistische Front zu stellen, jegliche Möglichkeit der Zusammenarbeit mit revolutionären Kräften. Darüberhinaus verharmloste sie nicht nur die terroristische Qualität des Faschismus, auch nahm sie damit indirekt die Dringlichkeit der Abwehr des Faschismus nicht ernst genug. Aber all das bleibt fast nebensächlich, in Anbetracht der Tatsache, welche praktischen Konsequenzen vorübergehend aus dieser Analyse erfolgten. Selbst bis 1932 wurde sich seitens der KPD-Führung im widersprüchlichen Kurs in erster Linievon der SPD abgegrenzt. Da von der SPD als staatstragende Kraft nichts anderes zu erwarten war, als Ablehnung, beging die KPD-Führung den Fehler, sich mehr mit der Polemisierung gegen de SPD-Führung zu befassen als auf die weitesgehend von der Basis geforderten Einheitsaktionen einzugehen und diese Zusammenarbeit herauszustellen. Dies änderte sich erst mit der offiziellen Gründung der Antifaschistischen Aktion.</p>
<p class="vspace"><big>Antifaschistische Organisationen in der Weimarer Zeit</big></p>
<p class="vspace">Im folgenden werden die verschiedenen (militanten) Organisationen (Wehrverbände) der linken Kräfte (SPD und KPD) dargestellt. Im letzten, ausführlichsten Teil sollen nochmals Fehler und unterschiedliche konstruktive Ansätze der Antifaschistischen Aktion beleuchtet werden.</p>
<p class="vspace"><big>Warum Wehrverbände?</big></p>
<p class="vspace">Heute mutet es ein wenig befremdlich an, wenn in der Auseinandersetzung mit linker Geschichte Wehrverbände auftauchen. Diese werden heute fälschlicherweise oft als militaristische Schlägertrupps oder mit sonstigen Platitüden abgetan. Aber auch die Tatsache linker Wehrverbände gehört zur Geschichte der revolutionären Bewegung. Gerade in Bezug auf die Entstehung der Antifaschistischen Aktion spielten diese Verbände eine zentrale Rolle.</p>
<p class="vspace">Nach dem I. Weltkrieg stellte sich die Situation für einen großen Teil der männlichen Bevölkerung so dar, daß sie faktisch keine &#8220;Nutzen&#8221; innerhalb der Gesellschaft hatten. Das soll heißen, daß viele Menschen mit sehr jungen Jahren 1914 &#8220;kriegsbegeistert in die Schlacht&#8221; gezogen waren, sich auf linker Seite an der Revolution beteiligt hatten, jetzt aber, in sogenannten Friedenszeiten, weder einen Beruf gelernt noch sonstige Perspektiven vor Augen hatten.</p>
<p class="vspace">So war es auch für linke Kreise von Bedeutung, daß nicht ein überwiegender Teil der ehemaliegn Kriegteilnehmer in die rechten (Freikorps-)Verbände gingen, um dort ihre &#8220;Kenntnisse&#8221; vom Krieg umzusetzen, sondern mit einer linken Perspektive von einer anderen Gesellschaft verbunden, ihre &#8220;Fähigkeiten&#8221; einbringen sollten. Desweiteren stellten die objektiven politischen Bedingungen die Frage nach der Notwendigkeit einer militanten Verteidigung von ArbeiterInnenvierteln und politischen und sozialen Errungenschaften.</p>
<p class="vspace">Zwar war im Versailler Vertrag festgelegt worden, daß die deutsche Reichswehr 100000 Mann nicht überschreiten durfte und desweiteren galt darüberhinaus &#8211; wie heute &#8211; ein Verbot nichtstaatlicher paramilitärischer Organisationen und Parteien (Gewaltmonopol des Staates), jedoch sah die Realität anders aus. Daß neben der regulären Reichwehr, die stark rechtsgerichtete sogenannte &#8220;Schwarze Reichswehr&#8221; existierte sowie zahlreiche rechte/faschistische Wehrverbände, war in jener Zeit ein offenes Geheimnis. So existierte beispielsweise seit 1920 die SA (Sturmabteilung), seit 1925 die SS (Schutzstaffel), beides Unterorganisationen der NSDAP, der Stahlhelm, der Jungdeutsche Orden, der Wehrwolf, die Organisation Consul (für die Ermordung des Außenministers Rathenau verantwortlich) etc. Die Mitglieder dieser Organisationen rekrutierten sich zum größten Teil aus den ehemaligen Freikorps.</p>
<p class="vspace">&#8220;Die Freikorps hatten 1919 eine Stärke von ca. 400000 Mann. Getragen von diesen Militärkreisen wurde schon 1918 ein politischer Geheimdienstapparat aufgebaut, der vor allem auf konterrevolutionäre Aktionen gegen die ArbeiterInnenbewegung ausgerichtet war. Der &#8220;politische Nachrichten- und Erkennungsdienst&#8221; der vorläufigen Reichwehr war bereits 1919 wieder reorganisiert. Er fußte auf über ganz Deutschland verteilte örtliche Organe, den speziell eingerichteten Nachrichtenstellen (Nst) und später Abwehrstellen (Ast) bei den Wehrkreiskommandos, den Brigaden und sonstigen Einheiten der vorläufigen Reichswehr sowie der Freikorps. Dieser militärische Geheimdienst legte mit seinem weit verzweigten Spitzelnetz die Voraussetzungen für die Entwicklung der politischen Polizei in den ersten Jahren nach 1918.</p>
<p class="vspace">Aus dem Potential der Freikorps rekrutierte sich außerdem die entstehende Sicherheitspolizei (SiPo), die auf eine Stärke von 100000 Mann kam.</p>
<p class="vspace">Die politische Einstellung der SiPo wurde beim Kapp-Putsch 1920 offenkundig, als sie sich auf die Seite der reaktionären Kapp-Putschisten schlug.</p>
<p class="vspace">Aber nicht nur aus diesem Grund wurde die SiPo aufgelöst, sondern auf Befehl der Siegermächte (der Entente), die in der Sicherheitspolizei eine militärische Institution sahen.</p>
<p class="vspace">Die SiPo wurde durch die neue Polizei ersetzt, die Schutzpolizei (SchuPo). Zwar war die SchuPo ein wenig veränderter Apparat, das Personal aber blieb das gleiche. Fast alle SiPo-Leute wurden zu SchuPos. Die Schutzpolizei bestand schließlich aus 150000 Mann, 85000 davon entfielen auf die preußische Polizei.</p>
<p class="vspace">Diese Polizei war, allen Beteuerungen und Selbsttäuschungen der SPD zum Trotz, natürlich rechts. Schon die Ausbildungspläne spiegelten diese Ausrichtung wieder. Z.B. wurde in Planspielen grundsätzlich gegen kommunistische Umsturzversuche vorgegangen, Aktionen gegen rechte Gruppen kamen in den polizeilichen Planungen nicht vor. Die rechte/faschistische Gesinnung der Polizisten ließ sich aber auch direkter ablesen. So waren 90% der Beamten im reaktionären &#8220;Dillenburger Verband&#8221; organisiert, öfter auch im &#8220;Stahlhelm&#8221;, einer paramilitärischen rechtsradikalen Organisation und ähnlichen Gruppierungen.&#8221; (Kein Vergeben &#8211; Kein Vergessen! Broschüre zur Demo am 17.11.1990 in Göttingen, Autonome Antifa (M), 1990).</p>
<p class="vspace">Vor diesem gesellschaftlichen Hintergrund gründete die SPD, zusammen mit den anderen bürgerlich demokratischen Parteien, eine republikanische Garde als &#8220;Hüter der Republik&#8221; das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Seine ideologische Ausrichtung, einerseits gegen die rechten Kräfte als Schützer der Republik aufzutreten und andererseits aber auch handfesten Anti-Kommunismus als Grundlage zu besitzen, war die Totalitarismusthese.</p>
<p class="vspace">Die KPD hingegen gründete eine militante Organisation, deren Grundlage der Antiimperialismus bildete; den Roten Frontkämpferbund.</p>
<p class="vspace">Beide Organisationen spielten auf &#8220;soldatische Traditionen&#8221; an.</p>
<p class="vspace"><big>Das Reichbanner Schwarz-Rot-Gold</big></p>
<p class="vspace">Auf Initiative des rechten SPD-Flügels wurde am 22. Februar 1924 das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold als &#8220;Bund republikanischer Kriegsteilnehmer&#8221; in Magdeburg gegründet. Die Organisationen stand unter der Leitung von Friedrich Otto Hörsing (SPD), Oberpräsident der Provinz Sachsen und rechter Sozialdemokrat. Ideologisch war das Reichbanner abhängig von der SPD, obwohl alle Parteien der &#8220;Weimarer Koalition&#8221; das Reichbanner stützten und dieses als &#8220;Hüter der Republik&#8221; sahen.</p>
<p class="vspace">Diese Parteien wirkten federführend im Interesse der Industriellen und der mit ihnen verbundenen SPD und wirkten demgemäß auch nicht im Sinne einer wirkungsvollen antifaschistischen und antimilitaristischen Arbeit.</p>
<p class="vspace">»Nun wäre es voreilig zu vermuten, der Reichbanner sei in Braunschweig eine Art organisierte Linksfraktion in der SPD gewesen. Denn in seiner Bildungsarbeit bemühte sich der Reichsbanner die Geschichte der Rheinbundstaaten, um die Monarchie als antinational darzustellen und pflegte die Erinnerung an die Revolution von 1848, um nachzuweisen, daß die Weimarer Verfassung &#8220;kein willkürliches Revolutionsprodukt&#8221; wäre, sondern &#8220;auf der Linie einer geschichtlichen Entwicklung&#8221; läge. Man wollte &#8220;den Staat &#8230; zu einem wirklichen Heim für alle Bürger werden lassen&#8221; und nahm den &#8220;reinen wahren Nationalismus&#8221; für sich in Anspruch. Man wollte nur nicht &#8220;national um einer Herrenschicht&#8221;, sondern &#8220;national um des ganzen Volkes&#8221; sein.</p>
<p class="vspace">Die Politik der Identifizierung mit der Nation und der Republik, die durch die Bildungsarbeit erreicht werden sollte, konnte für das Verhältnis von Mitgliedschaft und Führung nicht ohne Folgen bleiben und blieb es auch nicht, (&#8230;). Die Stärkung von Indentifikationen mußte nämlich Hemmung von Konflikt- und Kritikbereitschaft innerhalb der eigenen Organisation führen.« (Albrecht Lein, Antifaschistische Aktion 1945 &#8211; Die &#8220;Stunde Null&#8221; in Braunschweig, S. 89, Göttinger Politikwissenschaftliche Forschungen; Hrsg.: Die Direktoren Pr. Dr. W. Euchner, Pr. Dr. P . Lösche, Pr. Dr. E. A. Roloff, (c) 1978.)</p>
<p class="vspace">Die meisten der ca. 3 Millionen Mitglieder des Reichbanners waren zwar antimilitaristisch und antifaschistisch eingestellt, aber die Reichsbannerleitung, vor allem ihr Vorsitzender Hörsing, bekämpfte von Beginn an jeden Versuch von Reichsbannermitgliedern, mit KommunistInnen oder anderen konsequent linken Kräften zusammenzuarbeiten.</p>
<p class="vspace"><big>Die Eiserne Front</big></p>
<p class="vspace">Mit dem Aufruf zum Zusammenschluß aller republikanischen Kräfte und deren einheitlichem Kampf gegen die Nationalsozialisten und für die Rettung der demokratischen Republik wurde im November 1931 die &#8220;Eiserne Front&#8221; geschaffen. Sie sollte der neue Kampfbund vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB), den ArbeitersportlerInnen, dem allgemeinen freien Angestelltenbund (AfA), der Reichsbannerleitung und der SPD werden.</p>
<p class="vspace">Nachdem bei den Septemberwahlen 1930 die NSDAP große Stimmengewinne verzeichnen konnte (von 12 auf 107 Abgeordnetensitze) und sich im Oktober 1931 die nationalen/faschistischen Kräfte (NSDAP, Stahlhelm, Deutschnationale Volkspartei (DNVP)) mit Teilen des Großkapitals und Medienimperien zur &#8220;Harzburger Front&#8221; zusammengeschlossen hatten, hielt es das Reichsbanner für allerhöchste Zeit, einen antinazistischen Abwehrbund zu schaffen.</p>
<p class="vspace">Ähnlich wie das 1924 gegründete Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, sollte auch die Eiserne Front eine überparteiliche Organisation werden. Allerdings entsprach ihre innere Struktur dem Status der beteiligten Verbände.</p>
<p class="vspace">Die SPD-Führung übernahm die gesamtpolitische Führung, dem Reichsbanner wurde die technische Leitung übertragen und der ADGB stellte in Betrieben und Berufsgruppen sogenannte &#8220;Hammerschaften&#8221; auf, mit denen Übergriffe von Faschisten abgewehrt werden sollten.</p>
<p class="vspace">Die Hoffnungen, es würden sich noch andere größere Bünde und Gewerkschaften anschließen, erfüllte sich allerdings nicht. Es gelang nicht, den Widerstand über sozialdemokratische Kräfte hinaus zu mobilisieren. Dies auch deshalb, weil es ein Verbot der Leitung gab, welches untersagte, daß kommunistisch Organisierte Mitglied werden durften.</p>
<p class="vspace">Kampfzeichen der Eisernen Front waren drei parallele Pfeile auf rotem Grund von oben links nach unten rechts. Sie sollten auf die Kampfprinzipien &#8220;Einigkeit, Aktivität, Disziplin&#8221; hinweisen. Auf Plakaten der Eisernen Front wurde allerdings noch eine weitere politische Ausrichtung der drei Pfeile deutlich. Der obere zerschlägt ein Hakenkreuz, der mittlere eine Krone (Symbol der Monarchie und des Junkertums), der untere Hammer und Sichel, womit der antikommunistische Kurs auch offen als Programm vertreten wurde.</p>
<p class="vspace">Die Eiserne Front betitelte ihre Kämpfe als &#8220;Abwehrkämpfe&#8221;, so waren sie denn auch zum größten Teil eher Alibi der SPD, ein antifaschistisches Gesicht zu zeigen.</p>
<p class="vspace">Carl von Ossietzky, linksliberaler Schriftsteller, brachte im Januar 1932 in der &#8220;Weltbühne&#8221; die politische Schizophrenie der Eisernen Front auf den Punkt:</p>
<p class="vspace">&#8220;Ein neues Schlagwort soll jetzt, nach Beendigung des weihnachtlichen Burgfriedens, seine Wirkung erweisen. Die &#8220;Eiserne Front&#8221; der Republikaner formiert sich. SPD, das Reichsbanner, Gewerkschaften verschiedener Richtung, republikanische Bünde, sie alle wollen sich zur Abwehr des Fascismus zusammenschließen. Die Front ist lang, daran ist kein Zweifel, wie tief sie geht, welches ihre ideelen Reserven sind, daß läßt sich noch nicht leicht abschätzen. Einige Abschnitte der Front, dort wo Arbeiter stehen, verdienen wohl wirklich eisern genannt zu werden, andre sind aus biegsamerem Stoff gemacht und einige nicht besser als Pfannkuchenteig. (&#8230;).</p>
<p class="vspace">Es ist nicht leicht, zu einer Bewegung kritisch Stellung zu nehmen, der jedes gute Glück zu wünschen ist. Der Einzelne, der zur Aktivität gegen den Faschismus gewillt ist, darf nicht entmutigt werden. Aber gerade weil der einzelne Combattant so hoch einzuschätzen ist, deshalb muß deutlich ausgesprochen werden, daß das Schwächste an der Eisernen Front die Kommandohöhen sind.(&#8230;).</p>
<p class="vspace">Die Führerschicht, unter ganz anderen Verhältnissen gebildet und gereift, steht müde und weise vor einem Wirtschaftswirrwarr, der die gewohnten Klassengrenzen verwischt und die gelernte Marxfibel scheinbar ad absurdum führt. Herr Hilferding zum Beispiel konstatiert allgemeine Körperschwäche des Kapitalismus, folgert daraus aber nicht etwa die Notwendigkeit, den Patienten baldigst abzusägen, sondern fordert vielmehr die Arbeiter auf, ihn hochzupäppeln, damit sie wieder mehr verdienen. Hilferding ist gewiß ein Mann von starkem theoretischem Fundament und Befähigung zu weitem weltpolitischem Blick, aber so, ohne Ziel und ohne Feuer, gleicht er allzu sehr einem hochgebauten Leuchtturm, auf dem nur eine kleine Stearinkerze steht. Der Glaube an die geschichtsbildende Kraft des Proletariats ist dahin, die eigene Mutlosigkeit der Führerkaste wird auf die ganze Klasse projeziert.&#8221;</p>
<p class="vspace">Dem ist nichts hinzuzufügen.</p>
<p class="vspace"><big>Proletarische Hundertschaften &#8211; Vorläufer des RFB</big></p>
<p class="vspace">Die proletarischen Hundertschaften waren regional organisierte Arbeiterwehren und bestanden aus Mitgliedern (nur vereinzelt Frauen) des kommunistischen Ordnerdienstes, der u.a. zum Versammlungs- und Funktionärsschutz der KPD gegründet worden war. Die Hundertschaften waren militärisch ausgebildet und geschult. Obwohl Bewaffnung illegal war, verfügten zahlreiche Mitglieder der Hundertschaften über Waffen noch aus dem I. Weltkrieg oder den revolutionären Aufständen der vergangenen Jahre.</p>
<p class="vspace">Im Mai 1923 gab es (laut des Parteibuches &#8220;Der bewaffnete Aufstand, aus dem Jahre 1928) dreihundert proletarische Hundertschaften, vor allem in Berlin, im Ruhrgebiet, in Sachsen und Thüringen mit insgesamt etwa 250000 Mitgliedern.Die proletarischen Hundertschaften wurden am 23. November 1923 &#8211; zusammen mit der KPD &#8211; , kurz nach dem &#8220;Hamburger Aufstand&#8221;, vom preußischen Innenminister Severing (SPD) verboten.</p>
<p class="vspace"><big>Die Gründung des Roten Frontkämpferbundes (RFB)</big></p>
<p class="vspace">&#8220;Die Hoffnung auf den unmittelbar bevorstehenden Sieg der Revolution inDeutschland hatte die kommunistische Partei im Herbst 1923 zwar begraben müssen; das bedeutete jedoch keineswegs, daß sie damit auch das Instrument, daß ihr zu Erreichung dieses Ziels hatte dienen sollte, die proletarischen Hundertschaften, für untauglich erachtete. Sowohl in der Komintern-Diskussion über die &#8220;Lehren der deutschen Ereignisse&#8221; des Oktober 1923 als auch in den Referaten,Anträgen und Resolutionen des IX. Parteitages im April 1924 wurde die Arbeit in den &#8220;Organen der Einheitsfront von unten&#8221; &#8211; und zu ihnen zählten die Hundertschaften &#8211; als vordringlich bezeichnet.&#8221; (Kurt G.P. Schuster, Der Rote Frontkämpferbund 1924-1929, Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 55, Drost-Verlag, 1975).</p>
<p class="vspace">Aufgrund der wachsenden Bedrohung der ArbeiterInnen und des Klein- und Mittelstandes durch die Wirtschaftspolitik der rechtsbürgerlichen Parteien und der direkten Angriffe von Seiten der rechtsradikalen Freikorps, beschloß die KPD die Gründung einer &#8220;proletarischen Wehr- und Schutzorganisation&#8221;.</p>
<p class="vspace">Ziel dieser Organisation, die zwar eine eigenständige Struktur besaß, aber politisch von der KPD bestimmt wurde, war zum einen der Schutz der ArbeiterInnen vor Überfällen von Faschisten und der Polizei. Zum anderen besaß die politische Massenarbeit einen enormen Stellenwert, denn die ArbeiterInnenklasse sollte &#8220;über die Methoden und Mittel des Imperialismus und die Hintergründe der in seinem Namen geführten Kriege aufgeklärt und somit ihr Klassenbewußtsein vertiefen&#8221;. (Selbstdarstellung des RFB)</p>
<p class="vspace">Im Mai 1924 beschloß die Zentrale der KPD in Berlin, mit der Gründung der proletarischen Wehrorganisation &#8220;Roter Frontkämpferbund&#8221; (RFB) in den Bezirken Thüringen und Halle-Merseburg zu beginnen (Anlaß bzw. Auslöser war der sogenannte &#8220;Blutsonntag von Halle&#8221;). In diesen Bezirken besaß die kommunistische Partei eine gefestigte Position und konnte auf den noch vorhandenen Strukturen der 1923 verbotenen &#8220;proletarischen Hundertschaften&#8221;, die in dieser Gegend sehr stark gewesen waren, aufbauen.</p>
<p class="vspace">Am 31. Juli 1924 fand im Volkspark zu Halle die Gründungsversammlung des RFB statt.</p>
<p class="vspace">Um der Gefahr eines erneuten Verbotes aus dem Wege zu gehen, wurde beschlossen, (zunächst) keine bekannten Parteifunktionäre in den Vordergrund treten zu lassen.</p>
<p class="vspace">In den folgenden Monaten wurden mehrere Unterorganisationen des RFB gegründet. Der Rote Jungsturm, die Rote Marine und der Rote Frauen- und Mädchenbund (RFMB).</p>
<p class="vspace"><big>Roter Jungsturm (RJ) / Rote Jungfront (RJ)</big></p>
<p class="vspace">Neben den Soldaten richtete der RFB sein Hauptaugenmerk auf die ArbeiterInnenjugend. Sie kannte weder</p>
<p class="vspace">Krieg direkt, noch Militärdienst aus eigener Erfahrung und konnte deshalb von den romantisierenden nationalistischen Märchen über den heldenhaften Krieg stark beeinflußt werden.</p>
<p class="vspace">Um den Interessen von Jugendlichen besser und direkter Rechnung tragen zu können, wurde als Jugendorganisation des RFB am 22. August 1924 in Jena der Rote Jungsturm (RJ) gegründet, der im Januar 1925 in Rote Jungfront umbenannt wurde. Die RJ besaß eine eigenständige Organisationsstruktur und sollte Jugendliche im Alter von 16 bis 21 Jahren ansprechen.</p>
<p class="vspace">Schon eine Woche nach seiner Gründung in Thüringen hatte der RJ über 2000 Mitglieder.</p>
<p class="vspace"><big>Die Rote Marine</big></p>
<p class="vspace">Eine weitere Unterorganisation des RFB war die Rote Marine (RM), deren erste Formation im September 1925 in Bremen gegründet wurde.</p>
<p class="vspace">Aufgrund der überschaubaren Größe der Reichsmarine war es für die Rote Marine nahezu unmöglich, Matrosen für den Bund zu gewinnen. Sie blieb auch deshalb mitgliedsschwach, weil die meisten kommunistisch orientierten Matrosen vor der Gründung der RM bereits dem RFB beigetreten waren, und eine Mitgliedschaft in beiden Organisationen untersagt war.</p>
<p class="vspace">Mitglieder der Roten Marine waren hauptsächlich ehemalige Matrosen oder Hafen- und Werftarbeiter. Die bedeutendste Abteilung des Bundes befand sich in Hamburg, wo es 1927 nach eigenen Angaben 400 Rote Matrosen gab. Weitere Sektionen bestanden in Königsberg, Lübeck, Unterweser und Kiel. Politisch war die Rote Marine der jeweiligen Gauführung untergeordnet und finanziell von der RFB-Bundesführung abhängig. Die Rote Marine hatte den gleichen organisatorischen Aufbau wie der RFB.</p>
<p class="vspace"><big>Der Rote Frauen- und Mädchenbund (RFMB)</big></p>
<p class="vspace">Schon auf der I. Reichskonferenz des RFB stand die Bildung einer unabhängigen Rotfrontkämpferinnenorganisation auf der Tagesordnung, da die Rolle der Frauen im RFB von Anfang an nicht geklärt war.</p>
<p class="vspace">&#8220;Zunächst war keineswegs klar, welche Rolle der &#8220;revolutionären&#8221; Frau in der Bewegung zugedacht war. Richtlinien und Satzungen gaben darüber keinen Aufschluß, aber die Kameradinnen waren von Anfang an mit dabei und wurden an einigen Orten sogar in Funktionärsstellen gewählt.&#8221; (Kurt G.P. Schuster, s.o.)</p>
<p class="vspace">Nach kontroverser Diskussion setzte sich die Ansicht durch, daß eine eigenständige Frauenorganisation weit mehr Anziehungskraft auf Arbeiterinnen haben würde als der RFB.</p>
<p class="vspace">&#8220;Als die Bezirksleiter mit dem Projekt der Frauenabteilung vor ihre Bezirkskonferenz traten, scheinen sie doch auf einen weitverbreiteten Widerstand gestoßen zu sein. Das zeigt sich deutlich im Protokoll der II. Reichskonferenz, deren zweiter Verhandlungstag &#8211; neben der Abstimmung der Anträge &#8211; diesem Thema gewidmet war.&#8221; (Kurt G.P. Schuster, s.o.)</p>
<p class="vspace">Zudem gab es Anträge von einigen Bezirken, daß Frauen und Mädchen künftig nicht mehr an Aufmärschen und Veranstaltungen teilnehmen sollten, da sie &#8220;den Anstrengungen nicht gewachsen&#8221; seien und die militärische Disziplin stören würden.</p>
<p class="vspace">&#8220;Die anschließenden Diskussion erbrachte eine bunte Reihe von Argumenten unterschiedlicher Qualität und Provenienz (Herkunft, d.V.) für und wider die Loslösung vom Bunde: Die Rolle der Frau in der Pariser Kommune, die Tatsache, daß Rosa Luxemburg eine Frau war, die Verwendbarkeit der Frau im Sanitätsdienst, die durch denEinsatz von Frauen möglicherweise steigende Anziehungskraft des Bundes, die Tatsache, daß der Gegner (die rechts-reaktionären Bünde, d.V.) sich im Luisenbund ebenfalls eine Frauenabteilung geschaffen habe, wurden für den Verbleib der Frauen und Mädchen im RFB ins Feld geführt; dagegen sprach in den Augen der Delegierten die physiologische Unzulänglichkeit der Frau im &#8220;militärischen&#8221; Dienst, die Störung des disziplinierten militärischen Auftretens, die Zersetzung der &#8220;Manneszucht&#8221; durch die Mädchen, die &#8220;immer wieder erwiesene&#8221; geringe politische und auch nervliche Standhaftigkeit der Frau.&#8221; (Kurt G.P. Schuster, s.o.)</p>
<p class="vspace">Die Reichskonferenz beschloß, &#8220;die bestehenden Frauen- und Mädchenabteilungen obligatorisch vom RFB loszulösen und die Erfassung und Sammlung der Frauen im Roten Frauenbund durchzuführen&#8221;. Die Bundesleitung wurde beauftragt, die Initiative zur Gründung des neuen Bundes zu ergreifen.</p>
<p class="vspace">&#8220;Nicht erwähnt worden war in der Diskussion ein Argument, das in den Überlegungen der Zentrale der KPD angeblich eine Rolle gespielt haben soll. Clara Zetkin hat danach die Ansicht vertreten, daß bei der Angliederung der Frauen an den RFB die Werbekraft auf das weibliche Publikum zu gering sei und daß &#8211; um den &#8220;Radius&#8221; der ansprechbaren Frauen zu erweitern &#8211; die organisatorische Selbständigkeit der Frauenorganisation wünschenswert wäre.&#8221; (Kurt G.P. Schuster, s.o.)</p>
<p class="vspace">Da es zunächst nur bei diesem Appell blieb, legte Martha Grünert, Delegierte auf der II. Reichskonferenz 1925 und sehr engagiert in der Frage der Frauenorganisation, bei der Bundesleitung in Berlin folgenden Entwurf vor:</p>
<p class="vspace">&#8220;Die Frauenliga hat die Aufgabe, den Kampf für soziale Verbesserungen wie Mutterschutz, Kinderhilfe, Schulpflege usw. zu führen; für Abschaffung der § 128 und § 219 einzutreten, (&#8230;) in enger Verbindung mit dem RFB.&#8221;</p>
<p class="vspace">Der KPD gingen die politischen Ambitionen dieses Entwurfs jedoch entschieden zu weit. Der Bund solle nicht zu einem Parteiersatz werden. Gerade politisch brisante Themen wie Mutterschutz oder Abschaffung des Abtreibungsparagraphen 218 beanspruchte die KPD für sich.</p>
<p class="vspace">So wurde auf der am 29. November 1925 einberufenen Reichskonferenz des &#8220;provisorischen Komitees des Roten Frauenbundes&#8221; der Rote Frauen- und Mädchenbund (RFMB) gegründet, dessen Satzung bis auf den Paragraphen 3 mit der des RFB identisch war.</p>
<p class="vspace">Der Vorschlag von Martha Grünert, der sich in konkreten Forderungen zum &#8220;Zweck des Bundes&#8221; (Satzungsparagraph 3) äußerte, wurde durch allgemeine und verschwommenere Formulierungen ersetzt. Somit war klar, daß der RFMB, wie schon der RFB als &#8220;Vorschule der Partei&#8221; zu verstehen sein sollte.</p>
<p class="vspace">Die Auseinandersetzungen um den Zweck des Bundes gingen jedoch darüber hinaus.</p>
<p class="vspace">&#8220;Dabei wurde von den Frauen die Quadratur des Kreises erwartet: Sie sollten keine &#8220;militärische Organisation&#8221; sein, aber eine &#8220;Kampforganisation proletarischer Frauen&#8221;.Sie sollten kein &#8220;kleinbürgerlicher&#8221; Verein sein, aber &#8220;Methoden anwenden, wie sie bisher nur mit Erfolg von bürgerlichen Vereinen gebraucht wurden&#8221;. Sie durften nicht &#8220;den proletarischen Charakter&#8221; ihrer Veranstaltungen verwischen, aber sollten die &#8220;Tatsache beachten&#8221;, daß Frauen &#8220;ein starkes Unterhaltungs- und Bildungsbedürfnis haben&#8221;. Für die Gründungsversammlung sollte ein &#8220;freundliches&#8221; Lokal gesucht werden!&#8221; (Kurt G.P. Schuster, s.o.)</p>
<p class="vspace">Als Vorsitzende wurde Clara Zetkin gewählt, die diesen Posten jedoch von Anfang an nur fomal besetzte und ihre Hauptaufgabe in der KPD-Zentrale sah. Eigentliche Vorsitzende und organisatorischer Kopf war Helene Overlach, aus der Ortsgruppe Hamburg/ Wasserkante. Nach eigenen Angaben gehörten dem Roten Frauen- und Mädchenbund zum Zeitpunkt seiner ersten Reichskonferenz im November 1926 ca. 25000 Frauen an.</p>
<p class="vspace">Das Mindestalter wurde auf 16 Jahre festgelegt. Ähnlich wie die Rote Jungfront beim RFB wurde auch beim RFMB eine Jugendorganisation, die sogenannten &#8220;Mädelgruppen&#8221; eingerichtet. In Ihnen sollten Mädchen von 14 bis 18 Jahren zusammengefaßt werden.</p>
<p class="vspace">Frauen, die Mitglied beim RFMB wurden, leisteten, ähnlich wie die Männer beim RFB, einen Fahneneid, der &#8220;im Zeichen des Blutes&#8221; einen &#8220;heiligen Schwur bis zum Tod&#8221; ausdrücken sollte.</p>
<p class="vspace">Die Meldungen und Berichte über den RFMB waren, selbst in KPD- und RFB-Publikationen, mehr als dürftig.</p>
<p class="vspace">Zur II. RFMB-Reichskonferenz vom 10. Februar 1928, die bei Berlin stattfand, gab es beispielsweise nur eine kurze Notiz in der &#8220;Roten Fahne&#8221;, dem Zentralorgan der KPD. Dagegen wurde über Konferenzen des RFB seitenweise berichtet, Reden und Diskussionbeiträge sogar häufig im Wortlaut abgedruckt.</p>
<p class="vspace">Nachdem der preußische Innenminister Severing von der SPD am 3. Mai 1929 den Roten Frontkämpferbund und seine Unterorganisationen, die Rote Jungfront und die Rote Marine verboten hatte, konnte dern von diesem Verbot nicht betroffene RFMB ncoh am 17. August 1929 legal seine III. Reichskonferenz nach Erfurt einberufen.</p>
<p class="vspace">Durch die politischen Verbote kam diesem Treffen verständlicherweise eine besondere Bedeutung zu. Helene Overlach, 2. Vorsitzende des RFMB, rief alle Proletarierinnen dazu auf, »Soldaten für die Revolution« zu werden und die legalen Nachfolgeorganisationen des RFB, wie die Antifaschistischen Jungen Garden, zu unterstützen und ihnen beizutreten.</p>
<p class="vspace">Nachdem Helene Overlach im Jahre 1930 bei einer Demonstration schwer verletzt wurde und danach zur Schulung in die Sowjetunion ging, finden sich keine Berichte oder Dokumentationen über die Tätigkeit des RFMB mehr.</p>
<p class="vspace">Nach wie vor bleibt ungeklärt, welchen gesellschaftlichen und innerparteilichen Stellenwert der RFMB tatsächlich hatte. Selbst die Publikationen der KPD und des RFB, wie bereits erwähnt, geben wenig Aufschluß über die tatsächliche Bedeutung und liefern auch ein verzerrtes Bild dieser Frauenorganisation. Festzuhalten bleibt, daß die in Ansätzen bekannten und dargestellten Auseinandersetzungen um die Gründung des RFMB als eigenständige oder eingegliederte Organsiation, anschaulich dokumentieren, welches &#8211; aus heutiger Sicht &#8211; zum Teil rückständiges Frauenbild, auch auf linker Seite als &#8220;Norm&#8221; galt.</p>
<p class="vspace">Es dokumentiert ebenfalls, daß zwar eine Auseinandersetzung um die Funktion und Wirkungsweise des §218 oder die Bedeutung des Mutterschutzes stattgefunden hatte, jedoch eine tiefergehende (marxistische) Auseinandersetzung um die geselschaftliche Trennung von Reprodutions- und Produktionsarbeit im Kapiatalismus und der daraus resultierenden Frauenrolle nicht realisiert worden ist. So fehlt folglich auch eine breitere Auseinandersetzung um die Funktion der Kleinfamilie für den aufkommenden Faschismus. Nicht nur beim RFMB, RFB und KPD, sondern in der gesamten linken/proletarischen Bewegung spielten diese Fragen eine untergeordnete Rolle.</p>
<p class="vspace"><big>Einheitsfrontbestrebungen anhand der Fürstenenteignungskampagne</big></p>
<p class="vspace">In der ersten Hälfte des Jahres 1926 stand für den RFB der &#8220;Kampf für die Fürstenenteignung&#8221; im Vordergrund. Die Fürsten &#8211; deren Vermögen und Besitztümer 1918 zwar beschlagnahmt aber nicht enteignet worden waren &#8211; forderten von der Regierung insgesamt etwa 2,5 Milliarden Reichsmark Entschädigung. Allein für die Hohenzollern zahlte der Staat jährlich 600000 Reichsmark.</p>
<p class="vspace">Beginn der Kampagne war der von der KPD am 25. November 1925 eingebrachte Gesetzentwurf, der die entschädigungslose Enteignung der ehemaligen Fürstentümer forderte. Da der Entwurf erwartungsgemäß abgelehnt wurde, strebte die KPD einen Volksentscheid an. Zu dessen Durchführung war zunächst ein Volksbegehren erforderlich, dei dem sich am 17. März 1926 rund 12,5 Millionen Wahlberchtigte für den Volksentscheid aussprachen. Das waren weit mehr als die erforderlichen 10%; der Volksentscheid wurde für den 20. Juni 1926 angesetzt.</p>
<p class="vspace">Von der KPD wurde die Kampagne als großer Erfolg in der Frage der Einheitsfront gewertet. Große Teile der mittelständischen Bevölkerungsschicht, die konkret von der Inflation um ihre Ersparnisse gebracht worden waren und im allgemeinen mit der fortschreitenden Monopolisierung des Kapitals (immer mehr Großbetriebe, immer weniger Mittelständische- und Kleinbetriebe) betroffen waren, votierten dementsprechend für die Enteignung. Deshalb &#8211; schon allein aus wahltaktischen Gründen &#8211; beteiligte sich die SPD nach anfänglichem Zögern and der Kampagne. Die Führung des Reichsbanners untersagte ihren Mitgleidern zwar die Zusammenarbeit mit KommunistInnen, sprach sich aber für die Kampagne aus. Allein in Thüringen bildeten sich &#8211; trotz der Anweisung der Reichsbannerführung &#8211; über 30 Einheitsfront-Komitees, denen KommunistInnen, SozialdemokratInnen, Rotfrontkämpfer, Gewerkschafts- und Reichsbannermitglieder angehörten.</p>
<p class="vspace">&#8220;Wer den Fürsten nur einen Pfennig gibt, bezahlt die Maschinengewehre der Monarchisten&#8221;, hieß es auf einer Kundgeung der Roten Jungfront, der Jugendorganisation des RFB, am 3. Februar 1926 in Berlin/Wedding. In Berlin nahmen am 27. Januar 1926 rund 150000 Menschen an einer Demonstration für die Fürstenenteignung teil.</p>
<p class="vspace">Trotz der breiten Mobilisierung und Größe der Kampagne fehlten am 20. Juni 4,5 Millionen Stimmen. 15,5 Millionen Stimmen waren mit ihrer &#8220;Ja&#8221;-Stimme für die entschädigungslose Enteignung der Fürsten eingetreten. Das waren mehr, als Hindenburg bei seiner Wahl zum Reichspräsidenten, nach dem Tode Eberts, 1925 bekommen hatte. Auch wenn die Kampagne ihr Ziel nicht erreicht hatte, wurde sie von der KPD ausschließlich als Niederlage gewertet. Ein Teilerfolg war beispielsweise, daß ein beachtlicher Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen war.</p>
<p class="vspace">Die Kampagne war zugleich Teil des antimilitaristischen Kampfes, denn die Kron- und Erbprinzen besaßen teilweise Führungspositionen in den militaristischen Verbänden. Beispielsweise waren die Hohenzollernprinzen August Wilhelm und Eitel Friedrich hohe Führer im Stahlhelm und später in der SA. Erbprinz Josias von Waldeck-Pyrmont gehörte zum Jungdeutschen Orden, war SS-Führer und später KZ-Kommandeur.</p>
<p class="vspace"><big>Bilder der Straßen</big></p>
<p class="vspace">Angesichts der Gefahr, die der RFB durch die jederzeit von Polizei oder militaristischen Verbänden erfolgenden Überfälle ausgesetzt war, traf der Bund bei seinem öffentlichen Auftreten Sicherungsmaßnahmen. Auch die Erfahrungen aus den Niederschlagungen der revolutionären Aufstände sowie den anschließenden Verfolgungen waren Hintergrund dafür, daß alle größeren Demonstrationen durch einen Beobachtungs- und Meldedienst gesichtert wurde, der den Zug unmittelbar und in den Nebenstraßen begleitete. Außerdem marschierten besondere Sicherungsgruppen hinter der Fahne im Zuge und am Ende des Zuges. Bei gegebenen Anlässen begleiteten diese Sicherungsgruppen die Demonstrationen auch in Reihen am Straßenrand.</p>
<p class="vspace">Diese Maßnahmen dienten dem Schutz vor Zusammenstößen und dem Eindringen von Spitzeln und Provokateuren in Demonstrationen. Desweiteren verfolgte das disziplinierte Auftreten den Zweck, bei der Bevölkerung und der Polizei als politisch starke und handlungsfähige Bewegung bzw. Organisation aufzutreten.</p>
<p class="vspace">Massenaufmärsche und Paraden hatten in jener Zeit große agitatorische Bedeutung, was bei der Betrachtung aus heutiger Sicht, von erheblicher Bedeutung sein sollte. Es gab damals weder Fernsehen &#8211; das Kino steckte in den Kinderschuhen &#8211; noch war das Radio ein Massenmedium. So muß sich vor Augen geführt werden, daß eine &#8220;Doppelöffentlichkeit&#8221; (Medienwirklichkeit und Realität) wie in der heutigen Gesellschaft, nicht existent war. Das politische Leben spielte sich vor allem auf der Straße ab. Hier gab es authentische Bilder und Informationen, hier konnte sich ein Bild von der Überzeugungskraft der jeweiligen politischen Organisation gemacht werden. So erhöhten Demonstrationen die politische Ausstrahlungskraft, wirkten entsprechend auf die eigenen Mitglieder und waren, neben Streiks, das wichtigste politische Mittel, zur Durchsetzung politischer Forderungen.</p>
<p class="vspace">Die Paraden rechter, reaktionärer Verbände, allen voran der Stahlhelm, hatten die Atmosphäre in vielen deutschen Städten seit Ende 1923 bestimmt.</p>
<p class="vspace">Dieses Bild veränderte sich schon kurz nach der Gründung des Reichbanners Schwarz-Rot-Gold und des RFB. Das Auftreten der gut organsierten und disziplinierten Rotfrontkämpferabteilungen, die zumeist von Spielmannszügen oder Schalmeienkapellen angeführt wurden, veränderte die Stimmung innerhalb der ArbeiterInneschaft, mobilisierte, gab politisches Bewußtsein (zurück) und demonstrierte die eigene Stärke.</p>
<p class="vspace">Der Gesang revolutionärer Marsch- und Kampflieder spielte dabei eine besondere Rolle. Nicht allein als Mittel, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Disziplin innerhalb der einzelnenen Kolonnen zu stärken, vielmehr wirkten die Texte aufklärend, werbend und mobilisierend nach außen. In der ersten Zeit des RFB wurden, neben bekannten ArbeiterInnenliedern, besonders jene Lieder gesungen, die in den Kämpfen der Novemberrevolution 1918 entstanden waren. Die Texte berichteten in einfachen Worten von den Kämpfen, Opfern und Erlebnissen jener Tage.</p>
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		<title>Das Konzept des libertären Kommunismus (1936) Teil2</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 12:47:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Kommune wird sich mit all dem zu befassen haben, was das Individuum betrifft. Sie wird sich um alle Angelegenheiten kümmern müssen, die in Zusammenhang mit der Verwaltung und Verschönerung der Ortschaft stehen. Sie wird für die Unterbringung ihrer Bewohner sorgen müssen. Sie wird sich um die Artikel und Produkte kümmern müssen, die ihr von den Gewerkschaften und Produzentenvereinigungen geliefert worden sind. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="vspace"><span id="more-314"></span><strong><em>Aufgabe und innere Organisation der Kommune</em></strong></p>
<p class="vspace">Die Kommune wird sich mit all dem zu befassen haben, was das Individuum betrifft. Sie wird sich um alle Angelegenheiten kümmern müssen, die in Zusammenhang mit der Verwaltung und Verschönerung der Ortschaft stehen. Sie wird für die Unterbringung ihrer Bewohner sorgen müssen. Sie wird sich um die Artikel und Produkte kümmern müssen, die ihr von den Gewerkschaften und Produzentenvereinigungen geliefert worden sind.</p>
<p class="vspace">Sie wird sich ebenso mit der Hygiene, der kommunalen Statistik, den kollektiven Bedürfnissen, dem Unterricht, den Gesundheitseinrichtungen sowie der Erhaltung und Vervollkommnung der örtlichen Kommunikationsmöglichkeiten beschäftigen. Sie wird die Verbindungen zu den anderen Kommunen organisieren und sich um die Förderung künstlerischer und kultureller Aktivitäten bemühen. Um diese Aufgabe gut erfüllen zu können, wird ein Rat der Kommune gewählt werden, dem die Vertreter der Räte für Ackerbau, Gesundheit, Kultur, Verteilung sowie Produktion und Statistik angehören werden. Das Wahlverfahren für die Räte der Kommune wird man unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Bevölkerungsdichte erarbeiten, wobei man berücksichtigen muß, daß die Metropolen bei der Bildung von Föderationen der Kommunen nur langsam politisch dezentralisiert werden.</p>
<p class="vspace">Alle diese Institutionen werden keinen exekutiven oder bürokratischen Charakter haben. Abgesehen von denen, die technische oder rein statistische Aufgaben wahrnehmen, werden auch sie ihre Aufgabe als Produzenten erfüllen. Die Mitglieder der einzelnen Institutionen versammeln sich erst gegen Ende des Arbeitstages, um die Detailfragen zu diskutieren, die nicht der Zustimmung durch die kommunalen Versammlungen bedürfen. Es werden so oft Versammlungen abgehalten, wie es die Bedürfnisse der Kommune erfordern, und zwar entweder auf Ersuchen der Mitglieder des Rates der Kommune oder auf Wunsch der Einwohner einer jeden Kommune.</p>
<p class="vspace"><strong>Gegenseitige Kontakte und Austausch der Produkte</strong></p>
<p class="vspace">Wie schon erwähnt, ist unsere Organisation föderalistischer Art und sichert die Freiheit des einzelnen innerhalb der Gruppe und innerhalb der Kommune, die der Kommunen innerhalb der Föderation und die der Föderationen innerhalb der Konföderationen. Wir kommen also vom Individuum zum Kollektiv und sichern so die Rechte des einzelnen. Das Prinzip der Freiheit bleibt dabei unantastbar. Die Bewohner einer Kommune werden untereinander die internen Probleme diskutieren: Produktion, Konsum, Unterricht, Hygiene und was sonst noch für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Kommune erforderlich sein könnte. Wenn es sich um Probleme handelt die einen ganzen Landstrich oder eine Provinz angehen, dann müssen die Föderationen untereinander beraten.</p>
<p class="vspace">In den Versammlungen, die letztere abhalten, werden alle Kommunen vertreten sein, deren Delegierte die Argumente vorbringen werden, die zuvor in ihren Heimatkommunen gebilligt worden sind. Wenn zum Beispiel Straßen gebaut werden sollen, die die Ortschaften eines Landstriches miteinander verbinden, oder wenn es um Transportangelegenheiten oder um den Austausch von Produkten zwischen landwirtschaftlich ausgerichteten und industriell geprägten Landstrichen geht, dann ist es nur natürlich, wenn alle Kommunen ihren Standpunkt darlegen, denn sie müssen ja auch alle ihren Beitrag zu den Bauarbeiten leisten.</p>
<p class="vspace">In Angelegenheiten regionalen Charakters wird es die Regionale Föderation sein, die die Beschlüsse in die Praxis umsetzt. Diese Beschlüsse werden den souveränen Willen aller Bewohner der Region zum Ausdruck bringen. Denn zur Willensbildung kommt es zuerst beim Individuum, dann in der Kommune, dann in der Föderation und schließlich in der Konföderation. Auf ganz ähnliche Art und Weise werden wir zu einer Diskussion aller Probleme kommen, die die ganze Nation angehen, denn unsere Einrichtungen werden sich untereinander immer mehr ergänzen. Die nationale Organisation wird die internationalen Beziehungen regeln, indem sie direkten Kontakt zum Proletariat der anderen Länder aufnimmt, und zwar mit Hilfe der ihr zur Verfügung stehenden Organe, die, wie in unserem Falle, der Internationalen Arbeiter-Assoziation angehören.</p>
<p class="vspace">Um den Austausch der Produkte von Kommune zu Kommune zu sichern, setzen sich die Räte der Kommune mit den regionalen Föderationen der Kommunen und mit dem Rat der Konföderation für Produktion und Verteilung in Verbindung, wobei sie das anfordern, was ihnen fehlt, und das anbieten, was sie im Überfluß haben. Durch das Netz von Verbindungen zwischen den Kommunen und den Räten für Produktion und Statistik, die durch die Nationalen Produzentenföderationen hergestellt werden, ist das Problem bereits gelöst und vereinfacht.</p>
<p class="vspace">Was die kommunale Seite der Frage betrifft, so werden Produzentenbescheinigungen genügen, die von den Werks- und Fabrikräten ausgestellt sind und den Arbeitern das Recht zum Erwerb dessen geben, was sie zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse benötigen. Die Produzentenbescheinigung ist im Prinzip so etwas wie ein Wechselbrief, die zwei Ausführungsbestimmungen unterworfen ist: Erstens, daß sie nicht übertragbar ist, und zweitens, daß man ein Verfahren entwickelt, mit dem auf der Bescheinigung der Wert der Arbeit in Arbeitstagen registriert wird und der hier eingetragene Wert höchstens ein Jahr lang zum Erwerb von Produkten berechtigen soll. Den nicht in den Arbeitsprozeß einbezogenen Teilen der Bevölkerung werden die Gemeinderäte Verbrauchsbescheinigungen ausstellen.</p>
<p class="vspace">Selbstverständlich kann man keine absolut gültige Norm aufstellen. Die Autonomie der Kommunen muß respektiert werden, die, wenn sie es für angemessen halten, ein anderes System des inneren Austausches einführen können, vorausgesetzt daß die neuen Systeme auf keinen Fall die Interessen der anderen Kommunen verletzen.</p>
<p class="vspace">Pflichten des Individuums gegenüber dem Kollektiv und Idee von der gerechten Verteilung</p>
<p class="vspace">Der freiheitliche Kommunismus ist unvereinbar mit jedem auf Strafe beruhenden System, und folglich führt er auch zum Verschwinden des gegenwärtig herrschenden Systems einer korrigierenden Justiz und mit ihm der Strafinstrumente (Gefängnisse, Zuchthäuser etc.). Dieser Bericht ist der Auffassung, daß unter den gegenwärtigen Verhältnissen die sogenannten Delikte hauptsächlich soziale Ursachen haben und wenn diese Ursachen verschwunden sind, im allgemeinen auch das Delikt verschwindet.</p>
<p class="vspace">Wir meinen also:</p>
<ul>
<li><strong>Erstens:</strong> Daß der Mensch nicht von Natur aus schlecht ist und daß die Straffälligkeit die logische Folge der sozialen Ungerechtigkeit ist, in der wir leben.</li>
<li><strong>Zweitens:</strong> Daß, wenn man die Bedürfnisse des Menschen befriedigt und ihm eine vernünftige und menschliche Erziehung gewährt, diese Ursachen verschwinden müssen.</li>
</ul>
<p class="vspace">Darum glauben wir, daß ein Individuum, das seine Pflichten, sei es nun im Bereich der Moral oder der Produktion, nicht erfüllt, vor den Volksversammlungen zu erscheinen hat, die im Sinne sozialer Harmonie eine gerechte Lösung für die Angelegenheit finden werden. Der freiheitliche Kommunismus wird also seine „korrigierenden Maßnahmen“ der Medizin und der Pädagogik entnehmen, die über die einzigen vorbeugenden Hilfsmittel verfügen, die die moderne Wissenschaft anerkennen. Wenn irgendein Individuum als Opfer pathologischer Erscheinungen gegen die Harmonie verstößt, die zwischen den Menschen herrschen soll, dann wird die pädagogische Therapeutik sich darum bemühen, sein seelisches Gleichgewicht wiederherzustellen und in ihm das moralische Gefühl für soziale Verantwortlichkeit zu stärken, das durch sein ungesundes Erbe sich nicht hat entwickeln können.</p>
<p class="vspace"><strong>Die Familie und die Beziehungen zwischen den Geschlechtern</strong></p>
<p class="vspace">Man sollte nicht vergessen, daß die Familie der erste zivilisatorische Kern des Menschengeschlechts gewesen ist und daß sie auf dem Gebiet der Kultur, der Moral und des Gemeinschaftsgeistes Bewunderungswürdiges geleistet hat. Man sollte nicht vergessen, dass sie sich auch innerhalb der Entwicklung von der Familie zum Clan, vom Clan zum Stamm, vom Stamm zum Volk und vom Volk zur Nation erhalten hat. Es ist deshalb wahrscheinlich, daß die Familie noch lange Zeit bestehen bleiben wird. Die Revolution darf nicht gewaltsam gegen die Familie vorgehen, ausgenommen in solchen Fällen, in denen es sich um unharmonische Ehen handelt, bei denen man das Recht auf Scheidung anerkennen und unterstützen muß. So wie die erste Maßnahme des freiheitlichen Kommunismus darin besteht, die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Menschen ohne Unterschied der Geschlechter zu sichern, so wird auch die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Mann und Frau verschwinden, die aus Gründen wirtschaftlicher Unterlegenheit im Kapitalismus entstanden ist. Es ist also klar, daß die Geschlechter gleichberechtigt sein werden, in ihren Rechten wie in ihren Pflichten.</p>
<p class="vspace">Der freiheitliche Kommunismus proklamiert die freie Liebe, die nur durch den Willen des Mannes und der Frau bestimmt wird, wobei den Kindern der Schutz durch die Gemeinschaft garantiert wird und sie durch die Anwendung biologisch-eugenischer Prinzipien vor menschlichen Verirrungen bewahrt bleiben. Ebenso wird eine gute Sexualerziehung in der Schule auf eine Auswahl der Spezies Mensch hinwirken, die in Übereinstimmung mit den Zielen der Eugenik erfolgt, so daß sich die menschlichen Paare bewußt fortpflanzen und daran denken, gesunde und schöne Kinder zu zeugen.</p>
<p class="vspace">Für moralische Probleme, die die Liebe in eine freiheitliche kommunistische Gesellschaft hineintragen kann und die z.B. in Eifersucht ihre Ursache haben könnten, gibt es in der Gemeinschaft und in Freiheit nur zwei Lösungsmöglichkeiten, damit die menschlichen und sexuellen Beziehungen sich normal entwickeln. Für den, der Liebe mit Gewalt erzwingen will und sich dabei wie ein Tier benimmt, wird es, wenn weder guter Rat noch der Respekt vor dem Recht des einzelnen etwas auszurichten vermag, nur ein Mittel geben, nämlich die Entfernung aus der Gemeinschaft. Für viele Krankheiten empfiehlt sich ein Wasser- und Luftwechsel. Gegen die Liebeskrankheit, eine Krankheit, die sich in Starrsinn und Blindheit verwandeln kann, wird sich ein Wechsel der Kommune empfehlen, wobei der Kranke von dem Milieu entfernt wird, das ihn blind und verrückt macht, obgleich nicht zu befürchten steht, daß es in einer Atmosphäre sexueller Freiheit dazu kommen wird.</p>
<p class="vspace"><strong>Die religiöse Frage</strong></p>
<p class="vspace">Die Religion, eine rein subjektive Erscheinung der menschlichen Existenz, wird insoweit anerkannt werden, als sie sich auf das Heiligtum des individuellen Gewissens beschränkt. Aber auf keinen Fall kann die Religion in der Form einer öffentlichen Zurschaustellung oder eines moralischen und intellektuellen Zwanges anerkannt werden. Es bleibt dem einzelnen freigestellt, wie viele moralische Ideen er sich zu eigen machen will, doch alle Riten werden verschwinden.</p>
<p class="vspace"><strong>Über die Pädagogik, die Kunst, die Wissenschaft und das freie Experimentieren</strong></p>
<p class="vspace">Das Erziehungsproblem muß mit radikalen Mitteln gelöst werden. In erster Linie muß das Analphabetentum energisch und systematisch bekämpft werden. Die Kultur wird denen zurückgegeben werden, denen man sie geraubt hatte. Dies ist eine Pflicht der Wiedergutmachung im Sinne der sozialen Gerechtigkeit, die die Revolution erfüllen muß. So wie der Kapitalismus den gesellschaftlichen Reichtum gehamstert hat, so haben die Städte Kultur und Erziehung monopolisiert. Den materiellen Reichtum und die Kultur zurückzuerstatten, das sind die wesentlichsten Ziele unserer Revolution. Wie das geschehen soll? Dadurch, daß im materiellen Bereich der Kapitalismus enteignet wird und im moralischen Bereich die Kultur denen vermittelt wird, denen sie fehlt.</p>
<p class="vspace">Unsere erzieherische Arbeit muß sich folglich in zwei Etappen vollziehen. Wir haben eine erzieherische Aufgabe, die wir unmittelbar nach der Revolution lösen müssen, und eine allgemein menschliche Aufgabe, die erst im Rahmen der neuen Gesellschaft zu erfüllen ist. Die unmittelbare erzieherische Aufgabe wird darin bestehen, unter der analphabetischen Bevölkerung eine elementare Bildungsarbeit zu organisieren, die zum Beispiel im Unterricht folgender Dinge bestehen könnte: Lesen, Schreiben, Rechnen, Sport, Hygiene, Entwicklungs- und Revolutionsgeschichte, theoretische Aufklärung über die Nichtexistenz Gottes etc. Diese Aufgabe kann von einer großen Zahl gebildeter junger Leute als freiwilliger Bildungsdienst für ein oder zwei Jahre übernommen werden, wobei sie durch die Nationale Föderation für Erziehung entsprechend ausgebildet und überwacht werden.</p>
<p class="vspace">Diese Institution wird unmittelbar nach der Proklamierung des freiheitlichen Kommunismus die Leitung aller Lehr- und Bildungszentren übernehmen und die Tauglichkeit der hauptberuflichen und freiwilligen Lehrer über prüfen. Die Nationale Föderation für Erziehung wird sich von denjenigen trennen, die intellektuell, vor allem aber moralisch nicht in der Lage sind, sich den Erfordernissen einer freien Pädagogik anzupassen. Ebenso wird bei der Auswahl der Lehrer für die Volksschule beziehungsweise die Höhere Schule allein die in praktischer Arbeit bewiesene Fähigkeit entscheiden.</p>
<p class="vspace">Der Unterricht, dessen pädagogische Aufgabe darin besteht, zu einer neuen Menschlichkeit zu erziehen, wird frei, wissenschaftlich und für beide Geschlechter in gleicher Weise zugänglich sein. Alle notwendigen Mittel werden zur Verfügung gestellt werden, um sich in jedem nur möglichen Zweig der menschlichen Produktivität und des menschlichen Wissens üben zu können. Der Hygiene und der Kindererziehung wird Vorrang eingeräumt werden, wobei die Frau dazu erzogen wird, schon in der Schule das Notwendige zu lernen, um Mutter sein zu können. Ebenso wird ein Hauptaugenmerk auf die Sexualerziehung gelegt werden, die die Grundlage für eine Verbesserung des Menschengeschlechts ist. Wir halten es für die Hauptaufgabe der Pädagogik, die Heranbildung von Menschen mit selbständigem Urteil zu fördern, wobei natürlich auch die Frauen gemeint sind. Dazu wird es notwendig ein, daß der Lehrer alle Anlagen des Kindes mit dem Ziel fördert, daß das Kind zur vollständigen Entwicklung aller seiner Fähigkeiten gelangt.</p>
<p class="vspace">In dem pädagogischen System, das der freiheitliche Kommunismus verwirklichen wird, werden auf gar keinen Fall Bestrafungen oder Belohnungen Platz finden, denn diese beiden Erscheinungen enthalten den Keim zur Entwicklung aller Formen von Ungleichheit. [1]</p>
<p class="vspace">Das Kino, der Rundfunk, die pädagogischen Hilfsmittel &#8211; Bücher, Bilder, Projektionsapparate &#8211; werden ausgezeichnete und wirksame Dienste bei einer schnellen intellektuellen und moralischen Umgestaltung der gegenwärtigen Generationen leisten und ebenso bei der Entwicklung der Persönlichkeit der Kinder und Heranwachsenden von Nutzen sein, die im freiheitlichen Kommunismus geboren werden und aufwachsen.</p>
<p class="vspace">Ganz abgesehen vom rein erzieherischen Aspekt wird die freiheitliche kommunistische Gesellschaft schon in den ersten Jahren allen Menschen das Recht sichern, ihr Leben lang Zugang zu Wissenschaft, Kunst und Forschung zu erhalten, soweit sich das mit den unabdingbaren Erfordernissen produktiver Arbeit vereinbaren läßt. Erst solche geistige Betätigungen garantieren die Gesundheit und das seelische Gleichgewicht der menschlichen Natur. Darum sind auch die Produzenten in der freiheitlichen, kommunistischen Gesellschaft nicht in Hand- und Kopfarbeiter aufgeteilt, sondern alle werden zugleich körperlich und geistig arbeiten. Darüber hinaus wird der Zugang zu den Künsten und Wissenschaften frei sein, denn die Zeit, die man auf sie verwendet, gehört dem Individuum und nicht der Gemeinschaft, aus der sich der einzelne lösen kann, wenn er Lust dazu hat, sobald er die Tagesarbeit, seine Aufgabe als Produzent erfüllt hat.</p>
<p class="vspace">Es gibt Bedürfnisse geistiger Art, die als Parallelerscheinungen zu den materiellen Bedürfnissen angesehen werden können und die sich um so mehr in einer Gesellschaft bemerkbar machen, je mehr in ihr die materiellen Bedürfnisse befriedigt werden und der Mensch als moralisch emanzipiert akzeptiert wird. So wie die Entwicklung eine ununterbrochene Linie ist, wenn auch nicht immer eine Gerade, so wird auch der einzelne immer Ehrgeiz haben, etwa den Wunsch, mehr zu genießen, seine Eltern zu übertreffen, unter seinen Kollegen hervorzuragen, sich selbst zu überwinden.</p>
<p class="vspace">Alle diese Wünsche nach dem Übertreffen anderer, nach schöpferischer, künstlerischer, wissenschaftlicher oder literarischer Tätigkeit und nach dem Experimentieren kann eine Gesellschaft, die auf der freien Prüfung und der Freiheit, alle Ausdrucksformen des menschlichen Lebens zu tolerieren, beruht, unter keinerlei allgemeinen oder materiellen Zweckmäßigkeitserwägungen unterdrücken; sie wird diese Bestrebungen nicht scheitern lassen, wie es heute geschieht, sondern sie wird im Gegenteil fördern und pflegen, da sie weiß, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt und daß die Menschheit unglücklich wäre, müßte sie allein vom Brot leben.</p>
<p class="vspace">Es ist unlogisch zu glauben, daß die Menschen in unserer neuen Gesellschaft nicht das Bedürfnis nach Zerstreuung hätten. In den autonomen freiheitlichen Kommunen werden im Gegenteil Tage zur allgemeinen Erholung bestimmt, wozu die Versammlungen symbolträchtige Tage aus der Geschichte oder aus dem Naturablauf auswählen werden. Ebenso werden bestimmte Stunden am Tage für Ausstellungen, Theateraufführungen, Filmvorführungen oder Vorträge reserviert, die allen Freude und Zerstreuung bringen.</p>
<p class="vspace"><strong>Verteidigung der Revolution</strong></p>
<p class="vspace">Wir räumen ein, daß es notwendig ist, die mit Hilfe der Revolution gewonnenen Errungenschaften zu verteidigen. Weil wir annehmen, daß es in Spanien mehr revolutionäre Möglichkeiten gibt als in irgendeinem der Nachbarländer, ist zu vermuten, daß sich der Kapitalismus in diesen Ländern nicht damit abfindet, wenn er sich der Interessen beraubt sieht, die er im Lauf der Zeit in Spanien erworben hatte.</p>
<p class="vspace">Solange also die soziale Revolution nicht in internationalem Maßstab gesiegt hat, wird man die zur Verteidigung des neuen Regimes notwendigen Maßnahmen ergreifen müssen, sei es gegen die Gefahr einer ausländischen kapitalistischen Invasion, wie sie oben angedeutet wurde, sei es, um eine Konterrevolution im eigenen Lande zu verhindern. Ein stehendes Heer bedeutet allerdings die größte Gefahr für die Revolution, denn unter seinem Einfluß würde sich die Diktatur herausbilden, die der Revolution unvermeidlich den Todesstoß geben würde.</p>
<p class="vspace">In den Augenblicken des Kampfes, in denen die Streitkräfte des Staates ganz oder teilweise mit dem Volk gemeinsame Sache machen, werden die organisierten militärischen Kräfte auf den Straßen ihren Beitrag zum Sieg über die Bourgeoisie leisten. Ist diese aber niedergeworfen, wird die Aufgabe der Streitkräfte beendet sein. Das bewaffnete Volk wird die beste Garantie gegen jeden Versuch bilden, das zerstörte kapitalistische Regime mit innerspanischen oder ausländischen Kräften zu restaurieren. Es gibt Tausende von Arbeitern, die den Militärdienst absolviert haben und die moderne militärische Technik kennen.</p>
<p class="vspace">Jede Kommune muß über Waffen und Geräte für die Verteidigung verfügen, bis die Revolution endgültig gesichert ist. Danach können sie dann in Arbeitsgeräte umgewandelt werden. Wir empfehlen dringend die Unterhaltung von Flugzeugen, Panzern, gepanzerten Fahrzeugen, Maschinengewehren und auch Flugabwehrkanonen, denn in der Luft liegt die Hauptgefahr im Falle einer ausländischen Invasion. Wenn dieser Augenblick gekommen ist, wird das Volk rasch mobilmachen, um sich dem Feind entgegenzuwerfen.</p>
<p class="vspace">Sobald die Verteidigungsaufgabe erfüllt ist, werden die Produzenten an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Diese Generalmobilmachung wird alle Personen beiderlei Geschlechts erfassen, sofern sie für den Kampf tauglich sind. Sie werden sich vorbereiten, um in diesem Kampf die vielfältigen und notwendigen Aufgaben erfüllen zu können. Die Verteidigungskräfte der Konföderation, die bis hinunter in den Produktionsstätten bereitstehen, werden bei der Verteidigung der Errungenschaften der Revolution die wertvollsten Hilfskräfte sein. Wir müssen große Anstrengungen unternehmen, um sie für die Kämpfe auszubilden.</p>
<p class="vspace"><strong>Wir erklären deshalb:</strong></p>
<ul>
<li><strong>Erstens:</strong> Die Entwaffnung des Kapitalismus bedeutet die Aushändigung der Waffen an die Kommunen, die mit ihrer Unterhaltung und Pflege beauftragt werden und gleichzeitig dafür sorgen, daß die Verteidigungskräfte im nationalen Rahmen wirksam organisiert werden.</li>
<li><strong>Zweitens:</strong> Im internationalen Rahmen müssen wir unter den Proletariern aller Länder intensive Propagandaanstrengungen unternehmen, damit diese Proletarier energischen Protest einlegen und sich mit uns solidarisch erklären, wenn von Seiten ihrer Regierungen irgendein Invasionsversuch unternommen wird. Zur gleichen Zeit wird unsere Iberische Konföderation der Autonomen Freiheitlichen Kommunen allen Ausgebeuteten der Welt moralische und materielle Hilfe leisten, damit sie sich für immer aus der unerträglichen Vormundschaft des Kapitalismus und des Staates befreien können.</li>
</ul>
<p class="vspace"><em>Abschließende Bemerkungen</em></p>
<p class="vspace">Unsere Arbeit ist hiermit beendet, aber bevor wir zum Schluß kommen, glauben wir, in dieser historischen Stunde noch einmal dringend darauf hinweisen zu müssen, daß diese Schrift nicht als etwas Endgültiges angesehen werden darf, das als unverrückbare Norm für die Aufbauarbeit des revolutionären Proletariats dienen soll. Der Anspruch dieser Ausführungen ist wesentlich bescheidener. Wir würden es begrüßen, wenn der Kongreß in ihnen die allgemeinen Linien eines ersten Planes sehen würde, den die Arbeiter vollenden müssen: einen Ausgangspunkt für die Menschheit auf dem Wege zu ihrer gänzlichen Befreiung.</p>
<p class="vspace">Jeder, der sich klug, mutig und befähigt fühlt, möge unsere Arbeit verbessern.</p>
<p class="vspace"><small>[1] Zu den Erziehungsvorstellungen vgl. auch die Versuche Francisco Ferrers, der bereits 1901 in Barcelona eine freie Schule gegründet hat. Francisco Ferrer, Die moderne Schule, Berlin 1923, Nachdruck mit einem neuen Vorwort, Karin Kramer Vlg., Berlin 1970 + 1975</small></p>
<p class="vspace">Originaltext: <a rel="nofollow" href="http://www.fau-bremen.de.vu/" target="_blank">http://www.fau-bremen.de.vu</a> (überarbeitet) gespiegelt von: <a rel="nofollow" href="http://www.anarchismus.at/" target="_blank">http://www.anarchismus.at</a></p>
<p class="vspace">zurück <a href="http://www.die-gruppe-md.de/das-konzept-des-libertaren-kommunismus-1936-teil1" target="_blank">Teil1</a></p>
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		<item>
		<title>Das Konzept des libertären Kommunismus (1936) Teil1</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 12:42:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In einer geschichtlich reifen Situation schien es möglich, das Versprechen einer herrschaftsfreien Gesellschaft unmittelbar einzulösen. Ist die Niederlage des antifaschistischen Lagers im spanischen Bürgerkrieg nur militärisch als Folge der schlechteren Ausrüstung und der mangelnden Ausbildung zu erklären? Oder waren theoretische Konzepte und/oder politische Umsetzung verantwortlich für das Scheitern der Utopie? Um zur Klärung beizutragen veröffentlichen wir das „Revolutionsprogramm des Gewerkschaftskongresses von 1936“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-313"></span><em>Mit ihren weit mehr als 1.500.000 Mitgliedern war die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CNT bisher bedeutendster Ausdruck der anarchistischen Idee.</em></p>
<p><strong>In einer geschichtlich reifen Situation schien es möglich, das Versprechen einer herrschaftsfreien Gesellschaft unmittelbar einzulösen. Ist die Niederlage des antifaschistischen Lagers im spanischen Bürgerkrieg nur militärisch als Folge der schlechteren Ausrüstung und der mangelnden Ausbildung zu erklären? Oder waren theoretische Konzepte und/oder politische Umsetzung verantwortlich für das Scheitern der Utopie? Um zur Klärung beizutragen veröffentlichen wir das „Revolutionsprogramm des Gewerkschaftskongresses von 1936“.</strong></p>
<p><em>[Teile des Textes, in denen es um das Schaffen „schöner Menschen“ (Eugenik) oder die Erziehung von Frauen zu Müttern geht, werden von uns entschieden abgelehnt. ]</em></p>
<p>Wir betrachten das Konzept des libertären Kommunismus als historischen Handlungsplan, der auch heute noch viele Gedanken enthält, die es bei der sozialen Revolution umzusetzen gilt. Auf dem Kongress der CNT in Zaragoza vom 1.-15. Mai 1936 wurde der nachfolgende Text als Rahmenprogramm verabschiedet. Nur einen Monat später brach nach einem Putsch rechter Militärs der spanische Bürgerkrieg aus, der nach dem Sieg der Faschisten 1939 mit der Zerschlagung sämtlicher antifaschistischer Organisationen und der CNT endete. Die tragische Geschichte des spanischen Bürgerkriegs und die verheerende Rolle der StalinistInnen lehrt uns als AnarchistInnen Vorsicht gegenüber diktatorischen Strömungen – nicht nur die totalitäre Rechte, auch die autoritären Strömungen von Links bedrohen die Freiheit und sind entschieden abzulehnen.</p>
<p><strong>Konzept des Libertären Kommunismus</strong></p>
<p>Allen Delegationen, die an diesem Kongreß teilnehmen, ist allgemein bekannt, daß im Schoße der C.N.T. zwei klar ausgeprägte Ansätze bestehen, den Sinn des Lebens zu deuten und die Grundlagen für die ökonomische Struktur nach der Revolution zulegen. Diese verschiedenartigen Konzeptionen sind ohne Zweifel auf theoretische und philosophische Ansichten zurückzuführen, die, wenn sie die Militanten erfassen, zwei feststehende Denkrichtungen hervorbringen. Beide Richtungen versuchen, tonangebend zu werden. Es gäbe keine Probleme, wenn nicht das natürliche Streben nach Hegemonie dem Vorhandensein dieser zwei Tendenzen innerhalb der Konföderation widersprechen würde.</p>
<p>Aber dieses unbeugsame und beständige geistige Streben muß sich mit neuer Kraft in unseren Reihen erst erweisen. Dieser Prozeß bringt ernsthafte Gefahren für die Einheit, die wir gerade erwähnt haben, mit sich. Um dem historisch bedeutungsvollen Moment gerecht zu werden, mußte deshalb mit der nötigen Ruhe und Gewissenhaftigkeit eine Formel gefunden werden, die die Ansichten und das Gedankengut beider Richtungen innerhalb der Konföderation und damit die Grundlage für ein neues Leben zum Ausdruck bringen konnte.</p>
<p><em><strong>Wir erklären also:</strong></em></p>
<ul>
<li> Erstens: Als wir die Grundpositionen für die Abfassung dieser Denkschrift festlegten, haben wir uns darum bemüht, sie mit strengem Sinn für Harmonie und Ausgewogenheit auf den folgenden beiden Pfeilern zu begründen: Individuum und Gewerkschaft. Wir waren bestrebt, beide Richtungen und Konzeptionen gleichzeitig zu entwickeln.</li>
<li>Zweitens: Als Gegenstück zur ausdrücklichen Garantie der Harmonie weisen wir auf die darin enthaltene Anerkennung der individuellen Souveränität hin. Von dieser Voraussetzung aus — bei der die Freiheit gegen alle Beeinträchtigungen verteidigt wird und oberstes Prinzip bleibt — müssen wir die verschiedenen Einrichtungen bestimmen, die im Leben unter Berücksichtigung der gegebenen Umstande den Bedarf regeln sollen.</li>
</ul>
<p class="vspace">Wenn aller sozialer Reichtum vergesellschaftet und der Besitz der Arbeitsinstrumente in einer Form garantiert ist, die allen die gleiche Möglichkeit zu produzieren verschafft, eine Möglichkeit, die sich in eine Pflicht verwandelt, um Überhaupt eine Anwartschaft auf das dem Selbsterhaltungstrieb entsprechende Recht zum Konsumieren zu erhalten — wenn dieser Punkt erreicht ist, dann tritt das anarchistische Prinzip der freien Übereinkunft auf den Plan, um zwischen den Menschen die Tragweite, die Dauer und die Verwirklichung einer solchen Übereinkunft zu regeln.</p>
<p class="vspace">So muß das Individuum als juristische Persönlichkeit und als Grundeinheit aller späteren Organisationsformen, die die Freiheit und Macht der Föderation noch hervorbringen werden, Rahmen und Nomenklatur der neuen Gesellschaft der Zukunft bestimmen. Wir alle müssen bedenken, daß es absurd wäre, die Gesellschaft der Zukunft mit mathematischer Präzision konstruieren zu wollen, denn oftmals besteht zwischen Theorie und Praxis ein wahrer Abgrund. Deshalb verfallen wir nicht dem Irrtum der Politiker, die endgültige Lösungen für alle Probleme präsentieren, Lösungen, die dann in der Praxis mit Getöse in sich zusammenbrechen.</p>
<p class="vspace">Die Politiker scheitern, weil sie, ohne die Entwicklung des menschlichen Lebens selbst zu berücksichtigen, glauben, daß eine einzige Methode für alle Zeiten gelten könne. Diesen Fehler werden wir nicht begehen, die wir über eine entwickeltere Sicht der sozialen Probleme verfügen. Wenn wir die Leitvorstellungen des freiheitlichen Kommunismus entwerfen, präsentieren wir ihn nicht als ein geschlossenes Programm, das keine Änderungen zuläßt. Diese werden logischerweise erforderlich sein, und die Notwendigkeiten und Erfahrungen selbst werden die entsprechenden Anregungen dazu geben. Obgleich es den Anschein haben könnte, als ob wir uns damit etwas außerhalb des uns vom Kongreß erteilten Mandats bewegen, halten wir es für erforderlich, ein wenig näher auf die Einzelheiten unseres Revolutionskonzepts einzugehen und die wichtigsten Prämissen aufzuzeigen, die unserer Meinung nach die Revolution bestimmen können und müssen.</p>
<p class="vspace">Schon zu lange hat man die Redensart geglaubt, derzufolge die Revolution nichts anderes als eine gewalttätige Episode sei, die mit dem kapitalistischen Regime aufräume. In Wirklichkeit aber ist die Revolution ein Phänomen, das einem Zustand der Dinge Bahn bricht, der schon seit langem im kollektiven Bewußtsein verankert war. Die Revolution beginnt deshalb in dem Augenblick, in dem nach Feststellung des tatsächlich vorhandenen Unterschieds zwischen der sozialen Wirklichkeit und dem individuellen Bewußtsein das letztere sich, sei es nun aus Instinkt oder nach einer Analyse, gezwungen sieht, gegen die erstere vorzugehen.</p>
<p class="vspace">Kurz gesagt, beginnt deshalb die Revolution unserer Meinung nach folgendermaßen:</p>
<ul>
<li><strong>Erstens:</strong> Als psychologisches Phänomen, das gegen einen bestimmten Zustand der Dinge gerichtet ist, der im Widerspruch zu den Wünschen und Bedürfnissen des einzelnen Menschen steht.</li>
<li><strong>Zweitens:</strong> Als soziale Manifestation, wenn sie mit den Gegebenheiten des kapitalistischen Staates in dem Augenblick zusammenstößt, da sich obige Reaktion in der Gemeinschaft durchsetzt.</li>
<li><strong>Drittens:</strong> Als Organisation, weil sie spürt, daß ein Machtinstrument geschaffen werden muß, das in der Lage ist, die Verwirklichung ihres biologischen Zieles durchzusetzen.</li>
</ul>
<p class="vspace">Folgende Faktoren der äußeren Ordnung verdienen besonders herausgestellt zu werden:</p>
<ul>
<li><strong>a)</strong> Verschwinden der Ethik, die als Grundlage des kapitalistischen Regimes dient.</li>
<li><strong>b)</strong> Bankrott dieses Regimes auf wirtschaftlichem Gebiet.</li>
<li><strong>c)</strong> Scheitern der politischen Form des kapitalistischen Regimes, sowohl was die Demokratie als auch was seine letzte Ausformung, den Staatskapitalismus, angeht, der nichts anderes als der autoritäre Kommunismus ist.</li>
</ul>
<p class="vspace">Wenn alle diese Faktoren an einem Punkt und zu einem bestimmten Zeitpunkt zusammentreffen, dann ist das der geeignete Moment für das gewaltsame Ereignis, das die Periode tatsächlicher revolutionärer Entwicklung einleiten wird. Da wir glauben, daß wir gerade in diesem Augenblick leben, in dem alle genannten Faktoren erfolgversprechend Zusammentreffen, haben wir es für notwendig gehalten, eine Denkschrift abzufassen, die in allgemeinen Linien die ersten Stützen jenes sozialen Gebäudes vorzeichnet, in dessen Schutz wir in Zukunft leben werden.</p>
<p class="vspace"><strong>Konstruktive Vorstellungen von der Revolution</strong></p>
<p class="vspace">Wir sind der Meinung, daß unsere Revolution sich auf der Grundlage strikter Gleichheit organisieren muß. Die Revolution kann sich weder auf gegenseitige Hilfe noch auf die Solidarität oder auf den archaischen Begriff der Nächstenliebe gründen. Auf jeden Fall müssen diese drei Formeln, die im Lauf der Zeit die Unzulänglichkeit rudimentärer Gesellschaftstypen verdecken sollten, in denen der einzelne willkürlichen Rechtsauslegungen ausgeliefert war, einen neuen Inhalt bekommen und in Gestalt von neuen Normen für das menschliche Zusammenleben genau beschrieben werden.</p>
<p class="vspace">Im freiheitlichen Kommunismus liegt bereits die deutlichste Interpretation vor, nämlich jedem menschlichen Wesen das zu geben, was seine Bedürfnisse erfordern, ohne daß die Befriedigung derselben andere Grenzen kennt als diejenigen, die sich aus den Erfordernissen der neu entstandenen Wirtschaftsform ergeben. Wenn alle Wege, die nach Rom führen, den Wanderer in die Ewige Stadt bringen, dann führen alle Formen der Arbeit und der Güterverteilung, die sich von der Vorstellung einer egalitären Gesellschaft leiten lassen, zur Verwirklichung von Gerechtigkeit und sozialer Harmonie. Deshalb sind wir der Meinung, daß sich die Revolution auf die sozialen und ethischen Prinzipien des freiheitlichen Kommunismus stützen muß.</p>
<p class="vspace">Diese sind:</p>
<ul>
<li><strong>Erstens:</strong> Die Bedürfnisse jedes menschlichen Wesens zu befriedigen, ohne daß diese Befriedigung anderen Beschränkungen unterliegt als denen, die mit der Leistungsfähigkeit der Wirtschaft zusammenhängen.</li>
<li><strong>Zweitens:</strong> Von jedem Menschen entsprechend den Bedürfnissen der Gesellschaft den größtmöglichen Einsatz seiner Kräfte zu verlangen, wobei auf die physische und moralische Verfassung eines jeden Individuums Rücksicht genommen werden muß.</li>
</ul>
<p class="vspace"><strong>Die Organisation der neuen Gesellschaft nach der revolutionären Tat</strong></p>
<p class="vspace"><strong><em>Die ersten Maßnahmen der Revolution</em></strong></p>
<p class="vspace">Wenn die gewaltsame Phase der Revolution beendet ist, werden für abgeschafft erklärt: das Privateigentum, der Staat, das Autoritätsprinzip und folglich auch die Klassen, die die Menschen in Ausbeuter und Ausgebeutete, Unterdrücker und Unterdrückte teilen. Nachdem der Reichtum sozialisiert worden ist, werden die bereits freien Organisationen der Produzenten die direkte Verwaltung der Produktion und des Konsums übernehmen. Wenn in jeder Ortschaft die freiheitlichen Kommunen begründet worden sind, werden wir den neuen sozialen Mechanismus in Gang setzen. Die Produzenten eines jeden Wirtschaftszweigs oder Berufs, die sich in den Gewerkschaften und am Arbeitsplatz zusammengeschlossen haben, werden frei über die Form entscheiden, in der er organisiert sein soll.</p>
<p class="vspace">Die freiheitliche Kommune wird all die Dinge übernehmen, die die Bourgeoisie früher zurückgehalten hat, wie zum Beispiel Lebensmittel, Kleidung, Schuhe, Rohstoffe, Werkzeuge etc. Diese Geräte sowie die Rohstoffe müssen in die Verfügungsgewalt der Produzenten übergehen, damit diese sie direkt zum Nutzen der Gemeinschaft verwalten können. In erster Linie werden sich die Kommunen um ein Höchstmaß an Bequemlichkeit für alle Einwohner einer jeden Ortschaft bemühen und die Hilfe für die Kranken und die Erziehung der Kinder sichern.</p>
<p class="vspace">In Übereinstimmung mit dem grundlegenden Prinzip des freiheitlichen Kommunismus werden, wie wir schon oben erwähnt haben, alle arbeitsfähigen Menschen ihre freiwillige Pflicht zu erfüllen beginnen — die sich in ein echtes Recht verwandeln wird, wenn der Mensch erst wirklich frei arbeitet — und entsprechend ihren Kräften und Fähigkeiten ihren Beitrag zur Gemeinschaft leisten, während andererseits die Kommune zur Befriedigung der Bedürfnisse ihrer Verpflichtung nachkommen wird. Es ist deshalb schon jetzt notwendig, deutlich darauf hinzuweisen, daß die ersten Zeiten der Revolution nicht leicht sein werden und daß es notwendig sein wird, daß jeder äußerste Anstrengungen unternimmt und nur soviel konsumiert, wie die Leistungsfähigkeit der Produktion erlaubt.</p>
<p class="vspace">Jede Phase des Aufbaus erfordert Opfer sowie die individuelle und gemeinschaftliche Bereitschaft zu Anstrengungen, die darauf gerichtet sind, die widrigen Umstände zu überwinden und nicht Schwierigkeiten für die Aufbauarbeit jener Gesellschaft zu schaffen, die wir im Einverständnis mit allen verwirklichen werden.</p>
<p class="vspace"><strong><em>Plan für die Organisation der Produzenten</em></strong></p>
<p class="vspace">Der Plan für die ökonomische Organisation wird sich, so vielfältig auch die nationale Produktion sein mag, nach den strengsten Prinzipien einer sozialen Wirtschaft richten — Prinzipien, die von den Produzenten direkt über die verschiedenen Organe der Produktion bestimmt, in Generalversammlungen der verschiedenen Organisationen verabschiedet und von diesen ständig kontrolliert werden. Als Grundeinheit (am Arbeitsplatz, in der Gewerkschaft, in der Kommune, in allen Lenkungsorganen der neuen Gesellschaft), als Ausgangspunkt und Eckstein aller sozialen, wirtschaftlichen und moralischen Schöpfungen ist der Produzent, das Individuum anzusehen. Als verbindendes Organ innerhalb der Kommune und am Arbeitsplatz dient der Werks- und Fabrikrat, der mit den anderen Zentren der Arbeit eng zusammenarbeitet. Als verbindende Einrichtung von Gewerkschaft zu Gewerkschaft (Zusammenschluß der Produzenten) dienen die Räte für Statistik und Produktion, die untereinander wieder Föderationen bilden, bis ein enges und dauerhaftes Verbindungsnetz zwischen allen Produzenten der Iberischen Konföderation hergestellt ist. Auf dem Lande ist die Ausgangsbasis der Produzent in der Kommune, der zum Nutznießer aller natürlichen Reichtümer seines politischen und geographischen Bezirks wird. Als verbindendes Organ dient der Rat für Ackerbau, dem technisches Personal und Arbeiter der Vereinigungen landwirtschaftlicher Produzenten angehören werden, die beauftragt sind, die Intensivierung der Produktion dadurch zu fördern, daß sie die am besten für den Anbau geeigneten Ackerflächen nach deren chemischer Zusammensetzung bestimmen.</p>
<p class="vspace">Diese Räte für Ackerbau werden ein entsprechendes Netz von Verbindungen herstellen wie die Werks- und Fabrikräte sowie die Räte für Statistik und Produktion und so die freie Föderation ergänzen, die die Kommune als politischer Bezirk und geographische Unterteilung darstellt. Sowohl die Vereinigungen der Produzenten aus der Industrie als auch die Vereinigungen der landwirtschaftlichen Produzenten werden sich auf nationaler Ebene zu Föderationen zusammenschließen — solange Spanien das einzige Land sein wird, das seine soziale Umgestaltung verwirklicht hat -‚ wenn die, die durch den jeweiligen Arbeitsprozeß selbst voneinander getrennt sind, das im Sinne einer fruchtbaren Entwicklung der Wirtschaft für nützlich halten. In diesem Sinne werden sich auch jene Verwaltungsorgane zusammenschließen, deren besondere Merkmale einen Zusammenschluß nahelegen, um so die vernünftigen und notwendigen Verbindungen zwischen allen freiheitlichen Kommunen Spaniens zu erleichtern.</p>
<p class="vspace">Wir sind der Überzeugung, daß die neue Gesellschaft mit der Zeit jede Kommune mit den für ihre Autonomie notwendigen landwirtschaftlichen und industriellen Kräften versehen wird, und zwar entsprechend dem biologischen Lehrsatz, demzufolge derjenige Mensch &#8211; in diesem Falle diejenige Kommune &#8211; am freiesten ist, der von den anderen am wenigsten braucht.</p>
<p class="vspace"><strong><em>Die freiheitlichen Kommunen und ihre Arbeitsweise</em></strong></p>
<p class="vspace">Unsere politische Revolution stützt sich auf folgende drei Pfeiler: Individuum, Kommune und Föderation. Innerhalb eines Gesamtplans aller wirtschaftlichen Aktivitäten, der die ganze Halbinsel erfassen soll, wird die Verwaltung absolut kommunalen Charakter haben. Die Grundlage dieser Verwaltung wird folglich die Kommune sein. Diese Kommunen werden autonom sein und auf regionaler und nationaler Ebene Föderationen bilden, um Ziele von allgemeiner Bedeutung verwirklichen zu können. Das Recht auf Autonomie schließt nicht die Pflicht aus, im Interesse der Allgemeinheit liegende Beschlüsse zu erfüllen, die nicht nur aus allgemeiner Wertschätzung gebilligt, sondern aus tiefer Einsicht akzeptiert worden sind. Eine Kommune von Verbrauchern ohne freiwillige Beschränkung wird sich also dazu bereit erklären, jene Normen von allgemeiner Gültigkeit zu beachten, die nach einer freien Diskussion von der Mehrheit angenommen worden sind. Dagegen können jene Gemeinschaften, die der Einbeziehung in den Industrialisierungsprozeß Widerstand leisten und andere Arten des Zusammenlebens beschließen, wie zum Beispiel die Naturisten oder die Nudisten, das Recht auf eine autonome Verwaltung erhalten, die nicht den allgemeinen Kompromissen verpflichtet zu sein braucht. Da diese Kommunen von Naturisten, Nudisten oder andere Arten von Kommunen nicht all ihre Bedürfnisse befriedigen können, so begrenzt diese auch sein mögen, können ihre zu den Kongressen der Iberischen Konföderation der Autonomen Freiheitlichen Kommunen entsandten Delegierten wirtschaftliche Übereinkünfte mit den übrigen agrarischen oder industriellen Kommunen abschließen.</p>
<p class="vspace"><strong><em>Wir empfehlen also:</em></strong></p>
<ul>
<li>Die Einrichtung der Kommune als politische und administrative Einheit.</li>
<li>Die Kommune wird autonom und mit den übrigen Kommunen föderiert sein.</li>
</ul>
<p class="vspace">Die Kommunen schließen sich nach Landschaften oder Regionen zusammen, wobei es den einzelnen Kommunen überlassen bleibt, ihre geographischen Grenzen zu bestimmen, wenn es zum Beispiel notwendig erscheint, kleine Ortschaften, Siedlungen oder Weiler in einer einzigen Kommune zusammenzulegen. Die Gesamtheit dieser Kommunen wird eine Iberische Konföderation der Autonomen Freiheitlichen Kommunen bilden. Damit die Verteilung der Produktion funktioniert und damit sich die Kommunen besser versorgen können, kann man zusätzliche Organisationen errichten, die in dieser Richtung tätig werden. Zum Beispiel: einen Rat der Konföderation für Produktion und Verteilung, der aus direkten Vertretern der Nationalen Produzentenföderationen und des jährlichen Kongresses der Kommunen besteht.</p>
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		<title>Gaston Leval &#8211; Die Syndikalisierungen in Alcoy</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 21:04:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was die Syndikalisierungen betrifft, scheint uns Alcoy der überzeugendste und lehrreichste Fall zu sein. Als zweitgrößte Stadt in der Provinz von Alicante hatte Alcoy 1936 45.000 Einwohner und war ein wichtigeres Handels- und Industriezentrum. Insgesamt 20.000 Personen waren in der Industrie als Lohnempfänger tätig, was einen sehr hohen Prozentsatz in einem Land darstellt, in dem die erwerbstätige Bevölkerung 33 bis 35% auf nationaler Ebene erreichte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-291"></span>Was die Syndikalisierungen betrifft, scheint uns Alcoy der überzeugendste und lehrreichste Fall zu sein. Als zweitgrößte Stadt in der Provinz von Alicante hatte Alcoy 1936 45.000 Einwohner und war ein wichtigeres Handels- und Industriezentrum. Insgesamt 20.000 Personen waren in der Industrie als Lohnempfänger tätig, was einen sehr hohen Prozentsatz in einem Land darstellt, in dem die erwerbstätige Bevölkerung 33 bis 35% auf nationaler Ebene erreichte. Die Textilproduktion, die nicht nur Stoffe, sondern auch Strickwaren und Wäsche erzeugte, war am meisten entwickelt und beschäftigte eine größere Anzahl von Frauen. Dann kam die Papierfabrikation.</p>
<p>Unsere Bewegung ging dort auf die Anfangszeit des Sozialismus, d.h. auf die Epoche der I. Internationale zurück. Sie erlebte wie überall Perioden der Ruhe und der oft sehr harten Unterdrückung. Ab 1919 verlieh ihr aber die Organisation der Industriegewerkschaften eine neue Kraft.</p>
<p>Es gab hier zahlreiche anarchistische Gruppen, die es im allgemeinen verstanden, zugleich auf gewerkschaftlichem Gebiet zu kämpfen und unter den Arbeitern &#8211; da sie selbst nur aus Arbeitern bestanden &#8211; ein Werk der sozialen Erziehung fortzusetzen, dessen Ergebnisse jetzt sichtbar sind. In Alcoy wurde unter Primo de Riveras Diktatur (1923 &#8211; 1930) die regelmäßig erscheinende, ausgezeichnete libertäre Zeitung Redencion sieben Jahre lang herausgegeben. Zu dieser Zeit und in der Folge war Alcoy wahrscheinlich die Stadt, welche die meisten Libertären im Verhältnis zu ihrer Bevölkerung zählte und unter ihnen besonders viele junge Menschen.</p>
<p>Deswegen auch zählte bei meinem ersten Besuch im Februar 1937 unsere Gewerkschaft insgesamt 17.000 Mitglieder, Männer und Frauen, die der UGT (sozialistische Gewerkschaft, Anm.) dagegen nur 3.000, die nicht-revolutionären Angestellten und die kleinen antirevolutionären Kaufleute eingeschlossen, die in dieser Organisation einen Schutz für ihren sozialen Status suchten.</p>
<p>Diese Leute rechneten auch auf die Unterstützung der politischen Parteien, die unseren Bestrebungen natürlich feindlich gegenüberstanden. Aber unsere Genossen hatten alle für das soziale Leben wesentlichen Aktivitäten unter Kontrolle, und zwar dank unserer Gewerkschaften, deren Aufzählung hier folgt: Ernährungswirtschaft &#8211; Druckerei (Papier und Pappe) &#8211; Bau (die Architekten miteinbegriffen) – Gesundheitspflege (Medizin, Sanitätswesen, Apotheken, Friseure, Waschfrauen und Straßenkehrer) – Transport – Theater – Chemische Industrie ( Laboratorien, Parfüms, Seife usw.) – verschiedene (nicht näher angegeben) Kleinindustriezweige – Leder (Felle und Schuhe) – Textilindustrie &#8211; Holzindustrie &#8211; Industrietechniker &#8211; fahrende Kaufleute – freie Berufe (Volksschullehrer, Künstler, Schriftsteller usw.) &#8211; Bekleidung &#8211; Metallindustrie &#8211; Landwirtschaft (vor allem Gärtnereien der Umgebung).</p>
<p>Das sehr klare Bewußtsein von ihrer Aufgabe ließ unsere Genossen sehr schnell und genau handeln. So kam es in Alcoy nicht dazu, daß die Kontrollkomitees allzu lange nach Mitteln und Wegen suchten, oder daß die Verwaltungskomitees isoliert arbeiteten, wie wir es in anderen Orten gesehen haben. Vom ersten Augenblick an und mit großer Schnelligkeit übernahmen die Gewerkschaften die Leitung der revolutionären Initiative, die sie selbst hervorgerufen hatten &#8211; und zwar in allen Industriezweigen ohne Ausnahme. Versuchen wir jetzt die Entwicklung ihrer Realisierungen nachzuzeichnen.</p>
<p>Am 18. Juli war das Gerücht über einen unmittelbar bevorstehenden faschistischen Angriff, das durch ganz Spanien ging, auch in Alcoy im Umlauf. Um gegen den erwarteten Angriff der durch die Zivilgarde unterstützten Militärs und Konservativen Front zu machen, mobilisierten sich unsere Kräfte und trafen auf den Straßen Vorkehrungen für den bevorstehenden Kampf. Der Angriff fand aber nicht statt. Dann wandten sich unsere Kräfte an die von unserer Initiative überwältigten Lokalbehörden und machten einige Forderungen geltend, vor allem in bezug auf die Arbeitslosigkeit in der Textilindustrie (unsere Gewerkschaft zählte zu dieser Zeit 4.500 Mitglieder, bald darauf waren es 6.500). Sie verlangten, ohne die antifaschistische Einheit zu brechen, eine Hilfe für die Arbeitslosen, eine Krankenversicherung und schließlich die Kontrolle der Arbeiter über die Industrieunternehmen. Die Krankenversicherung wurde unverzüglich bewilligt, und im Prinzip wurde auch die Bezahlung eines Lohnes für Arbeitslose durch die Arbeitgeber sowie die Arbeiterkontrolle in Werkstätten und Fabriken gewährt.</p>
<p>Neue Schwierigkeiten traten aber bald zutage. Die Unternehmer ließen es zwar geschehen, daß die Kontrollkommissionen der Arbeiter ihre Bücher prüften, in die die Ein- und Verkäufe und die Gewinne und Verluste wahrscheinlich richtig eingetragen wurden, aber die Arbeiter und besonders ihre Gewerkschaften wollten weiter gehen. Sie wollten eigentlich den ganzen kapitalistischen Mechanismus kontrollieren, der die Produktion widersinnigerweise zum Stocken brachte und eine Arbeitslosigkeit zur Folge hatte, die angesichts der mangelnden Bedarfsdeckung nicht zu rechtfertigen war. Sehr schnell wurde also der Schluß gezogen, man müsse sich der Leitung der Fabriken bemächtigen und die ganze Gesellschaft umwandeln. (&#8230;)</p>
<p>Alles stand also unter gewerkschaftlicher Kontrolle und Leitung Darunter ist aber nicht zu verstehen, daß es sich um einige bürokratische Oberkomitees handelte, die im Namen der Gewerkschaftlermasse Entscheidungen trafen, ohne sie zu befragen. Auch hier wurde die libertäre Demokratie praktiziert. Wie in allen CNT-Gewerkschaften gab es eine zweifache Bewegung, einerseits von der Basis, d.h. der Masse der Mitglieder und Militanten, nach oben und andererseits der richtungsweisende Impuls von oben nach unten. Von der Peripherie zum Zentrum und vom Zentrum zur Peripherie, wie Proudhon es forderte, oder vor allem von unten nach oben, wie Bakunin es forderte.</p>
<p>Es gibt fünf allgemeine große Arbeits- bzw. Arbeiterbranchen. Die Weberei mit 2.336 Arbeitern, die Spinnerei mit 1.024 Spinnern und Spinnerinnen, die Fertigstellung mit 1.158 Fachleuten, ebenfalls Männer und Frauen, die Strick- und Strumpfwarenfabrik mit 1.360 und die Wollkämmerei mit 550 Beschäftigten.</p>
<p>An der Basis wählen die Arbeiter dieser fünf Fachgebiete in den Betriebsversammlungen den Delegierten, der sie bei der Integrierung der Betriebskomitees vertreten soll. Durch die Delegierten sind diese fünf Arbeitszweige im Direktionskomitee der Gewerkschaft vertreten. Die Gesamtorganisation beruht also auf der Arbeitsteilung einerseits und auf der gesamten Industriestruktur andererseits.</p>
<p>Vor der Enteignung bestanden die Betriebskomitees nur aus Vertretern der Handarbeiter; sie wurden später durch einen Delegierten des Büropersonals und einen anderen für die Rohstofflagerraume ergänzt. Diese Komitees werden jetzt damit beauftragt, die Produktion nach den Anweisungen zu leiten, die auf den Versammlungen beschlossen wurden, die Berichte über den Arbeitsverlauf an die verantwortlichen Gewerkschaftskomitees bzw. -Sektionen weiterzuleiten und den Bedarf an neuem technischem Material und Rohstoffen bekanntzumachen. Außerdem sollen sie die großen Rechnungen weiterleiten und die kleinen begleichen. Die Vertreter dieser fünf Arbeitszweige bilden aber bloß die Hälfte des Direktionskomitees, die andere Hälfte bildet die vom Gewerkschaftskomitee und von den Vertretern der Fabriksektionen ernannte Kontrollkommission.</p>
<p>Die technische Kommission ist gleichfalls in fünf Sektionen geteilt: Verwaltung, Verkauf, Einkauf, Fabrikation und Versicherungen. Ihr wurde um der notwendigen Koordinierung willen ein Generalsekretär zugeteilt. Sehen wir uns jetzt schnell die Arbeitsweise dieser Kommission an. (&#8230;)</p>
<p>Das ganze Personal der gesamten Industrie ist in drei Sparten eingeteilt: Handarbeiter, Zeichner und Techniker. Die Aufträge und Arbeiten werden erst verteilt, nachdem die Techniker in den Fabriken selbst zu Rat gezogen worden sind. Nie wird von oben entschieden, ohne Informationen von unten zu holen. Will man z.B. einen Stoff besonderer Art herstellen, der mehr Baumwolle als Wolle enthalten soll, oder umgekehrt, ruft man die fünf fachkundigen Arbeiter zusammen, um mit ihnen nachzuprüfen, ob und wo die technischen Produktionsmittel vorhanden sind und inwieweit man sie benutzen kann. Die Handarbeiter ihrerseits erfüllen ihre Aufgabe möglichst gewissenhaft und sind für die von ihnen geleistete Arbeit verantwortlich; wenn nötig, benachrichtigen sie die technischen Sektionen durch die Vermittlung des Betriebskomitees über die bei der Ausführung ihrer Arbeit auftretenden Schwierigkeiten.</p>
<p>In jeder Fabrik kommen die Zeichner, die Techniker und die Arbeiterdelegierten jeden Montag zusammen und prüfen die Bücher und die Rechnungen des Betriebes, die Leistungsfähigkeit, die Qualität der Produktion, den Stand der Aufträge und schließlich alles, was mit der gemeinsamen Arbeit zusammenhängt. Bei diesen Zusammenkünften werden keine Beschlüsse gefaßt, aber die Ergebnisse werden an die entsprechenden Gewerkschaftssektionen weitergeleitet.</p>
<p>Die Maschinenabteilung sorgt für die Wartung der mechanischen Arbeitsinstrumente sowie der Gebäude, in denen diese untergebracht sind. Sie veranlaßt die von den Betriebskomitees verlangten Reparaturen, wobei sie die technische Kommission befragen muß, sobald die Kosten über eine gewisse Höchstsumme hinausgehen.</p>
<p>Die Abteilung der Herstellungskontrolle und der Statistiken faßt Berichte über die Bilanz jeder einzelnen Fabrik oder Werkstatt ab, über den Ertrag der Rohstoffe, über technische Neuerungen, sowie die daraus resultierenden Probleme der Arbeits- und Arbeitskräfteverteilung, über den Energieverbrauch und alle Nebenfaktoren, die die Gesamtproduktion entscheiden beeinflussen können. Sie registriert auch die Maschinentransporte von einer Fabrik bzw. Werkstatt in eine andere. Die Verwaltungssektion besteht aus drei Sparten: Kasse, Buchführung, Stadt- und Industrieverwaltung. (&#8230;)</p>
<p>Neben diesen fünf Sektionen bzw. Untersektionen sind zwei Gruppen &#8211; eine provisorische und eine endgültige &#8211; fürs Archiv organisiert worden. Dort werden die Aktien der ehemaligen Besitzer und die von ihnen zum Zeitpunkt der Enteignungen unterzeichneten Verzichtserklärungen aufbewahrt sowie alle Dokumente über die Aktivitäten der Textilwirtschaft im neuen und im alten Regime, auch in bezug auf die Entwicklung des Arbeitsprozesses und der Geschäfte im kapitalistischen Regime.</p>
<p><strong><em>Gaston Leval</em></strong></p>
<p><em>Aus: &#8220;Die Aktion&#8221; Nr. 161/164 &#8211; Dossier zu Spanien 1936 </em></p>
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		<title>Eine Antwort auf die häufigsten marxistischen Lügen über die spanische Revolution</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 18:03:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist wohl fair zu sagen, dass die meisten MarxistInnen in England ihre Kritik der profunden Rolle der AnarchistInnen in der spanischen Revolution den Büchern des Trotzkisten Felix Morrow entnehmen. Morrows Buch "Revolution and Counterrevolution in Spain" (Revolution und Konterrevolution in Spanien - d.Ue.) ist aus einer orthodox trotzkistischen Perspektive verfasst und mitunter werden die Ereignisse dieser Perspektive angeglichen anstatt sie zu untersuchen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-278"></span><em>Kurze Vorbemerkung: Es folgt die deutsche Übersetzung eines Artikels der ursprünglich in der 211. Ausgabe der englischen anarchistischen Zeitschrift Black Flag veröffentlicht wurde, die über BM Hurricane, London Wc1N 3XX, England bezogen werden kann.</em></p>
<p>Es ist wohl fair zu sagen, dass die meisten MarxistInnen in England ihre Kritik der profunden Rolle der AnarchistInnen in der spanischen Revolution den Büchern des Trotzkisten Felix Morrow entnehmen. Morrows Buch &#8220;Revolution and Counterrevolution in Spain&#8221; (Revolution und Konterrevolution in Spanien &#8211; d.Ue.) ist aus einer orthodox trotzkistischen Perspektive verfasst und mitunter werden die Ereignisse dieser Perspektive angeglichen anstatt sie zu untersuchen. Beispielsweise transformiert Morrow die &#8220;Bloshevisten-Leninisten&#8221;, eine obskure Sekte, die es wahrscheinlich nicht zu einer zweistelligen Mitgliederzahl brachte, zu den einzigen, die die spanische Revolution hätten retten können. Weshalb? Weil allein sie über jenes kostbare Gut der Mitgliedschaft in der 4. Internationale und einer trotzkistischen Analyse verfügten! (was kümmerts, dass die spanischen Arbeiter Waffen und Solidarität brauchen!) Viele von Morrows Behauptungen haben in die linke Folklore Einzug gefunden und werden regelmässig hervorgeholt. Wir wollen an dieser Stelle auf sie antworten.</p>
<p>Morrow behauptet, dass die CNT (die anarchosyndikalistische Gewerkschaft, welche die Revolution durchführte) von einer äußerst zentralisierten Iberischen Anarchistischen Föderation (FAI) kontrolliert worden sei. Die FAI wurde 1927 als eine Konföderation regionaler Föderationen (einschließlich der Portugiesischen Anarchistischen Union) gegründet. Diese regionalen Föderationen koordinierten wiederum lokale und bezirksbezogene Föderationen anarchistischer Bezugsgruppen mit äußerster Autonomie. Folglich mag es zentralistische Tendenzen innerhalb der FAI gegeben haben, eine &#8220;äußerst zentralistische politische Partei&#8221; war sie jedoch nicht. Desweiteren waren viele AnarchosyndikalistInnen und Bezugsgruppen nicht in der FAI (obwohl die meisten sie anscheinend befürworteten) und für viele FAI-Mitglieder rangierte die Loyalität zur CNT an erster Stelle. So heißt es beispielsweise im Protokoll des Nationalen Plenums der FAI im Januar-Februar 1936: &#8220;Das regionale Komitee (von Aragon, Rioja und Navarra) wird von den meisten Militanten vollständig vernachlässigt, da sie in den größeren Aktivitäten der CNT aufgehen.&#8221; Und &#8220;einer der Gründe für die schlechte Verfassung der FAI war die Tatsache, dass fast alle GenossInnen in den Verteidigungskomitees der CNT aktiv waren.&#8221; (Bericht der regionalen Föderation des Nordens). Da diese Zitate aus internen Dokumenten stammen, dürfte es sich dabei schwerlich um Lügen handeln. Es ist offenkundig, dass AnarchistInnen den größten Einfluss innerhalb der CNT hatten (die bereits lange anarchosyndikalistisch war, ehe es zur Gründung der FAI kam). Doch die &#8220;Kontrolle der FAI&#8221; war eine Erfindung einer reformistischen Minderheit innerhalb der CNT, zum Beispiel Angel Pestaña, der aus der CNT eine &#8220;neutrale&#8221; Bewegung machen wollte und später die Syndikalistische Partei gründete und die Cortes unterstützte.</p>
<p>Ein weiterer alter Hut Morrows ist der Vorwurf, die CNT habe die Streikwelle der SozialistInnen und Arbeiterallianz sabotiert und Truppen transportiert, die den Aufstand in Asturien niederschlagen sollten. Um diese Anschuldigungen zu verstehen, ist es notwendig die Vorgeschichte des Oktobers 34 und den Unterschied zwischen der CNT und der UGT (Gewerkschaft, die von der reformistischen Sozialistischen Partei PSOE kontrolliert wurde) zu kennen. Zwischen 1931 und 1933 hatten die SozialistInnen in einer Koalitionsregierung mit den RepublikanerInnen die CNT attackiert. Mit Hilfe der SozialistInnen wurden Gesetze erlassen, die spontane Streiks verbaten und zu staatlich gelenkten Vermittlungen verpflichteten. Streiks der CNT wurden gewaltsam unterdrückt und die UGT stellte StreikbrecherInnen zur Verfügung, so wie im Streik der Telephongesellschaft 1931. Während und nach den CNT Aufständen 1932 in Katalonien und größeren Aufständen im Januar 1933 (9.000 CNT Mitglieder kamen in Gefängnisse) und im Dezember 1933 (16.000 kamen in Gefängnisse) gab es praktisch keine Solidarität durch die SozialistInnen. Die SozialistInnen konvertierten plötzlich zur &#8220;Revolution&#8221; nachdem sie die Wahlen im November 1933 verloren und sämtliche Gesetze, die sie gegen die CNT erlassen hatten, nun auch gegen sie zur Anwendung kamen. Als der nichtrepublikanischen Rechten im Oktober 1934 Kabinettsitze angeboten wurden, rief die PSOE/UGT zum Generalstreik auf. Die CNT versäumte es, sich daran zu beteiligen &#8211; ein Fehler, der von vielen AnarchistInnen anerkannt wird. Morrow behauptet, dies sei darauf zurückzuführen, dass sie glaubten &#8220;alle Regierungen seien gleich schlecht&#8221;, aber die Wahrheit lautet, dass sie den SozialistInnen zu Recht misstrauten. Ein Aufruf der CNT im Februar 1934, die UGT solle ihre revolutionären Ziele deutlich und öffentlich bekanntgeben, wurde nicht beantwortet. Läßt mensch die Rhetorik beiseite, so scheint das Hauptziel der PSOE im Oktober gewesen zu sein, Neuwahlen zu erzwingen, um erneut eine Koalition mit den RepublikanerInnen eingehen zu können. Die CNT sollte als Kanonenfutter dienen, um eine weitere Regierung zusammenzustellen, die sie angreifen würde. Im Oktober war &#8211; abgesehen von Katalonien (wo die katalonische Regierung die Militanten der CNT am Vortag festnehmen ließ und dann versuchte, eine katalonische Autonomie auszurufen) und Madrid (wo die CNT den Generalstreik unterstützte) &#8211; das einzige wirkliche Zentrum des Widerstandes Asturien. Hier hatte sich die CNT mit den SozialistInnen und den KommunistInnen zu einer &#8220;Arbeiterallianz&#8221; zusammengeschlossen. Doch entgegen den Vereinbarungen der Allianz gaben die SozialistInnen den Befehl zum Aufstand eigenmächtig aus &#8211; und das sozialistisch kontrollierte Provinz Komitee verweigerte der CNT Waffen. Dies obwohl die CNT in dem Gebiet über 22.000 Mitglieder zählte (verglichen mit 40.000 der UGT). Morrow erwähnt CNT EisenbahnarbeiterInnen, die dem Oktoberaufstand das Rückgrat gebrochen hätten, in dem sie Truppen und Ausrüstung transportiert hätten. Doch in Asturien (dem einzigen Gebiet, in dem Truppentransporte gebraucht wurden) kam es durch eine Küstenlandung von Fremdenlegionären und marokkanischen Truppen zum Hauptangriff der Regierung &#8211; gegen den Hafen von Gijon, einer CNT-Hochburg. Trotz Bitten der CNT verweigerten ihnen die SozialistInnen Waffen, Gijon fiel nach einem blutigen Kampf und wurde Ausgangspunkt zur Zerschlagung der gesamten Region. Diese sozialistische und kommunistische Sabotage sollte zwei Jahre später wiederholt werden aber Morrows Verzerrungen werden von ignoranten TrotzkistInnen ad nauseam vorgebracht.</p>
<p>Die letzte Lüge, der wir entgegentreten wollen, ist die Behauptung, die Freunde Durrutis hätten einen &#8220;bewussten Bruch mit der Staatsfeindlichkeit des revolutionären Anarchismus&#8221; vollzogen. Die Freunde Durrutis wurden im März 1937 von anarchistischen Militanten ins Leben gerufen, die sich weigerten, sich der kommunistisch kontrollierten &#8220;Militarisierung&#8221; der ArbeiterInnenmilizen zu fügen. Während der Maitage &#8211; des Regierungsangriffes auf die Revolution zwei Monate später &#8211; taten sich die Freunde durch ihre Aufrufe hervor, durchzuhalten und die Konterrevolution zu zerschlagen. Sie vollzogen keine &#8220;Abweichung&#8221; vom Anarchismus &#8211; sie weigerten sich, angesichts von GenossInnen, die sich an der Regierung beteiligten, zu kompromittieren. Ihre Flugschriften im April 1937 riefen die Gewerkschaften und Gemeinden dazu auf, den &#8220;Staat (zu) ersetzen&#8221; und nicht zum Rückzug. In ihrem Manifest von 1938 wurde dieser Aufruf wiederholt (&#8220;der Staat kann angesichts der Gewerkschaft nicht weiterhin in der Gewalt bleiben&#8221;) und drei Forderungen aufgestellt: Für ein Nationales Verteidigungskomitee &#8211; von den ArbeiterInnen (einschließlich derer an der Front) gewählt und ihnen gegenüber rechenschaftspflichtig, in dem sämtliche Posten rückrufbar wären; für alle &#8220;öknomische Entscheidungen an die Gewerkschaften&#8221;; und für die &#8220;freie Gemeinde&#8221;, um die Gebiete außerhalb der Gewerkschaftsmandate zu decken. Kürzlich sagte Jaime Balius, einer der Hauptaktivisten der Freunde Durrutis: &#8220;Wir sagten &#8220;Alle Macht den Gewerkschaften&#8221;. Wir waren in keinster Weise politisch orientiert.&#8221; (&#8220;politisch&#8221; heißt hier staats- politisch &#8211; eine gebräuchliche Verwendung des Wortes durch AnarchistInnen).</p>
<p>Die Belege dafür, dass Durruti selbst, der wohl bekannteste anarchistische Militante dieser Zeit, der an der Madrider Front im November 1936 starb, mit dem Anarchismus &#8220;gebrochen&#8221; habe, sind noch fragwürdiger, sofern das überhaupt möglich ist.</p>
<p><em><strong>von einem Genossen aus Liverpool</strong></em></p>
<p><em>Aus: Blag Flag Nr. 211 </em></p>
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		<title>Geschichte der Freien Arbeiter-Union Deutschlands &#8211; FAUD</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 11:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war in den Nachwehen der Revolution von 1918, als sich eine heute weitgehend unbekannte Massenbewegung in Deutschland entwickelte. Eine Bewegung, die sich aus einfachen Arbeitern rekrutierte, die ihre Hoffnungen auf Freiheit und Emanzipation, mit denen sie in diese Revolution zogen, an deren Ende vor den Gewehrläufen der Freikorps wiederfanden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-242"></span>Es war in den Nachwehen der Revolution von 1918, als sich eine heute weitgehend unbekannte Massenbewegung in Deutschland entwickelte. Eine Bewegung, die sich aus einfachen Arbeitern rekrutierte, die ihre Hoffnungen auf Freiheit und Emanzipation, mit denen sie in diese Revolution zogen, an deren Ende vor den Gewehrläufen der Freikorps wiederfanden.</p>
<p>In Abgrenzung zur SPD wie zur KPD wandten sich diese enttäuschten Arbeiter einem eigenständigen Strang der Arbeiterbewegung zu, dessen Wurzeln in Deutschland bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen: Dem Anarchosyndikalismus.</p>
<p>Dieser Ansatz, &#8211; an der Schwelle zum 20. Jahrhundert in der französischen CGT, der spanischen CNT und der amerikanischen IWW entwickelt &#8211; stand für eine autonome, selbstorganisierte Gewerkschaftsbewegung, die den Satz, daß die Befreiung der Arbeiterklasse das Werk der Arbeiter selbst sein müsse, beim Wort nahm.</p>
<p>Sie organisierten sich von unten nach oben, lehnten politische Eliten und große Funktionärsapparate ab und setzten auf die direkte Aktion als Methode. Ihre Hoffnung war es, durch einen sozialen Generalstreik den Kapitalismus und den Staat abzuschaffen und die Gesellschaft auf Basis einer gewerkschaftlichen Selbstverwaltung neu zu organisieren.</p>
<p>In Deutschland gründete sich 1919 die Freie Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD). In ihrem Zenit 1921 waren 150 000 Arbeiter in ihr organisiert. Sie verstand sich sowohl als ökonomische Kampforganisation wie als radikale Kulturbewegung.</p>
<p>Besonders in der großbetrieblichen Arbeiterschaft des Rheinlands konnte die FAUD eine bedeutende Rolle spielen. Ein Indiz dafür, daß die deutschen Anarchosyndikalisten zumindest punktuell eine Bedeutung innehatten, mag auch die Tatsache sein, daß die Rote Ruhr Armee nach heutigen Schätzungen zu 45 % aus Mitgliedern der FAUD bestand.</p>
<p>Allerdings konnte die FAUD sich als kleine sozial-revolutionäre Gewerkschaft nicht behaupten. Bedingt durch externe Faktoren, aber auch durch interne Konflikte sank ihre Mitgliedschaft auf wenige Tausend bis zum Ende der Weimarer Republik. Nur noch in wenigen Berufsgruppen konnte sie zumindest regional noch als Gewerkschaft Einfluß ausüben, wie etwa bei den Fliesenlegern und Klavierbauern.</p>
<p>War die FAUD auch im Laufe der zwanziger Jahre auf einen Kern bewußter Aktivisten, die die Idee eines freiheitlichen Sozialismus mit ihrer gesamten Persönlichkeit verkörperten , zusammengeschrumpft, so entwickelte sie dennoch rege gegenkulturelle Aktivitäten. In ihrem Umfeld wurden Siedlungsexperimente, Genossenschaftsprojekte, Frauenbünde, freie Kindergruppen und freie Schulen initiiert, in der ihr nahestehenden ,Gilde freiheitlicher Bücherfreunde&#8221; wurden Schriften u.a. über die Freie Liebe, Sexualaufklärung, revolutionäre Dichtung und den Antimilitarismus publiziert. Zudem konnten die Anarchosyndikalisten einen nicht unerheblichen Einfluß auf organisationsübergreifende Verbände der Arbeiterbewegung wie etwa der Freidenkerbewegung ausüben.</p>
<p>Dem herannahenden Faschismus begegnete die FAUD mit der Hoffnung auf eine entschiedene Einheit der Arbeiterschaft von unten. Den Anarchosyndikalisten war bewußt, daß Hitler nicht mit dem Stimmzettel aufzuhalten war. Vergeblich riefen sie zum Generalstreik gegen die Machtergreifung der Nationalsozialisten auf.</p>
<p>Am 9. März 1933 wurden schließlich die Räume der Geschäftskommission der FAUD in der Warschauer Straße 62, Berlin-Friedrichshain, von der Gestapo gestürmt.</p>
<p>Einige Hundert Mitglieder der FAUD gingen in den Widerstand und versuchten die Organisation illegal am Leben zu erhalten.</p>
<p>Im Jahr 1937 gelang es allerdings der Gestapo mehrere hundert Mitglieder der illegalen FAUD festzunehmen. Viele kamen ins KZ. In einem Lagebericht der Gestapo heißt es: &#8220;Bei den Festgenommenen handelt es sich samt und sonders um überzeugte Anhänger der anarcho-syndikalistischen Bewegung, die in ihren Ideen derart verrannt sind, daß sie kaum noch zu brauchbaren Mitgliedern der deutschen Volksgemeinschaft erzogen werden können.&#8221;</p>
<p>Einige waren bereits vorher ins Ausland emigriert, unterstützten den Widerstand von dort aus oder schlossen sich den antifaschistischen Milizen in Spanien an, um dort gegen Franco zu kämpfen.</p>
<p>Ging der Widerstand gegen Hitler vereinzelt noch weiter, so war dies doch das vorläufige Ende der anarchosyndikalistischen Bewegung in Deutschland. Versuche nach dem Krieg die Bewegung in einer Föderation Freiheitlicher Sozialisten wiederzubeleben, scheiterten nach wenigen Jahren. Die Überlebenden gingen getrennte Wege. Einige schlossen sich der SPD und den neuen Gewerkschaften an, andere sahen in der DDR ein neues Deutschland oder blieben im Ausland.</p>
<p>Erst 1977 wurde in der BRD eine Nachfolgeorganisation, die Freie ArbeiterInnen Union?, gegründet und erst in den letzten Jahren ist ein leichter Aufärtstrend der FAU zu beobachten &#8211; sowohl qualitativ wie quantitativ.</p>
<p><em>Quelle: <a href="http://www.anarchismus.de/" target="_blank">http://www.anarchismus.de/</a></em></p>
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		<title>Kolbermoorer Räterepublik</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Jun 2009 11:07:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist Sonntag früh, morgens um 9 Uhr, man schreibt den 4. Mai 1919. Da stürmen 12 Grafinger Weißgardisten die Wohnungen von Georg Schuhmann, dem Kolbermoorer Volksratsvorsitzenden und von Alois Lahn, seinem Sekretär. Sie treten die Türen ein, zerstören die Wohnungseinrichtungen, plündern und prügeln. Sie zerren die Gesuchten aus ihren Betten und schlagen brutal auf sie ein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-234"></span>Es ist Sonntag früh, morgens um 9 Uhr, man schreibt den 4. Mai 1919. Da stürmen 12 Grafinger Weißgardisten die Wohnungen von Georg Schuhmann, dem Kolbermoorer Volksratsvorsitzenden und von Alois Lahn, seinem Sekretär. Sie treten die Türen ein, zerstören die Wohnungseinrichtungen, plündern und prügeln. Sie zerren die Gesuchten aus ihren Betten und schlagen brutal auf sie ein. Der Vater von Alois Lahn berichtet später im „Anzeiger für Kolbermoor“ über seinen Sohn: „Sie warfen ihn an den jenseitigen Gartenzaun, wo er sich an einem Pfosten ein Loch in den Kopf schlug. Mir, der ich nachging, wurde mit Erschießen gedroht. Mein Sohn wurde wieder in die Höhe gerissen, mit Gewehrkolben wieder niedergeschlagen, einer schlug ihm mit der Schreibmaschine die Hirnschale ein.“ Unter weiteren schweren Misshandlungen wurden Georg Schuhmann und Alois Lahn zur Kolbermoorer Tonwerksunterführung geschleift, mehr tot als lebendig. Dort wurden sie schließlich ermordet.</p>
<p>Am Tage zuvor hatten die Kolbermoorer Räte der großen Übermacht der Weißgardisten weichen müssen. Zunächst hatte man an die Verteidigung des wie eine Festung ausgebauten Ortes gedacht, in den sich auch die letzten Rosenheimer Roten nach ihrer Niederlage zurückgezogen hatten. Aber 6000 Belagerer hatten einen Ring um Kolbermoor gezogen und Georg Schuhmann und seinen Genossen war klar, dass die Verteidigung der letzten bayerischen roten Bastion nur ein großes Blutvergießen zur Folge gehabt hätte. So wurde die Stadt schließlich kampflos übergeben. Über Kolbermoor wurde der Belagerungszustand verhängt. Hausdurchsuchungen und Verhaftungen fanden statt und viele Gefangene wurden nach Straubing und München abtransportiert. In zynischer Manier schreibt ein Chronist aus der Perspektive der Sieger: „Junge, zuchtlose Burschen und radaulustige Weiber, welche am Abend die wachehaltenden Soldaten durch Schimpf- und Schmährufe beleidigten, wurden von diesen eingefangen und erhielten im Wachlokal einen Anstandsunterricht – mit Riemen des Sattelzeuges.“ Georg Schuhmann sollte sich zusammen mit anderen stellen, so sah es das Übergabeprotokoll vor. Aber dazu kam es nicht mehr.</p>
<p>Der Friedhof war bei der Beerdigung von Schuhmann und Lahn schwarz von Menschen. Ein Beerdigungszug war verboten wurden, weil man befürchtete, dass daraus eine unkontrollierbare Massendemonstration werden würde. Der Friedhof selber war vorsichtshalber von Maschinengewehren umstellt worden. So wurde die Beerdigung des „unvergesslichen Schuhmann“ (so die Schleife eines Kranzes) ein letztes großes Symbol für den Willen der Kolbermoorer Arbeiterschaft nach einem freien und selbstbestimmten Leben.</p>
<p>Die Räterepublik München war mit bestialischen Grausamkeiten von den weißen Truppen in den ersten Tagen des Mai 1919 niedergeschlagen worden und die Stadt Rosenheim wurde am 1. Mai kampflos eingenommen. Am längsten hatten sich die Roten in Kolbermoor gehalten. Aber welche Ereignisse waren diesen turbulenten Geschehnissen vorweggegangen? Die Begeisterung, mit der 1914 auch viele Kolbermoorer in den Krieg gezogen waren, war nicht von langer Dauer gewesen. 153 Kolbermoorer ließen im 1. Weltkrieg ihr Leben. Und diejenigen, die aus den Schrecken des Krieges zurückkehrten, verwundet an Leib und Seele, kamen in ein Kolbermoor, das unter den Folgen des Krieges schwer zu leiden hatte. Drastische Einschränkungen auf allen Gebieten des täglichen Lebens ließen das Verlangen nach Frieden immer stärker werden, und die Bereitschaft dafür aktiv einzutreten wuchs. Allein von August 1914 bis Mai 1915 hatten sich die Lebenshaltungskosten einer Arbeiterfamilie um rund 20 % erhöht. 1915 begann in Kolbermoor das Brot knapp zu werden, Fleisch gab es ab 1916 nur noch auf Reichsfleischmarken. Es folgten Missernten, Hamsterkäufe fanden statt, die Schwarzmarktpreise stiegen. Nur die Reichen hatten noch Möglichkeiten sich zu versorgen, die ärmeren Bevölkerungsteile gingen oft leer aus. Hinzu kam, dass die Arbeitslosigkeit rapide stieg. Im Tonwerk mit in der Vorkriegszeit 450 Arbeitern wurden 1918 gerade noch 13 Personen beschäftigt. In der Spinnerei sanken die Beschäftigtenzahlen von 900 auf 140. Man kann sich gut vorstellen, dass die Stimmung immer schlechter wurde.</p>
<p>Als in München dann in der Nacht vom 7. zum 8. November durch Kurt Eisner die Republik ausgerufen wurde, zögerte man auch in der Industriestadt Kolbermoor nicht lange. Durch die große Baumwollspinnerei hatte sich längst eine aktive Arbeiterbewegung herausgebildet. So rief die SPD für den 11. November eine Volksversammlung in den großen Mareisssaal ein, auf der aus allen Schichten der Bevölkerung die 25 Mitglieder des 1. Kolbermoorer Volksrates gewählt wurden. Dieser bestand zunächst parallel zum Gemeinderat und hatte nur beratende Funktion. Das Beschlussbuch des Volksrates, das im Kolbermoorer Stadtarchiv aufbewahrt ist, macht deutlich, welche wichtigen Aufgaben dieser Volksrat sich zu eigen machte. In der schwierigen Zeit nach dem 1. Weltkrieg kümmerte er sich um eine gerechte Lebensmittelversorgung, schritt ein gegen Wucherpreise und Schwarzhandel, sorgte für Wohnraum und Arbeitsmöglichkeiten und vieles mehr.</p>
<p>Der Einfluss des Volksrates wuchs zunehmend. Schon 6 Wochen später kam es zur Neuwahl, bei der die Vertreter der Arbeiterschaft stärker berücksichtigt wurden. Nun wurde der ehemalige Soldat, der 33 – jährige Georg Schuhmann zum 1. Vorsitzenden gewählt und war bald die für Kolbermoor entscheidende politische Persönlichkeit. Ein Chronist schreibt: „Die Arbeiterschaft verhimmelte ihn – die Bürgershaft haßte ihn, denn Schuhmann sah hinter die Ladentische und brachte manch Gehortetes zum Vorschein und kontrollierte auch die Einkaufs- und Verkaufspreise und machte mit seinen unvermuteten Kontrollen den Geschäftsleuten die Hölle heiß.“ Der Einfluss Schuhmanns war schließlich so groß, dass er Sprechstunden im Rathaus abhielt. Als am 21. Februar 1919 der bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner ermordet wurde, berief der Kolbermoorer Volksrat für den nächsten Tag eine außerordentliche Sitzung ein, auf der dem Bürgermeister Bergmann der Rücktritt nahe gelegt wurde.</p>
<p>Georg Schuhmann war nun nicht nur 1. Volksratsvorsitzender, sondern quasi, und so ist es auch in den Annalen nachzulesen, der 5. Kolbermoorer Bürgermeister. Noch einmal wurde ein Volksrat gewählt, der sich nun „Revolutionärer Arbeiterrat“ nannte und politisch sich weiter radikalisiert hatte. Im Protokollbuch der Räte heißt es: „Schuhmann erklärt, nur noch einem aus Kommunisten gebildeten Rate vorstehen zu können.“ Dies war am 29. 4. 1919, eine knappe Woche vor seiner Ermordung. Schuhmann konnte nur noch an einer einzigen Sitzung teilnehmen, auf der er als 1. Vorsitzender bestätigt und die Ausschüsse festgelegt wurden. Am 1. Und 2. Mai wird Kolbermoor vollständig von Regierungstruppen, den Freikorps und rechten Einwohnerwehren aus der Umgebung eingekreist.</p>
<p>Seit nunmehr drei Jahren bemühe ich mich, dieses Kapitel Kolbermoorer Geschichte wieder bekannt zu machen. Anlässlich des 80. Tages der Wiederkehr der Ermordung von Schuhmann und Lahn, am 4. Mai 1999, habe ich deswegen mit Unterstützung von Mitgliedern der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, wo ich im Kreisvorstand aktiv bin, einen historischen Rundgang organisiert. Wir gingen von der Schuhmannstraße (seit 1947), wo Schuhmann wohnte, zu den Gräbern auf dem Friedhof, zum ehemaligen Wohnhaus von Alois Lahn und schließlich zur Tonwerksunterführung, wo eine Gedenktafel aufgestellt wurde. Leider wurde diese schon bald zerstört und musste durch eine neue ersetzt werden, die aber vor wenigen Monaten auch einem Säureattentat, das die Schrift zerstören sollte, zum Opfer fiel und nun zurzeit in Reparatur ist. Man sieht, dass die Kolbermoorer Räterepublik noch immer ein Begriff ist oder wieder geworden ist und Anlass für Auseinandersetzungen bietet. Mein Buch soll helfen, diese 6 Monate der Räterepublik nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.</p>
<p><strong><em>Andreas Salomon</em></strong></p>
<p><em>Buch: „Auf den Spuren von Georg Schuhmann und Alois Lahn – Ein Beitrag zur Kolbermoorer Räterepublik“ von Andreas Salomon (Hg.) </em></p>
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		<title>Anarchistische Ursprünge des 1. Mai</title>
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		<pubDate>Thu, 28 May 2009 16:58:02 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Ursprünge des 1. Mai liegen in den USA. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts kamen mit der Einwandererwelle aus Europa viele in ihrer Heimat verfolgte Sozialisten und Anarchisten in die USA. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Neuorganisation der nordamerikanischen Arbeiterbewegung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-214"></span>Die Ursprünge des 1. Mai liegen in den USA. In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts kamen mit der Einwandererwelle aus Europa viele in ihrer Heimat verfolgte Sozialisten und Anarchisten in die USA. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Neuorganisation der nordamerikanischen Arbeiterbewegung. Einer der bekanntesten war der ehemalige SPD-Abgeordnete Johann Most, der sich mittlerweile dem Anarchismus zugewandt hatte. Die Anarchisten wollten damals wie heute eine Gesellschaft ohne Herrschaft des Menschen über den Menschen aufbauen. Vor allem in Chicago, einem der großen Industriezentren, wurden sie zur treibenden Kraft der Arbeiterbewegung. Viele Gewerkschaften und Zeitungen wurden von ihnen ins Leben gerufen.</p>
<p>Bereits in den 60ger Jahren des 19. Jahrhunderts wurden von Anarchisten und anderen Sozialisten die Forderung nach einem 8-Stunden-Tag in den USA erhoben. In einigen Bundesstaaten war der 8-Stunden-Tag sogar Gesetz, wurde in der Praxis jedoch nie realisiert. 1884 wurde die Forderung auf dem Allunionstag der Gewerkschaften erneut gestellt und eine landesweite Kampagne beschlossen. Durch eine großangelegte Streikoffensive und einen landesweiten Generalstreik am 1. Mai 1886 sollte die Forderung nach dem 8-Stunden-Tag endgültig durchgesetzt werden. Die Anarchisten wurden, wie ein Chronist der Arbeiterbewegung schrieb, zum Motor und der revolutionären Spitze der gesamten Bewegung.</p>
<p>Am 1. Mai 1886 wurde der Generalstreikaufruf von 350.000 Arbeitern befolgt, davon von 40.000 aus Chicago. Die Unternehmer setzten Streikbrecher, Polizei und privat angeheuerte Söldnertruppen gegen die Streikenden ein. Am 3. Mai fand in der Nähe der Landmaschinenfabrik McCormick eine Massenveranstaltung der Holzarbeitergewerkschaft statt. Die Polizei überfiel die Versammlung und erschoss 4 Arbeiter. Einen Tag später versammelten sich aus Protest darüber tausende auf dem Chicagoer Haymarket. Als die friedliche Versammlung sich aufzulösen begann, wurde sie von einer Polizeieinheit angegriffen. Augenblicke später detonierte eine Bombe, die von einem Unbekannten geworfen wurde. Bis heute ist nicht geklärt, ob es sich um einen Provokateur handelte. Die Polizei eröffnete sofort das Feuer auf die fliehenden Männer, Frauen und Kinder. Der ganze Platz war von Leichen übersät. Auch sieben Polizisten wurden getötet.</p>
<p>Nun hatten Staat und Unternehmer endlich einen Vorwand um gegen die Arbeiterbewegung vorzugehen. Hunderte von Arbeiterführern, egal ob sie Anarchisten, Sozialisten oder Kommunisten waren, wurden verhaftet. Den prominentesten Anarchisten wurde wegen der Haymarket Vorfälle der Prozess gemacht. Obwohl bewiesen war, dass keiner der Angeklagten die Tat hätte begehen können, wurde gegen sie ein Schauprozess eröffnet. Da es keine Beweise für die Mordanklage gab, hieß es danach, sie seien an einer Verschwörung beteiligt gewesen und hätten Artikel verfasst, in denen zum Umsturz der bestehenden Verhältnisse aufgerufen worden sei. Damit seien sie verantwortlich für die Tat, da sie die Täter inspiriert hätten. Am 20. August 1886 wurden die Todesurteile gegen die Angeklagten verkündet. Die Schlussreden der zu Unrecht Verurteilten wurden als &#8220;Anklagen der Angeklagten&#8221; weltberühmt. Sie waren ein Manifest gegen die Ausbeutung und für eine freie, menschliche Gesellschaft ohne soziale Ungerechtigkeit.</p>
<p>Parsons, Engel, Fischer und Spiess wurden am 11. November 1887 gehenkt. Louis Lingg beging einen Tag vor seiner Hinrichtung Selbstmord. Die anderen Angeklagten wurden zu Haftstrafen verurteilt und nach 7 Jahren vom neuen Gouverneur, ebenso wie die Hingerichteten, für unschuldig und zu Opfern eines Justizmordes erklärt.</p>
<p><strong>Also nochmal kurz zusammengefasst: Die Ursprünge des 1. Mai liegen in der Bewegung für den 8-Stunden-Tag und im Kampf der amerikanischen Arbeiter für ihre sozialen Rechte.</strong></p>
<p><em>Schwarze Katze, Postfach 41 20, 58664 Hemer, <a href="http://www.free.de/schwarze-katze/" target="_blank">http://www.free.de/schwarze-katze/</a></em></p>
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