Das Konzept des libertären Kommunismus (1936) Teil2
Die Kommune wird sich mit all dem zu befassen haben, was das Individuum betrifft. Sie wird sich um alle Angelegenheiten kümmern müssen, die in Zusammenhang mit der Verwaltung und Verschönerung der Ortschaft stehen. Sie wird für die Unterbringung ihrer Bewohner sorgen müssen. Sie wird sich um die Artikel und Produkte kümmern müssen, die ihr von den Gewerkschaften und Produzentenvereinigungen geliefert worden sind.
Das Konzept des libertären Kommunismus (1936) Teil1
In einer geschichtlich reifen Situation schien es möglich, das Versprechen einer herrschaftsfreien Gesellschaft unmittelbar einzulösen. Ist die Niederlage des antifaschistischen Lagers im spanischen Bürgerkrieg nur militärisch als Folge der schlechteren Ausrüstung und der mangelnden Ausbildung zu erklären? Oder waren theoretische Konzepte und/oder politische Umsetzung verantwortlich für das Scheitern der Utopie? Um zur Klärung beizutragen veröffentlichen wir das „Revolutionsprogramm des Gewerkschaftskongresses von 1936“.
Gaston Leval – Die Syndikalisierungen in Alcoy
Was die Syndikalisierungen betrifft, scheint uns Alcoy der überzeugendste und lehrreichste Fall zu sein. Als zweitgrößte Stadt in der Provinz von Alicante hatte Alcoy 1936 45.000 Einwohner und war ein wichtigeres Handels- und Industriezentrum. Insgesamt 20.000 Personen waren in der Industrie als Lohnempfänger tätig, was einen sehr hohen Prozentsatz in einem Land darstellt, in dem die erwerbstätige Bevölkerung 33 bis 35% auf nationaler Ebene erreichte.
Weder befehlen, noch gehorchen
Ein Beispiel für Statuten die sich die Kollektive gaben, nachdem die Repräsentanten der kapitalistischen Ordnung gestürzt wurden und die örtliche Staatsmacht sich in Luft auflöste:
Anders arbeiten, anders leben
Hier ist alles kollektiviert worden: Kollektivschmieden, Kollektiveisenhütten, Kollektivlagerräume, die mechanische Werkstatt der Kollektivität, Kollektivmühle. Alle materiellen, moralischen und wirtschaftlichen Ausdrucksmittel des Dorfes gehen als Ganzes im Kollektiv auf. Die Arbeit wird geteilt. Jeder Arbeitssektor entscheidet in seinen Versammlungen über die Arbeit, die jeder Kollektivist verrichten soll. Man könnte meinen, diese Sektor- bzw. Branchenversammlungen seine endlosen Disputierklubs – das stimmt überhaupt nicht. Es wird sehr wenig gesprochen, denn jeder kennt seine Pflicht und er weicht ihr nicht aus.
