<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Die Gruppe MD &#187; Kultur</title>
	<atom:link href="http://www.die-gruppe-md.de/tag/kultur/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.die-gruppe-md.de</link>
	<description>Linke politische Textsammlung</description>
	<lastBuildDate>Thu, 10 Jun 2010 14:09:23 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0</generator>
		<item>
		<title>Ideologie der Neuen Rechten</title>
		<link>http://www.die-gruppe-md.de/ideologie-der-neuen-rechten</link>
		<comments>http://www.die-gruppe-md.de/ideologie-der-neuen-rechten#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 16:18:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifa / Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Konservatismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.die-gruppe-md.de/?p=348</guid>
		<description><![CDATA[Eine wichtige Voraussetzung für die „Neue Rechte“ im Kampf um die Vorherrschaft in den Köpfen ist die Analyse der gesellschaftlichen Realitäten und Kräfteverteilungen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-348"></span><strong>Kulturelle Hegemonie</strong></p>
<p>„Kampf um die Veränderung der Gesellschaft bedeutet dann Kampf um die Veränderung der geistig-politischen Prinzipien, die dem Konsens in einer Gesellschaft zugrundeliegen. Der Kampf um die sittlichen werte und Grundeinstellung ist dann nicht ein Sonderanliegen von Christen, die den Zug des modernen Zeitalters noch nicht bestiegen haben oder die von den Auswirkungen und Folgen der Emanzipation zurückschrecken, sondern geistig- ethische Erneuerung ist eine Frage, von der Zukunft unseres freiheitlichen Staates überhaupt abhängen wird.“ (S. 105 Dokumentation des SZW „Geistig-politische Initiative – Sicherung der Zukunft“). Diese Sätze stammen aus der Feder von Günther Rohrmoser, dem der Chefdenker der Denkfabrik Weikersheim. Er fordert von seinen rechten und nationalkonservativen MitstreiterInnen die „kulturelle Hegemonie“ (Vorherrschaft) in den gesellschaftlichen Diskussionen als Vorausetzung für eine „geistig-ethische Erneuerung“ der BRD-Gesellschaft. Diese „Erneuerung“ ist nichts anderes als die Restauration und das „Rückbesinnen“ auf völkische und nationalistische Werte und Ideen.</p>
<p>Der Begriff und der theoretische Ansatz der „kulturellen Hegemonie“ ist ürsprünglich im Kopf des Marxisten Gramsci geboren worden. Die Neue Rechte bedient sich dieser Thesen und legitimiert ihre Herangehensweise entweder mit eigenem Vokabular wie „theoriefähiges Kulturkampf-Konzept“ (Schönekäs) oder geht wie Rohrmoser ersatzweise auf den gramscischen Kulturbegriff ein, wie Rohrmoser um am Schluß die vermeintlichen „marxistischen Kinderkrankheiten“ zu brandmarken.</p>
<p>Eine wichtige Voraussetzung für die „Neue Rechte“ im Kampf um die Vorherrschaft in den Köpfen ist die Analyse der gesellschaftlichen Realitäten und Kräfteverteilungen. So werden sie beispielsweise von einer scheinbaren „linksliberale geistig-kulturellen Hegemonie“, die für eine Demokratie „unerträglich“ (Rohrmoser) sei. Diese Einschätzung hat nicht viel mit der hiesigen Realität zu tun – die Rechtsentwicklung, die Militarisierung der Außenpolitik, der Geschichtsrevisionismus und vergangenheitsverdrängenden Fälschereien oder der sogenannte „Asylkompromiß“ lassen andere Kräfteverhältnisse vermuten als linksliberale oder gar linksdominierte Kulturherrschaft. Dennoch darf mensch diese „neurechte“ Einschatzung nicht in die illusorische Welt der Agitation und Plumpheiten verdammen – sie hat eine Funktion, ist sie doch Grundlage für die Forderung nach dem Vorantreiben einer „kraftvollen rechten Mitte“ und einer „geistig-ethischen Erneuerung“ (Rohrmoser).</p>
<p>Die Ausrichtung des „neurechten“ kulturellen Hegemoniestrebens umfaßt vor allem drei Zielgruppen: Die verschiedenen politischen Lager werden mit unterschiedlichen Medien und Angeboten angesprochen.</p>
<p>1. Zielgruppe: Das nationalkonservative Lager wird im Sinne einer „Umformung des vorherrschenden Konservatismus“ bearbeitet. Besonders von Seiten der „Neuen Rechten“ wird darauf geachtet, daß die gemeinsamen politischen Wurzeln gepflegt und rehabilitiert werden; und die konservative „geistig-moralische Wende“ Anfang der 80er Jahre ideologisch gestärkt, unterstützt und konsequent national / völkisch fortgeführt wird.</p>
<p>2. Zielgruppe: Die „Neue Rechte“ will sich im rechtsextremen Lager etablieren, um dieses im neurechten Sinne zu intellektualisieren und politisch umzukrempeln. Hierfür dient eine Umformulierung von rechtsextremen Positionen und Sprachgebrauch mit Hilfe von modernem etabliertem Vokabular – Ethnopluralismus, Ideentransfer &#8230; Belege für die zunehmende Zusammenarbeit von neurechts und rechtsextrem sind nicht nur die rechten Denkfabriken wie das Studienzentrum Weikersheim oder die Siemens-Stiftung, die als Scharnierfunktion dienen, sondern auch die unzähligen personellen Verquickungen im braunen Zeitschriftensumpf (criticon, MUT, Nation + Europa, Junge Freiheit &#8230;)</p>
<p>3. Zielgruppe: Der Angriff auf „linke Köpfe“. Ansatzpunkte im linken Lager sind der „linke Antikommunismus“, stellvertretend ein Zitat des Ex-MdB der Grünen, des Eichberg-Gefährten und Aktivisten der Initiative Linke Deutschland- Diskussion (ILDD) und gerngesehenen Referenten der Studienwochen im Schloß Weikersheim. „In diesem Land ist Platz für viele Menschen – aber nicht für alle, nicht für Sozialbetrüger und Kriminelle, nicht für Gewalttäter und gewaltbereite Fundmentalisten. Die Demagogen und Profiteure der Menschenverpflanzung, die um eigener ökonomischer oder politischer Vorteile Willen mit der Versprechung des besseren Lebens in der multi(un)kulturellen Paradiesgesellschaft Menschen aus fremden Kulturkreisen nach Europa locken, sind verantwortlich für ein gigantisches Verbrechen &#8230; (&#8230;) &#8230; diese falschen Propheten.“ (S. 84 / 85, Von der Parteienverdrossenheit zur Staatskrise? Dokumentation des SZW)</p>
<p>Für den Ex-Bundesvorständler der Grünen Stolz gibt es nur eine „national-gesinnte Linke“ oder die bekämpfenswerten „Propheten“ – die „antinationalen Pseudolinken“, „Ausländerverherrlicher“ und „Deutschlandfeinde“. An solchen Aussagen von scheinbar Ex-Linken kann sich die „Neue Rechte“ nur wahrlich erfreuen und erwärmen. Weitere Bezugspunkte im „linken Lager“ sind der biologistische Bezug in Teilen der Ökobewegung und der latente Anti-Amerikanismus in Teilen der Antikriegsbewegung. Gesamtstrategie bei diesen „linken“ Zielgruppen ist die Nationalisierung von linken Themen und die Erweiterung des neurechten Klientel mit dem Vordringen in soziale Bewegungen. Oder in den neurechten Worten eines Wolfang Strauss gesprochen: „Das Oppositionspotential nationalisieren; die Antikriegsbewegung nationalisieren. Die Ökobewegung nationalisieren. Die Wertkonservative Bewegung nationalisieren &#8230; Mit einem Wort: Das Anti-System-Bewegung mit nationaler Identität impfen, mit deutschen Fundamentalismus indoktrinieren, mit antikapitalistischen und antikommunistischen Geist erfüllen, für deutsche Alternativen begeistern.“ („Neue Zeit“ 5 / 82)</p>
<div style="clear:both"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.die-gruppe-md.de/ideologie-der-neuen-rechten/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Zauberer der schwarzen Scharen &#8211; Julius Evolas Revolte gegen die moderne Welt</title>
		<link>http://www.die-gruppe-md.de/der-zauberer-der-schwarzen-scharen-julius-evolas-revolte-gegen-die-moderne-welt</link>
		<comments>http://www.die-gruppe-md.de/der-zauberer-der-schwarzen-scharen-julius-evolas-revolte-gegen-die-moderne-welt#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 16:11:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifa / Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Esoterik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.die-gruppe-md.de/?p=345</guid>
		<description><![CDATA[Ist Baron Julius Evola ein Philosoph für den Giftschrank oder der letzte und zu Recht legendäre Lehrer einer ewigen Weisheit? Ist der rechte Kulturkritiker und Esoteriker wirklich ein Fall für den Giftschrank, so müssen die Alarmglocken klingeln. Die Tür ist nämlich aufgebrochen, die Werke des umstrittenen Weisen sind in den Händen einer neuen Generation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-345"></span>Ist Baron Julius Evola ein Philosoph für den Giftschrank oder der letzte und zu Recht legendäre Lehrer einer ewigen Weisheit? Ist der rechte Kulturkritiker und Esoteriker wirklich ein Fall für den Giftschrank, so müssen die Alarmglocken klingeln. Die Tür ist nämlich aufgebrochen, die Werke des umstrittenen Weisen sind in den Händen einer neuen Generation. Am rechten Rand der Darkwave-Szene [1] etwa, wo erstmals rechtsextrem-antihumanistische Inhalte mit einer ästhetisch ansprechenden und differenzierten musikalisch-kulturellen Vermittlung verbunden werden, finden die Ideen des &#8220;faschistischen Gurus&#8221; (Umberto Eco) verstärkt Aufmerksamkeit.</p>
<p>Julius Evola [2] wird 1898 in Rom geboren. Den 1. Weltkrieg erlebt er als Artillerieoffizier. Danach treibt er sich in den Kreisen des Dadaismus herum. Frucht dieser Zeit sind Gemälde, Gedichte und theoretische Texte zu der neuen avantgardistischen Kunstrichtung. Heute hängt eines der Bilder in der Nationalgalerie für moderne Kunst in Rom.</p>
<p><strong>Revolte gegen die moderne Welt</strong></p>
<p>Evola entwirft später eine Theorie des absoluten Ichs, die sich unter anderem an den Ego-Philosophen Max Stirner, an Nietzsche und Oswald Spengler anlehnt. Schließlich stößt er auf René Guénon, einen Orientalisten und konservativen Esoteriker der sogenannten traditionalen Schule, dessen Gedanken für Evola ein lebenslanger Leitstern werden. Schon früh an Esoterik interessiert, wendet er sich mehr und mehr der Welt der Magie und der Mythen zu. In seinen Büchern entfaltet er seine unorthodox-orthodoxe Sicht auf Geist und Geschichte.</p>
<p>Der Titel seines Hauptwerkes von 1934 könnte als Überschrift über Evolas Leben und Wirken stehen: &#8220;Revolte gegen die moderne Welt&#8221;. Hier ist er von der modernen Sicht der Vergangenheit so weit entfernt wie möglich. Sieht das Denken seit der Aufklärung Geschichte gewöhnlich als Fortschritt, als Evolution zum wenigstens Besseren, so stellt sich die Sache für den Baron im genau umgekehrten Lichte dar. Die Wegmarken zur Moderne, wie die französische Revolution und die Aufklärung, das Ende des Feudalismus und die Demokratien, natürlich vor allem auch die Arbeiterbewegung, Sozialismus und Feminismus, sind ihm Fäulniszeichen, Signaturen des fortschreitenden Verfalls einer ursprünglichen und quasi gottgewollt hierarchischen Ordnung. Evola sah sein gesellschaftliches Ideal eines rigiden Kastensystems mit einem spirituellen Kriegerfürstentum an der Spitze zuletzt noch im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation wenigstens ansatzweise verkörpert. Mit Reformation und Renaissance geht danach der Ansturm des Pöbels gegen die legitime Ordnung weiter. Nur noch ein Häuflein Eingeweihter, Söhne des Lichts quasi, bewahrt schließlich im Meer des Chaos und der humanistisch-egalitären Dunkelheit der Moderne die ewige Flamme der Tradition.</p>
<p><strong>Der Marcuse der Rechten</strong></p>
<p>Auch im politischen Raum verwechselt der Baron Licht und Finsternis. Das macht sein Engagement in der faschistischen Bewegung Italiens deutlich. Er gehört teilweise zu ihren Theoretikern, obwohl zwischen dem elitären Aristokraten und der populistischen Massenbewegung immer auch Distanz bleibt. Seine Begeisterung für das Preußentum verführt ihn sogar dazu, in der SS zeitweise eine Fortführung der geistlichen Ritterorden und den soldatisch-spirituellen Kern eines zukünftigen Europas zu sehen.</p>
<p>Nach dem Krieg und dem Ende der europäischen Faschismen sind alle Hoffnungen des Alten auf politische Veränderung zerschlagen. Durch eine Kriegsbombe für den Rest seines Lebens ans Bett gefesselt, denkt Evola in seinem Alterswerk Cavalcare la Tigre (den Tiger reiten) darüber nach, wie ein Anhänger der Tradition nach dem absoluten politischen Scheitern weiter leben kann. Er entwickelt das Konzept der Apoliteia. Der &#8220;anders seiende Mensch&#8221; der Tradition soll, wie es die Titelmetapher verdeutlicht, im Trubel der modernen Welt mitschwimmen, ohne in seiner spirituellen Substanz von ihr tangiert und verunreinigt zu werden. Obwohl eine solche Haltung eher auf eine Art innere Emigration hinzudeuten scheint, haben viele in dem Buch ein Handbuch für militante Rechte erkannt und in Evola, der 1974 starb, einen der wesentlichen Ideengeber des neofaschistischen Terrorismus Italiens.</p>
<p><strong>Anhänger aus der rechten Szene</strong></p>
<p>Natürlich sind viele der enthusiastischsten seiner heutigen Jünger ebenfalls dem Rechtsextremismus zuzuordnen. In Italien [3] befruchten die Bücher des &#8220;Marcuse der Rechten&#8221; Aktivisten der &#8220;postfaschistischen&#8221; Alleanza Nazionale [4] , der neofaschistischen Forza Nueva [5] und der faschistischen Kleingruppen [6]. In deutschen Landen gehören etwa Intellektuelle aus dem Umfeld der nationalkonservativen bis rechtsradikalen Wochenzeitung Junge Freiheit [7] zu seinen Fans. Der Zauberer der schwarzen Scharen inspiriert neurechte Kulturrevolutionäre wie die Gruppe um die Zeitschrift Hagal [8] oder die Aktivisten des Think-Tanks Thule Seminar [9].</p>
<p>Evolanischer Hausphilosoph praktisch aller Fraktionen ist im deutschen Sprachraum der Wiener Martin Schwarz [10]. Schwierigkeiten mit der Demokratie haben auch einige Kinder der &#8220;schwarzen Szene&#8221;, die düstere Sounds zu den Untergangsphantasien des Italieners produzieren. Die Herausgeber von Sigill (inzwischen Zinnober), dem Zentralorgan der subkulturellen Rechtsästheten, brachten auf ihrem Label Eis und Licht [11] 1998 eine CD-Compilation, völkisch korrekt als &#8220;Lichtscheibe&#8221; designiert, zum 100. Geburtstag des esoterischen Rechtauslegers heraus. Hier erweisen Musikgruppen wie Von Thronstahl, Allerseelen oder Orplid ihrem Meister die Reverenz.</p>
<p>Neben der rechten Rezeption wird Evola aber auch im esoterischen Mainstream mehr und mehr wahrgenommen. So erscheinen seine Werke in den USA inzwischen bei einem der führenden einschlägigen Verlage, bei Inner Traditions [12]. Hier wird das politische Engagement Evolas wohl eher als Ausrutscher gesehen und die Substanz seiner esoterischen und kulturkritischen Werke jenseits der zeitlichen Belange betont. Diktatoren und totalitäre Regime haben auch viele literarische und intellektuelle Vorsänger der Linken legitimiert, deren Werk man trotzdem einen Wert über den Tag hinaus zubilligt, so könnte die Argumentation hier lauten.</p>
<p>Ein wesentliches Faszinosum am evolanischen Oeuvre ist sicher der elitäre Zug. Der Evolaner hat den dummen Massen die überlegene Sicht auf den wirklichen Verlauf der Geschichte, auf unbekannte und unterirdische Zusammenhänge, die die Welt bewegen, voraus. Das wirkt auf Leute, die Defizite kompensieren müssen, wie Champagner. Es ist zu vermuten, dass die traditionelle Szene, ob politisch oder nicht, eher von solchen Charakteren verstärkt wird, als von den ritterlichen, in sich selbst und der Transzendenz ruhenden spirituellen Übermenschen, die Evolas Werk als Ideal bevölkern.</p>
<p>So werden dem Zauberer die Jünger wohl nicht ausgehen. Dass die moderne Welt nicht eines Tages gegen Evola und seine Jünger revoltieren muss, dafür sorgen hoffentlich die Menschen, die ihr etwas mehr abgewinnen können.</p>
<p><em>Artikel von Dietmar Gottfried 24.11.2002 (Heise.de)</em></p>
<p><em><a href="http://anarchismus.at/txt3/evola.htm" target="_blank">http://anarchismus.at/txt3/evola.htm</a></em></p>
<div style="clear:both"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.die-gruppe-md.de/der-zauberer-der-schwarzen-scharen-julius-evolas-revolte-gegen-die-moderne-welt/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>A Darker Shade of Brown &#8211; Von Neonazis im Gruftie-Outfit</title>
		<link>http://www.die-gruppe-md.de/a-darker-shade-of-brown-von-neonazis-im-gruftie-outfit</link>
		<comments>http://www.die-gruppe-md.de/a-darker-shade-of-brown-von-neonazis-im-gruftie-outfit#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 16:05:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifa / Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Subkulturen]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtspopulismus]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.die-gruppe-md.de/?p=343</guid>
		<description><![CDATA[Dass Neonazis sich Subkulturen als Rekrutierungsfeld ausgesucht haben ist ja schon länger kein Geheimnis mehr. Dass eine Minderheit der einstmals friedliebenden Gothics damit auch etwas anfangen können gibt aber Anlass zur Sorge.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-343"></span>Dass Neonazis sich Subkulturen als Rekrutierungsfeld ausgesucht haben ist ja schon länger kein Geheimnis mehr. Dass eine Minderheit der einstmals friedliebenden Gothics damit auch etwas anfangen können gibt aber Anlass zur Sorge.</p>
<p>Schlösser und Burgen im Nebel, Trommelwirbel, Fackelschein und schwarze Uniformen. Schauplatz für einen Film über SS-Mystizismus? Mitnichten. Solche und ähnliche Szenen spielen sich ab, wenn Teile der Gothic-Szene ihre &#8220;konzertanten Aufführungen&#8221; unter Titeln wie &#8220;Tod im Juni&#8221; feiern. Dass der Sommer nicht gerade die Parade-Jahreszeit für die ehemals als Gruftis bekannten SzenegängerInnen ist, spielt keine Rolle, schließlich bezieht man sich mit der Monatsangabe auf den Tod von SA-Führer Ernst Röhm, der im Juni 1934 ermordet wurde. Bands wie &#8220;Der Blutharsch&#8221; aus Wien, Forseti, Ostara (ehemals Strength through Joy) oder die legendären &#8220;Death in June&#8221; fabrizieren ein Amalgam aus Industrial und Neofolk, aufgeladen mit heidnischer Naturmystik und rechtradikaler Phrasologie. Um es jetzt schon deutlich zu machen: Es handelt sich nur um einen kleinen Teil der Szene, der hier von Blut, Boden und Ehre singt, aber dieser Teil hat Tore geöffnet, wie man es nicht für möglich gehalten hätte.</p>
<p>Wie aber ist es möglich, dass eine Szene, die ehemals ob ihrer linken Gesinnung eher von den NazisPrügel bezog, plötzlich Platz für &#8220;Germanisches&#8221; bietet und Hakenkreuzhaarspangen als ästhetisches Stilmittel versteht? Der Beginn dieser Entwicklung liegt in England, wo sich Tony Wakeford und Douglas Pearce zu der Band &#8220;Death in June&#8221; formieren und als Gründerväter einer neuen Musikrichtung, des &#8220;Apocalyptic Folk&#8221;, später als Neofolk bekannt geworden, die &#8220;Marschrichtung&#8221; vorgeben: Materialismus und Rationalismus sind der Band und ihrem Umfeld, das nach &#8220;Reinheit&#8221; strebt, ein Gräuel, gesucht wird in der aufkommenden Akustik-Szene nach &#8220;Tiefe und Schicksal&#8221;, nach Ästhetik und Mythos. Gefunden werden diese Elemente in Filmen von Leni Riefenstahl, dem Nationalbolschewismus der Zwischenkriegszeit oder beim italienischen Faschismus. Wichtige Einflüsse ergeben sich natürlich auch aus der Konservativen Revolution Oswald Spenglers oder Ernst Jüngers, dessen Prosa Lanzerromantik und Grabenkampfmythos zu einer Mischung verrührt, die in der schicksalsschweren Gothic Szene Anklang findet. Die von Death in June inspirierten Projekte sind Legion und sollte man bei Douglas Pearce, ob seiner Homosexualität oder seiner linken Vergangenheit, zunächst noch Zweifel an seiner Gesinnung haben, spätestens bei &#8220;Blood Axis&#8221; (auf die Achsenmächte des 2. Weltkriegs &#8211; Deutschland, Italien, Japan &#8211; bezugnehmend) oder &#8220;Genocide Organ&#8221; wird die Sache klar. Bands wie &#8220;Von Thronstahl&#8221; beschwören bei ihren Auftritten mit dem rechtsradikal aufgeladenen &#8220;heidnischen&#8221; Symbol der schwarzen Sonne im Hintergrund und dem Spaten in der Hand den nationalsozialistischen Reichsarbeitsdienst sowie dessen Blut und Boden-Metaphorik, während &#8220;Eis und Licht Tonträger&#8221; einen Sampler zu Ehren des faschistischen Theoretiker Julius Evola veröffentlicht.</p>
<p>Die Anknüpfungspunkte an die starke Tendenz zu mystisch-okkultem in der gesamten Szene und der weitgehende Entpolitisierungsprozess der &#8220;schwarzen Subkulturen&#8221; macht das Feld auch für die Neue Rechte interessant. Wurde von Neurechten zunächst die Techno-Szene (vergeblich) nach einem Rekrutierungspotential abgesucht, so versuchte es die Neue Rechte Ende der 90er Jahre schließlich bei jenen, die sich gern als &#8220;Elite&#8221; eines neuen Reichs phantasieren: Die stark über visuelle Codes fuktionierende &#8220;Schwarze Szene&#8221; macht es den Rechten leicht, Anknüpfungspunkte zu finden. Der quantitative Erfolg ihrer Bemühungen ist zwar bescheiden, aber auch wenn letztendlich nicht allzuviele Gothics den Rekrutierungsversuchen der neonazistischen NPD erliegen, ist es mittlerweile wesentlicher einfacher geworden, in der Szene nationalistische Grundsätze als Leitbild zu etablieren, ohne dafür nennenswerten Protest zu ernten.</p>
<p>Die Strategie der Neuen Rechten artikulierte sich schließlich auch ganz offen in Inseraten in Gothic-Zeitschriften wie etwa Zillo &#8211; ein Umstand, der in der &#8220;Schwarzen Szene&#8221; nicht unbedingt einen Sturm der Entrüstung auslöste. Interviews mit Gothic-Bands wie &#8220;Der Blutharsch&#8221; oder &#8220;Forthcoming Fire&#8221; in Rock Nord oder der neurechten Jungen Freiheit sind ohnehin nichts Ungewöhnliches mehr. Die Perspektive der entsprechenden Strategie der Neuen Rechten ist natürlich nicht, eine neue Generation von Stiefelnazis zu rekrutieren, man knüpft vielmehr im Ringen um kulturelle Hegemonie an Ideen der SS als &#8220;geistige Elite&#8221; sowie die antimodernistischen Ressentiments des stark mittelständisch geprägten und durchaus gebildeten Gothic-Mainstreams an. Das neurechte Konzept des Kulturkampfes um die Mitglieder der schwarzen Szene, die für rechtsradikales Gedankengut begeisterungsfähig sind, wird jedenfalls weitergeführt, auch wenn die breite Öffentlichkeit die entsprechenden Bemühungen seit ihrem Höhepunkt im Jahr 2000 etwas aus den Augen verloren hat.</p>
<p>Nicht zuletzt in Folge dieser Strategie verschiebt sich jedenfalls die ideologische &#8220;Mitte&#8221; auch in der Gothic-Subkultur zunehmend nach rechts. Gegen diese Entwicklung regt sich natürlich auch Widerstand, etwa die Initiative der &#8220;Gruftis gegen Rechts&#8221;, ein beachtlicher Teil der Szene scheint faschistische Tendenzen jedoch als &#8220;provokative Kunst&#8221; zu entpolitisieren und dem Konzept der Ästhetisierung faschistischer Ideologie gleichgültig gegenüberzustehen.</p>
<p><strong><em>Alex Lippmann</em></strong></p>
<p><em>Aus: &#8220;Malmoe&#8221; Nr. 19</em></p>
<p><em><a href="http://anarchismus.at/txt4/gothic2.htm" target="_blank">http://anarchismus.at/txt4/gothic2.htm</a></em></p>
<div style="clear:both"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.die-gruppe-md.de/a-darker-shade-of-brown-von-neonazis-im-gruftie-outfit/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Patridioten-Sound</title>
		<link>http://www.die-gruppe-md.de/patridioten-sound</link>
		<comments>http://www.die-gruppe-md.de/patridioten-sound#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Jun 2009 15:53:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Antifa / Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsextremismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[NPD]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.die-gruppe-md.de/?p=338</guid>
		<description><![CDATA[Es wird ein eigentlich völkisches, geschichtsrevisionistisches Gedankengut eingemeindet und vermeintlich entschärft. Unterschwellig kommen die rechten Signale trotzdem an. Viele mögen sich nun fragen, warum es explizit für Deutsche ein Problem ist, stolz auf die Nation zu sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2><span id="more-338"></span><strong>Das Phänomen deutsch-nationale Popmusik</strong></h2>
<p><strong>Viel ist in den letzten Monaten über das neue nationale Selbstbewusstsein der Deutschen geschrieben worden.</strong></p>
<p>Viele Magazine und Zeitungen haben sich ausgiebig der scheinbaren Problematik gewidmet, der Durchschnittsbürger dieses Landes würde zuviel jammern und solle sich gefälligst mal eine Scheibe vom &#8220;selbstverständlich&#8221; propagierten Patriotismus anderer Staaten (hier werden oft Frankreich oder die USA angeführt) und deren Bürger abschneiden. Gerne wird das Bild der Deutschen im Ausland herangezogen. Ob Kultur, Technik oder Landschaft &#8211; es gäbe viele Gründe, auf dieses Land ein bisschen stolz zu sein.</p>
<p>Da die kulturschaffende Szene nicht nur ein Spiegelbild der Befindlichkeiten der Menschen eines Landes herzustellen vermag, sondern auch eine Einflussnahme hinsichtlich Akzeptanz bestimmter Denkweisen und Attitüden nicht von der Hand zu weisen ist, lohnt es sich, einen Blick auf das Revival der &#8220;Neuen Deutschen Welle&#8221; in der Popmusik zu werfen oder zutreffender: die Ohren zu spitzen.</p>
<p>Rammstein verdienen seit geraumer Zeit mit deutscher Rockmusik ihr Geld. Zwischen dem Phänomen Rammstein und neueren Auswüchsen nationaler Popmusik besteht aber ein Unterschied.</p>
<p>Rammstein benutzen die faschistoide Ästhetik sowie das &#8220;Bösewicht&#8221;-Bild der Deutschen, welches in den letzten Jahrzehnten immer wieder gerne z.B. in James Bond Filmen zum Einsatz kam, um eben dieses Klischee zum Unterhaltungswert zu machen. Faschismus wurde zur Show und der Herrenmensch zum Freak. Diese bewusste Provokation war immer auch Kalkulation und schlug sich nicht zuletzt in den Verkaufszahlen im In- und Ausland nieder. Rammstein zogen hierbei Leni Riefenstahls Olympiabilder von 1936 oder Bergsteigerromantik heran, um ein altdeutsches Mausoleum zu generieren.</p>
<p>Nimmt man nun den Hip-Hopper Fler, laut NDW 2005 &#8220;der erste Deutsche, der richtig Welle schiebt&#8221;, genauer in Augenschein, so fällt auf, dass zwar wieder bewusst provoziert wird, jedoch eine neue Herangehensweise gewählt wird. In dem Song &#8220;Neue Deutsche Welle&#8221; kommen die Zeilen &#8220;Schwarz, rot, gold. Hart und stolz&#8221; wie selbstverständlich über seine Lippen. Mit dem Slogan &#8220;Am 1. Mai wird zurückgeschossen!&#8221; wurde das Erscheinen seines Soloalbums beworben. Es handelt sich um die Abwandlung eines Hitlerzitates zum Angriff auf Polen: &#8220;Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen.&#8221; Um dem Vorwurf entgegenzutreten, dass seine Texte rechtsradikales Gedankengut beinhalten, verweist der Berliner Rapper gerne auf die Gastauftritte auf seinem Album. Da die dort vertretenen Künstler Migranten seien, wäre der Vorwurf gegenstandslos. Fler behauptet in Interviews immer wieder, er sei kein Nazi. Außerdem wisse er selbst überhaupt nicht, warum man ihm so etwas vorwerfe. Eine gewisse Scheinheiligkeit kann man ihm getrost attestieren. Sicher ist Fler kein rassistischer Schläger, der nichts besseres zu tun hat, als Asylanten zu verkloppen. Ein Nationalist ist er jedoch allemal. Da sich seine Fans überwiegend im Pubertätsalter befinden, geht von seiner Geisteshaltung eine Gefahr aus. Klar gibt es den Fan, der die Texte dieses Rappers als Satire ansieht. Trotzdem ist zu befürchten, dass viele Jugendliche die Texte unreflektiert aufnehmen und als Argumentationshilfe benutzen.</p>
<p>Peter Heppner in Kollaboration mit Paul von Dyk haben mit ihrem Lied &#8220;Wir sind wir&#8221; den Versuch gestartet, die Schicksals- und Opfergemeinschaft &#8211; welche in diesem Fall natürlich nur das deutsche Volk sein kann &#8211; heraufzubeschwören. Inspiriert wurde das Duo laut eigener Aussage von dem Film &#8220;Das Wunder von Bern&#8221;, der sich mit den Fußball-Helden von 1954 beschäftigt und in das neu gefundene Selbstbewusstsein der Nation passt. Mit Verweisen auf die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges, die Nachkriegszeit und den Wiederaufbau wird in dem Lied geschlussfolgert: &#8220;Wir sind wir. Aufgeteilt, besiegt und doch, schließlich gibt es uns ja immer noch. Wir sind wir, und wir werden&#8217;s übersteh&#8217;n, denn das Leben muss ja weitergeh&#8217;n.&#8221; Ganz selbstverständlich wird hier von einer Besiegung Deutschlands und nicht von einer Befreiung gesprochen. Der Fokus ist auf die deutschen Opfer des Zweiten Weltkrieges gerichtet: &#8220;&#8230; wenn ich durch diese Straßen geh&#8217;, seh&#8217; ich, wie die Ruinen dieser Stadt wieder zu Häusern aufersteh&#8217;n. Doch bleiben viele Fenster leer, für viele gab es keine Wiederkehr.&#8221;</p>
<p>Damit nicht genug, wird an anderer Stelle das nicht erreichte Kriegsziel bejammert:</p>
<p><em>&#8220;Jetzt ist mal wieder alles anders, und was vorher war, ist heute nicht mehr wert. Jetzt könn&#8217; wir haben, was wir woll&#8217;n, aber wollten wir nicht eigentlich viel mehr.&#8221;</em></p>
<p>Die von den Interpreten suggerierte Anteilnahme am Schicksal der Deutschen kam gut an, die Verkaufszahlen der Single sind beachtlich.</p>
<p>Die Popgruppe Mia. stand in der Vergangenheit wegen ihres &#8220;betont unverkrampften&#8221; Verhältnisses zur deutschen Identität wiederholt in der Kritik. Sei es der in Metaphern gepackte Verweis auf die deutschen Nationalfarben in ihrem Skandallied &#8220;Was es ist&#8221; oder ihre ausbleibende Stellungnahme zu einem lobenden Artikel in der &#8220;Deutschen Stimme&#8221;, einer NPD-Zeitschrift, Mia polarisierten. Die Frontfrau Mieze trat bevorzugt in Schwarz-Rot-Gold auf, und auch die Fotos zur Promotion ihres Albums &#8220;Stille Post&#8221; wurden bewusst mit diesen Farben bestückt. Als Reaktion auf Boykottaufrufe ruderte die Band zurück &#8211; die Sängerin Mieze behauptete nun, die Gruppe sei &#8220;definitiv links&#8221;. Fortan versuchte Mia, sich als &#8220;linke&#8221; Band zu präsentieren, veröffentlichte die Single &#8220;Ökostrom&#8221; und stellte einen Song für einen Sampler der Menschenrechtsorganisation Pro Asyl zur Verfügung (vgl. GWR 298).</p>
<p>Das Bemühen der Popgruppe, sich durch solch ein Engagement von ihrem deutsch-nationalen Image zu distanzieren, hinterlässt trotzdem ein mulmiges Gefühl. Es stellt sich die Frage, ob sich ihr bisheriges Image einfach nicht als verkaufsfördernd herausstellte und es deswegen zum Einlenken der Band kam.</p>
<p>&#8220;Wohin das geht, das wollen wir wissen. Und betreten neues deutsches Land… Ich freu mich auf mein Leben. Mache frische Spuren in den weißen Strand&#8221;, ein weiteres Zitat aus dem Song &#8220;Was es ist&#8221; belegt eine Intention, die auch von Aussagen der Sängerin Mieze untermauert wird.</p>
<p>&#8220;Ich seh diese Verbindung zwischen neuer deutscher Welle und uns so nicht. Damals ging es um diese ‚No Future&#8217;-Haltung, aber wir freuen uns auf die Zukunft. Zukunft, juuhu, her damit! Wir wollen mitgestalten!&#8221;</p>
<p>Präsentiert wird also eine leistungsbereite, zuversichtliche Haltung, die sich PolitikerInnen bestimmt gerne für die Durchsetzung ihrer neoliberalen Vorhaben wünschen. Gerne werden ambivalente Texte benutzt, damit man sich ein Hintertürchen offen halten kann. So lässt sich &#8220;Wir sind wir&#8221; laut Die Welt auch anders deuten, nämlich als ein &#8220;Appell an ein wieder vereintes und doch orientierungsloses Deutschland &#8230; zu seiner eigenen Stärke zu finden so wie in den kraftvollen Aufbaujahren der Fünfziger&#8221;.</p>
<p>Es wird ein eigentlich völkisches, geschichtsrevisionistisches Gedankengut eingemeindet und vermeintlich entschärft. Unterschwellig kommen die rechten Signale trotzdem an. Viele mögen sich nun fragen, warum es explizit für Deutsche ein Problem ist, stolz auf die Nation zu sein.</p>
<p>Um der Frage vorzubeugen, warum ein Franzose nun auf sein Land stolz sein kann, und einem Deutschen dies verwährt bleibt, kann ich nur wie folgt antworten: Einen Franzosen mit der Tricolore oder einen Briten mit dem Union Jack finde ich potentiell ebenso unsympathisch wie einen Deutschen, der sich in die &#8211; in den Nationalfarben gehaltenen &#8211; Modekreationen der Designerin Eva Grombach hüllt.</p>
<p>Der Nationalsozialismus als Teil der Geschichte dieses Landes ist jedoch nicht wegdenkbar. Einen Schlussstrich zu ziehen und die Aufarbeitung dieser Zeit einfach hinter sich zu lassen, ist respektlos gegenüber den Opfern des Naziregimes und birgt die Gefahr eines (unterschwelligen) Wiedererstarkens nationaler und patriotischer Gefühle.</p>
<p>Seit dem Buch &#8220;Der Brand&#8221; ist eine Überbetonung der Opfer auf deutscher Seite nicht mehr zu übersehen. Einer nachträglichen Umdeutung der Geschichte wird hier der Weg geebnet. Außerdem ist es fraglich, was ein Konstrukt wie die Nation dem einzelnen Menschen an Gefühlen vermitteln soll.</p>
<p>Man kann auf sein Kind stolz sein, auf ein gut gemaltes Bild oder auf die soeben geputzte Klobrille.</p>
<p>Aber auf ein Land?</p>
<p>Dann bleib ich doch lieber bei der Klobrille.</p>
<p><strong><em>Marie</em></strong></p>
<p><em>Quelle: <a href="http://www.graswurzel.net/303/sound.shtml" target="_blank">http://www.graswurzel.net/303/sound.shtml</a></em></p>
<div style="clear:both"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.die-gruppe-md.de/patridioten-sound/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Anarchismus und Kultur</title>
		<link>http://www.die-gruppe-md.de/anarchismus-und-kultur</link>
		<comments>http://www.die-gruppe-md.de/anarchismus-und-kultur#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 May 2009 08:18:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Anarchismus]]></category>
		<category><![CDATA[Art Brut]]></category>
		<category><![CDATA[Expressionismus]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Surrealismus]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://links.die-gruppe-md.de/?p=99</guid>
		<description><![CDATA[Schon sehr früh fühlten sich KünstlerInnen zum Anarchismus hingezogen. Viele darunter hätten sich nie als AnarchistInnen bezeichnet, doch viele standen ihm sehr nahe. Manche lebten danach, andere sympathisierten mit anarchistischen Ideen und viele setzten sich mit der Anarchie künstlerisch auseinander.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span id="more-99"></span>Dieser Bericht ist ein persönlicher und nicht auf Vollständigkeit ausgerichteter Beitrag. Eine kurze Begriffserklärung der Anarchie, aus Ausgangspunkt: (für die, die es noch immer nicht wissen): Das Wort Anarchie stammt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie &#8220;keine Herrschaft (an-archia). Also gibt es die Anarchie, seit es auch die Herrschaft gibt.</p>
<p>Der Anarchismus ist kein festgefügtes, starres Theoriegebilde. Es gibt verschiedene Vorschläge und Strategien für seine Durchsetzung. Ebenfalls gibt es verschiedene Antworten und Lösungsvorschläge auf Fragen der Vergangenheit, der Gegenwart und für die Zukunft. Hauptziel des Anarchismus ist eine herrschaftsfreie Gesellschaft, in der sich die Menschen selber organisieren. Eine Gesellschaft, die überschaubar, vernetzt und horizontal organisiert ist.</p>
<p><strong>Kunst und Anarchie</strong></p>
<p>Schon sehr früh fühlten sich KünstlerInnen zum Anarchismus hingezogen. Viele darunter hätten sich nie als AnarchistInnen bezeichnet, doch viele standen ihm sehr nahe. Manche lebten danach, andere sympathisierten mit anarchistischen Ideen und viele setzten sich mit der Anarchie künstlerisch auseinander. Kunst und Anarchie sind zum Teil sehr eng miteinander verknüpft. Einen anarchistischen Kunststil jedoch gab es nie. Das wäre ja auch sehr widersprüchlich. Aber zahlreiche kulturelle Bewegungen, Stile und Gruppierungen waren von libertären Bewegungen geprägt. Z.B. in den 20-er jähren der Dadaismus, der Literatur, Theater und bildende Kunst beinhaltete. Ebenfalls brachte der Dadaismus neue Formen von Kunst hervor, wie die Aktionskunst (heute: Performance). Hier gäbe es natürlich noch viel mehr Beispiele von Epochen und Kunststilen, die anarchistische Ideen beinhalten (Expressionismus, Surrealismus, art brut, usw.). Es gab und gibt sehr viele KünstlerInnen die stilistisch absolut nichts gemeinsam haben, sondern sie besitzen ein ähnliches Kunstverständnis, sie verband dieses Kunstverständnis, dessen Ausgangspunkte Freiheit, Experiment und Revolte sind, was hat z.B. John Cage (Komponist und Künstler) mit einem Anarcho-Polit-Punk-Sänger gemeinsam? Sicher nicht die Musikrichtung. Und doch haben beide eine ähnliche Vorstellung einer anarchistischen Gesellschaft.</p>
<p>Wie schon erwähnt gibt es keine anarchistische Kunstrichtung. Viel eher gibt es eine Lebensart als Kunst. Anarchismus als Kunst selber, sozusagen. Das leben wird in einer allumfassenden Bedeutung zu einem Kunstwerk. Das heißt natürlich nicht, eine Kultur die abhängig von Trend, Geld, Lebensstil und Stellung in der Gesellschaft ist. Vielmehr wird im anarchistischen Sinne eine Kultur angestrebt, die von Staat und von den oben genannten Punkten unabhängig geführt wird. Dies bedeutet auch ein Ausbrechen aus den Kunstpalästen wie Museen, Theatern usw. Die Grenzen zwischen Kultur und Alltag sollen gesprengt werden! So würden auch die Grenzen in allen Lebensbereichen, wie Kommunikation, Alltag, Spontanität, Kreation sich allmählich aufheben, was natürlich auch ein Ziel des Anarchismus ist.</p>
<p>In anarchistischen Kreisen gab es immer wieder solche Ansätze: z.B. die bekannte KünstlerInnen-Kolonie &#8220;monte verita&#8221; (&#8220;Berg der Wahrheit&#8221;, im Tessin) deren Höhepunkt vor dem ersten Weltkrieg war. Da lebten gemeinsam KünstlerInnen, PhilosophInnen, RevolutionärInnen und ArbeiterInnen. Die Siedlung war von kommunitären und anarchistischen Gedanken geprägt. Auch der berühmte Bakunin (russischer Anarchist) lebte einige Zeit in dieser Siedlung. Einige nannten &#8220;monte verita&#8221; ein verkleinertes Abbild einer anarchischen Gesellschaft (anarchisch: anarchistisch in der Struktur, jedoch nicht politisch). Aktuellere Beispiele sind die besetzten Häuser, Wohngemeinschaften und autonom organisierte Kulturräume, wo Lebensraum, Kunst und Kultur zu einem verschmelzen.</p>
<p><strong>Aktuelle anarchistische Kultur</strong></p>
<p>Herby Sachs aus Deutschland versuchte einmal Anarchismus und Kultur so zu beschreiben: &#8220;Ihre Ausdrucksform und Inhalte entstehen meist aus einem Zusammenhang von Phantasie und einer Opposition gegen die herrschenden Zustände&#8221;. Und wo bleibt diese anarchistische Kultur? Wenn mensch sich einmal umschaut, sind vielleicht da und dort Ansätze vorhanden, jedoch gibt es derzeit so gut wie keine anarchistische Kultur. Kunst als Sand im Getriebe? Wo gibt es die?</p>
<p>Waren in der 68-er Bewegung und auch zum Teil noch in der Punk-Blütenzeit die Menschen noch begeisterungsfähig für solche Kultur, sieht es heute schon eher düster aus. Leider ist es dann oft noch so, dass die wenigen, die sich zur anarchistischen Kultur zählen, in Dogmen verfallen. Von Konstruktivität und Offenheit ist dann sehr wenig zu spüren. Spießertum bei Punks, Autonomen und HausbesetzerInnen ist nicht selten anzutreffen. Dies trifft natürlich nicht auf alle zu, aber&#8230;</p>
<p>Folklore und Techno kann genauso anarchistisch sein wie Free-Jazz und Klassik. So ist es höchste Zeit aus diesen Gettos herauszukommen. Das Hauptproblem liegt daran, dass die &#8220;soziale Marktwirtschart&#8221; nur daran Interesse hat, all diese Richtungen zu vermarkten. Diese verschiedenen Kulturrichtungen, die ursprünglich sehr kreativ waren, werden zum Trend, werden aufgebauscht, damit die Kassen voll sind. Aus Punk wird Mode, aus Spaßguerilla werden Theaterinszenierungen, aus Hausbesetzungen wird &#8220;schöner wohnen&#8221;. Hip Hop wird zum Dauerrenner bei Mtv, Techno wird durch bunte Kleider und pseudophilosophischen Nicht-Inhalten von der etablierten Propaganda zum Mega-Hype.</p>
<p>Anarchistische Kultur sollte nicht zur Harmonisierung der bestehenden Herrschaft beitragen, sondern einen Gegenpol setzen. Gedanken von Hoffnung, Kreativität, Verweigerung und sozialem Engagement sollten eine wichtige Rolle dabei spielen.</p>
<p>So düster es aussieht mit der anarchistischen Kultur, so sieht es auch in der anarchistischen &#8220;Bewegung&#8221; aus. Die meisten libertären Ideen wurden ins System der Marktwirtschaft eingebunden, vermarktet oder totgemacht. Trotzdem erschient mir der Anarchismus als Idee und Struktur die einzig mögliche Alternative zur weltweit bestehenden Herrschaft von Mensch über Mensch und Natur. Der Anarchismus muss sich neu orientieren und neue Modelle entwickeln um sich durchsetzen zu können.</p>
<p><em>Aus: &#8220;ROMP&#8221; Nr.13, Herbst 96 </em></p>
<div style="clear:both"></div>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.die-gruppe-md.de/anarchismus-und-kultur/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>
