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Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

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Weder befehlen, noch gehorchen

Ein Beispiel für Statuten die sich die Kollektive gaben, nachdem die Repräsentanten der kapitalistischen Ordnung gestürzt wurden und die örtliche Staatsmacht sich in Luft auflöste:

Durch die Lokalversammlung am 3.1.1937 gebilligte Grundverfassung Kollektivität von Pina de Ebro. (Nach einigen allgemeinen revolutionär-humanistischen Betrachtungen folgen die Ausführungen zur Sache):

„Von den obigen Betrachtungen ausgehend gründet die Arbeiter- und Bauernklasse, indem sie sich ihrer Aufgabe und der Lage gewachsen zeigt, die freiwillige Kollektivität, die auf folgender Grundverfassung basiert:

  1. Alle Dorfbewohner können, ungeachtet ihrer wirtschaftlichen Lage, aus freiem Beschluß der Kollektivität beitreten, sofern sie der hier festgesetzten Satzung zustimmen.
  2. Alle mit dieser neuen sozialen Verwaltungsform einverstandenen Mitglieder bringen ihre gesamten Güter – Felder, Arbeitsinstrumente, Zugtiere, Geld und Werkzeugsatz – in die Kollektivität ein.
  3. Sobald die Umstände es erlauben, wird man sich bemühen, Kollektivställe zu bauen, in denen alle für die Feldarbeiten nützlichen Tiere untergebracht werden. Das gleiche gilt für Rinder und Schafe. Für diese Aufgaben werden geeignete Arbeitskräfte ausgewählt.
  4. Einlagerung aller Lebensmittel und Agrarprodukte in Kollektivräumen, damit eine bessere Kontrolle möglich ist. Ferner Gründung einer bzw. mehrerer Genossenschaften zur Verteilung der verschiedenen, von den Kollektivisten benötigten Lebensmittel und Werkzeuge.
  5. Die Menge der Produkte, die an die Kollektivisten verteilt werden, kann je nach der wirtschaftlichen Lage der Kollektivität zu- bzw. abnehmen.
  6. Die Arbeit wird durch Gruppen verrichtet, an deren Spitze jeweils ein verantwortlicher Delegierter steht. Wir werden versuchen, Sektionen je nach Fähigkeitsbereichen zu bilden, z.B. für Fuhrleute und Ochsentreiber, Arbeiter usw., so daß sich die Genossen bei ihren Tätigkeiten gegenseitig ablösen können.
  7. Alle Individuen beiderlei Geschlechts über 15 Jahre sollen für die Kollektivität arbeiten; ausgenommen sind Personen über 60 Jahre sowie Behinderte und Kranke, es sei denn, daß ihre körperliche Verfassung es ihnen erlaubt, leichte Arbeiten für die Kollektivität zu verrichten.
  8. Die Kollektivität sagt sich von denen völlig los, die weiterhin individualistisch leben und arbeiten wollen, diese können unter keinen Umständen die Unterstützung der Kollektivität beanspruchen. Sie werden ihre Felder ausschließlich selbst bestellen, und wenn sie ihre Felder brachliegen lassen, so werden sie in das Eigentum der Kollektivität übergehen.
  9. Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ist völlig abgeschafft und folglich jede Form der Pacht, der Halbpacht und der Lohnabhängigkeit. Diese Maßnahme gilt für alle Ortseinwohner, gleich welchen Standes.
  10. Die Versammlung ist souverän und untersteht dem Mehrheitsbeschluß. Beschlüsse über Kollektivitätsmitglieder, die durch ihr Verhalten der Kollektivität schaden könnten, werden in den Versammlungen gefaßt.“

Gaston Leval

Aus: „Die Aktion“ Nr. 161/164 – Dossier zu Spanien 1936

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